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 » Erledigt: Heute Heute Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen

22.09.2009, 14:04:04
Beitrag #1
Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Hallo, ich habe mich gerade erst in diesem Forum registriert mit der Hoffnung, dass mir meine Frage - von wem, wenn nicht von Linguisten?- beantwortet wird.

Ich gehe in die 13. Klasse eines Gymnasiums und werde in Englisch und Französisch geprüft und gehöre ... ich würde sagen, zu den leistungsstärksten, jedoch habe ich ein Problem mit meiner Stil- und Wortwahl, oder ich weiß nicht wie ich es nennen soll.

Beide Sprachen-Lehrer sagen, dass ich zu kompliziert schreibe und die Dinge unnötig verkompliziere. Zu hochgestochen oder so.

Das möchte ich gerne verbessern, aber ich weiß nicht wie.

Wenn ihr 'ne Idee habt, dann sagt ruhig Bescheid.

Liebe Grüße

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22.09.2009, 18:26:51
Beitrag #2
RE: Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Hallo,
ich bin auch ganz neu hier ^^
Ich würde dir auf jedenfall raten, nicht zu krampfhaft zu schreiben. Ich denke in der 13. Klasse ist man schon fähig Englisch und Französisch insoweit automatisch zu beherrschen, dass man nicht groß nachdenken muss, beim schreiben. Daher würde ich nicht versuchen beim Schreibfluß selbst, bewusst Einfluss darauf zu üben. Sondern es einfach heraussprießen zu lassen. Dann klingt es am natürlichsten und nicht so krampfhaft wohlklingend; das geht meist in die Hose. Natürlich ist es auch legitim, nachträglich noch etwas abzuändern; aber im Nachtrag hat man meisten einen objektiveren Blick darauf, ob etwas gestelzt ist oder nicht.
Daher alle Schotten fallen lassen und einfach drauf losschreiben und nicht versuchen mit komplizierten Wort- und Satzkonstruktionen zu glänzen, sondern die natürlich der Sprache zu erhalten.

LG
Kevin


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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23.09.2009, 10:02:24
Beitrag #3
RE: Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Ja, die Grundregel ist erst einmal "Schreib, wie Du reden würdest". Alles andere muss man üben und beherrschen, sonst sieht es albern aus. Das ist ja mit Deutsch nicht anders. Wenn man auf Teufel komm raus versucht, "seriös" oder "wissenschaftlich" zu klingen, geht das meist in die Hose, das sehe ich regelmäßig bei Seminar- und Examensarbeiten.

Du kannst ja 'mal eine Textprobe hier einstellen und wir geben unseren Senf dazu.
j.


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23.09.2009, 11:44:30
Beitrag #4
RE: Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Vereinfachtes Schreiben bedeutet in allen Sprachen zum Beispiel:

- kurze, klare Sätze anstelle von Bandwurmsätzen - also paraktischer statt hypotaktischer Satzbau

- wenig Substantivierung, auch in Fremdsprachen, stärkerer Einsatz von Verben (Beispiel im Deutschen: "um zu prüfen" statt "zur Prüfung")

- Passiv vermeiden

- Abwechslung im Satzbau, aber immer noch die Regel: das Wichtigste zuerst oder in Betonung

Und wie die Vorredner schon gesagt haben: nicht zuviel im Kopf vorformulieren, stattdessen geschriebene Sprache an gesprochene angleichen, weil der Leser den Text auch schon beim ersten Lesen verstehen muss.

Mich würde aber auch interessieren, was ein Lehrer als zu kompliziert einstuft...

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05.10.2009, 11:53:35
Beitrag #5
RE: Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Vielen Dank für Eure Kommentare (v.a. für #4).

Ich kann jetzt schwer Beispiele geben, in Englisch fällt mir jetzt kein Satz auf, höchstens in Französisch, da steht "weniger ist manchmal mehr" neben dem Satz <<Dans l'extrait l'auteur aborde le sujet de la société de nos jours et son attitude envers les choses et les valeurs.>>
Wie gesagt, es ist schwer ein Beispiel zu finden.

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28.10.2009, 14:27:19
Beitrag #6
RE: Allgemein: Stil- und Wortwahl in Aufsätzen
Hallo!

wenn ich hier auch mal meinen senf dazugeben darf - ich möchte meinen vorrednern unbedingt zustimmen, sich am sprechen zu orientieren, ist sicher nicht verkehrt. und jetzt möchte ich mal versuchen, den satz, den du eingestellt hast, zu kommentieren. Ich sehe, obwohl ich der französischen Sprache eigentlich nicht mächtig bin, dass du viele Substantivierungen gebraucht hast. Mit Hilfe meines Wörterbuches Dick-doof übersetze ich mal:
in dem Abschnitt spricht der Autor das Thema der heutigen Gesellschaft und seine Haltung gegenüber den Dingen und Werten an.

Ich habe das bestimmt nicht super übersetzt, aber mir geht es eher um die grobe Struktur. Es gibt nur ein Verb. Wie neous geschrieben hat, sollte man zur besseren Verständlichkeit Verben den Vorrang vor Substantiven geben. Wichtig dabei ist auch, dass die Verben "sprechen" - das Verb 'aborder' sagt ja lediglich, dass die folgenden Themen angesprochen werden. Es ist nicht sehr bildlich. Mehr Aussage bekommst du, wenn du noch mit hineinnimmst, dass der Autor die Werte, (und was für DInge??) kritisch beurteilt oder romantisch verklärt... etc das bedeutet, konkreter zu werden, also tatsächlich durch die Wortwahl mehr Inhalte reinzubringen. wenn ich mir das so anschaue, bleibst du sehr unkonkret - das Thema der heutigen Gesellschaft - warum nicht, er kritisiert, beschreibt, usw. die heutige Gesellschaft - ein Substantiv weniger. weiter. Seine Ansicht über die Dinge und Werte äußert er - er spricht sie ja sicher nicht nur an - da kannst du noch ein zweites verb benutzen.

Ich stelle mir in solchen Fällen immer die Frage, ob ich eigentlich genau weiß, was ich sagen will. als tipp an dich: dadurch kannst du auch mehr klarheit in deine sätze bringen. erklär dir selber, worum es genau geht. Die aneinanderreihung von Worten ergibt zwar gefühlt sinn, aber macht meistens noch nicht richtig klar, welche zusammenhänge oder vorgänge beschrieben werden sollen. diese Zusammenhänge muss man für sich auch erst einmal klären, denn sie sind tatsächlich in dem satz noch nicht enthalten.

beste grüße

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