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[HowTo]: Anleitungen, Tutorials, Techniken  » nicht erledigt Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.

19.02.2013, 16:32:09
Beitrag #1
Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(19.02.2013 15:29:15)Kevin schrieb:  [...]
Ich habe noch nie in meinem Leben mit LaTex gearbeitet. (Ich weiß, eine Schande für einen Linguistikstudenten.) Bietet sich das am ehesten für den Zweck hier an? Und dann kann ich von einem Literaturverwaltungsprogramm den BibTex dahin exportieren und da alles aufhübschen?
Na ja, ich würde nicht sagen, dass das eine Schande ist. Ich weiß nicht, wie das bei den "professionellen" Linguisten ist, aber unter den Studenten habe ich bisher vielleicht eine handvoll getroffen, die das verwendeten, und das waren dann eigentlich immer Leute, die entsprechendes technisches Interesse/Wissen hatten.

(Um das vielleicht noch mal einleitend zu sagen: Latex ist kein normales Textverarbeitungsprogramm, sondern ein Textsatzsystem. Statt also irgendwas zu markieren, und dann aus der Leiste "Fett" zu wählen, schreibt man entsprechende Befehle in den Text, ansatzweise ähnlich wie man das vom BBCode hier im Forum, oder von HTML kennt - nur in mächtig Zwinker . Im Gegenzug übernimmt das Programm die Formatierung, kümmert sich um Fußnoten, erstellt automatisch Literaturnachweise, Inhalts- und sonstige Verzeichnisse, setzt mathematische Formeln (und IPA Zwinker ) optisch ansprechend usw.)

Bibtex ist für die Zusammenarbeit mit Latex konzipiert. Die Bibtexdatei funktioniert so ähnlich wie eine Datenbank. Im jeweiligen Dokument kannst du dann auf diese Einträge mit Befehlen und dem Kurztitel zugreifen, und das Programm kümmert sich um den Rest (d.h. Formatierung, zusammenstellung der Bibliographie, ggf. unter Berücksichtigung der zitierten Literatur), auf der Basis von Konfigurationen, die du vorher festgelegt hast.

Abgesehen von den optischen Aspekten wäre meiner Meinung nach der wesentliche Vorteil an LaTeX, dass man das in weiten Teilen automatisieren kann. Man baut sich einmal ein Template zusammen, muss dann im besten Fall nur noch die Literaturdatenbank pflegen und zum Schluss alles kompilieren; jenachdem wie man das aufbaut wäre es auch problemlos möglich, sowohl eine Gesamt- als auch einzelne Dateien für die jeweiligen Themenbereiche zu erstellen usw. Der Nachteil ist halt, dass es relativ schnell recht technisch werden kann, wenn man abweichende Designvorstellungen hat. Weiterhin ist es zwar so, dass es grafische Editoren wie LyX gibt, aber insbesondere für ein etwas umfangreicheres Unterfangen stößt man da vmtl. schnell an die Grenzen; ich verwende immer einen normalen Texteditor mit einigen Zusatzfeatures.

Falls du damit arbeiten möchtest, könnte ich dich unterstützen, d.h. z.B. das Grundgerüst bauen, oder dich entsprechen "briefen". Da das aber deine Idee war, solltest du es so machen wie du meinst und wie es dir liegt, finde ich Lächel

janwo bearbeitete 19.02.2013 16:56:41 diesen Beitrag. Grund:

Thema ausgeklinkt. Das könnte für sich genommen noch spannend werden.


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19.02.2013, 20:58:25
Beitrag #2
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
Wenn das hier eine Meinungssammlung wird, gebe ich meine auch dazu:

Ich habe im Studium nichts von LaTex & Co. gehört, sondern wurde für das Schreiben meiner Diss darin ziemlich ins kalte Wasser gestoßen. Heute bin ich sehr dankbar dafür, weil es ohne gar nicht gegangen wäre, aber es gibt durchaus Linguisten in meinem Umfeld, die auch ohne auskommen.
Neben dem hübschen Outfit, das jeder Text durch den Satz mit tex bekommt, und dem Nullkostenfaktor für so ziemlich alles, was man braucht, gibt es sicherlich viele weitere Vorteile:
- mathematische Ausdrücke, Formeln, Sonderzeichen, Symbole können einfach gesetzt werden und stören den allgemeinen Textsatz nicht
- Bilder, Grafiken, Tabellen nehmen keinen großen Speicherplatz wie z.B. in einem Word-Dokument ein und werden von tex automatisch an die richtige Position gesetzt, ohne dass sich alles verschiebt
- Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse werden automatisch erstellt, wenn man Überschriften einfach als solche deklariert, ohne sie beispielsweise formatieren zu müssen.

Aber das genau sind eben auch die "Nachteile" bzw. Anforderungen an den User: er muss einiges an Begriffen und "Programmierung" lernen bzw. benutzen können, um den Text zu setzen und die automatischen Prozesse nicht zu "stören". Es gibt zwar einige gute Editoren, die die Formatierung übernehmen, man also doch zurückkehrt zu "fett setzen" oder "kursiv setzen", aber ganz ohne bestimmte Begriffe und das Wissen über die Setzung geht es wirklich nicht.

Die Datenbank zur Literaturverwaltung mag ich persönlich sehr, weil sie in kleinen Datenmengen unheimlich viele Infos abspeichert, aber eben auch sehr automatisiert (mit den entsprechenden Kenntnissen) Literaturverzeichnisse in allen gewünschten Formatierungen erstellt - und das nicht nur in einem tex-Dokument selbst, sondern auch in Word zum Beispiel, wenn man den Import einigermaßen hinbekommt. Der Austausch von Dateien ist super einfach, fast jede andere Bibliotheksdatenbank stellt Datei-Exporte für BibTex zur Verfügung.

Was die technische Seite betrifft: ich habe einfach irgendwann angefangen mit einem Template eines Freundes, das ich nach und nach für mich optimiert habe, habe dabei viele Foreneinträge gelesen, ab und zu auch mal in ein Buch geschaut, bin oft verzweifelt, aber habe schlussendlich ein sehr komplexes Buch mit vielen Formeln, Tabellen, Bildern und Graphen erstellt, das demnächst auch von einem Verlag als print-ready angenommen wird - alles durch Selbststudium. Es ist also durchaus möglich und meiner Meinung nach auch lohnenswert. Heute schreibe ich selbst kleine Texte lieber direkt in einer tex-Datei und verfluche jeden, der möchte, dass ich meinen Text in eine Wort-Datei konvertiere.

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19.02.2013, 21:07:51
Beitrag #3
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(19.02.2013 20:58:25)neous schrieb:  Wenn das hier eine Meinungssammlung wird, gebe ich meine auch dazu:

Wer mag, darf auch Tipps, LInks und Anleitungen der Sammlung beitragen. Wenn schon "Missionsarbeit" dann richtig. Zwinker


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20.02.2013, 21:38:29
Beitrag #4
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
[Als Antwort auf Beiträge in einem anderen Thread]
(20.02.2013 19:39:29)Kevin schrieb:  Vor allem, weil man damit Syntaxbäume super leicht zeichnen können soll, stimmt das?
Na ja, das kommt wohl drauf an, was man einfach findet... Zwinker
Dadurch, dass die Syntaxbäume nicht per Hand gezeichnet, sondern berechnet werden, sehen sie meist sauberer aus. Wie für so viele Sachen gibt es auch für Syntaxbäume verschiedene Pakete. Ich habe bisher zum Beispiel Qtree verwendet (allerdings nicht um Syntaxbäume zu zeichen; dafür ist es aber eigentlich gedacht). Die Eingabe entspricht c.a. der Notation mit eckigen Klammern, die man manchmal verwendet.


(20.02.2013 20:04:43)janwo schrieb:  Also Lyx kann ich gar nicht empfehlen. das ist im Grunde genauso ein gewürge wie bestimmte WYSIWYG Editoren aus der großen Softwareschmiede.

Ich benutze MikTeX und darauf aufgesattelt das TeXnicCenter. Das geht ganz prima, wenn man sich einmal etwas daran gewöhnt hat, dass WYSINWYG.
Ich hatte LyX auch mal kurz getestet, allerdings ist mir das zu umständlich. Grafische und quelltextbasierte EIngabe sind da seltsam verquirlt. Ich habe aber auch schon von Leuten gehört, dass sie damit sehr gut klar kommen. Lächel

Unter Windows habe ich WinShell benutzt, wie das aktuell aber so ist, weiß ich nicht. Gibt auch noch allerlei andere Oberflächen (und ohne geht's auch). Da sollte für jeden Geschmack und für jedes Betriebssystem was dabei sein Lächel

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22.05.2013, 13:15:07
Beitrag #5
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
Hat jemand schon mal ein Poster für einen Postervortrag mit LaTeX gebastelt? Ich finde ein paar Pakete dazu (hier oder hier), aber so richtig "etabliert" wirkt keins auf mich; daher mich würde interessieren, ob es da vielleicht Erfahrungen gibt, was gut funktioniert, oder eher nicht.

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22.05.2013, 22:30:24
Beitrag #6
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(22.05.2013 13:15:07)thf schrieb:  Hat jemand schon mal ein Poster für einen Postervortrag mit LaTeX gebastelt? Ich finde ein paar Pakete dazu (hier oder hier), aber so richtig "etabliert" wirkt keins auf mich; daher mich würde interessieren, ob es da vielleicht Erfahrungen gibt, was gut funktioniert, oder eher nicht.

Ich hab's schonmal probiert, aber schnell wieder aufgegeben und es dann doch mit Adobe Illustrator gemacht. Ein Poster ist doch graphisch vielleicht zu anspruchsvoll (mit verschiedenen Boxen und vielleicht etwas über mehrere Spalten), dass LaTeX da doch an seine Praktikabilitätsgrenzen stößt. Die LaTeX-Poster, die man so auf Ratgeberwebseiten findet sehen auch nicht halb so schick aus wie welche, die mit Illustrator o.ä. gemacht sind – finde ich.

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24.05.2013, 13:07:27
Beitrag #7
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
Danke für deine Einschätzung Lächel
Hatte vorgestern auch mal ein wenig damit rumgespielt, und bin zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie du. Die Beispielposter auf den Seiten der beiden verlinkten Pakete sehen - finde ich - recht ansprechend aus (allerdings habe ich auch keinerlei Erfahrung mit Postern, muss mich da noch etwas reinarbeiten), aber ich glaube, dass da noch relativ viel Anpassungsarbeit nötig ist, um bei solchen Resultaten zu landen. Ich werde das noch mal ausprobieren, und ansonsten wohl mit Scribus arbeiten.

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25.05.2013, 07:54:32
Beitrag #8
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(19.02.2013 21:07:51)janwo schrieb:  Wer mag, darf auch Tipps, LInks und Anleitungen der Sammlung beitragen. Wenn schon "Missionsarbeit" dann richtig. Zwinker

Dann tue ich das mal, vielleicht helfen die Hinweise ja dem ein oder anderen.
Nachdem ich in meiner BA von dem übergroßen .odt-Dokument genervt war, in dem man gerade mit dem Netbook nur noch in Zeitlupe scrollen konnte, habe ich mich dann doch zum Umstieg auf LaTeX entschieden. Außerdem musste ich doch mal schauen, wovon die ganzen Freunde aus der Informatik und der Physik so schwärmen.

Zum Schreiben nutze ich (unter ArchLinux) Geany, meinen liebsten Editor. Ich finde es einfach super, ein Terminal und alle wichtigen Ausgaben direkt unter der Eingabe zu haben. Eine gute Wiki gibts noch dazu.

Als gui für BibTeX benutze ich JabRef. Der einzige Nachteil hier besteht meiner Meinung nach darin, dass es auf Java basiert. Aber manchmal kann man ja nicht alles haben Zwinker

Als Hilfestellung benutze ich momentan (neben den armen Bekannten, die bereits mit LaTeX arbeiten) folgende Seiten/Bücher:

Vielleicht hat ja noch jemand Seiten/Bücher, die man hier ergänzen könnte?


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25.05.2013, 10:46:28
Beitrag #9
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(25.05.2013 07:54:32)LioKat schrieb:  Zum Schreiben nutze ich (unter ArchLinux) Geany, meinem liebsten Editor. [...]
Als gui für BibTeX benutze ich JabRef.

Verwende exakt dieselbe Konfiguration Lächel Das LaTeX Plugin von Geany hat leider ein paar Macken (insb. in der Autovervollständigung; wie Geany ansich aber auch), insgesamt klappt das sonst allerdings recht gut

Zitat:Vielleicht hat ja noch jemand Seiten/Bücher, die man hier ergänzen könnte?

Als Standardwerk gilt ja immer so "Der LaTeX Begleiter". Ich dachte, das wäre vielleicht eine gute Investition; war es leider nicht. Finde da nicht so recht 'nen Zugang zu, weil das eine seltsame Mischung aus Detailbeschreibung, Einführung und Übersicht ist. Hinzu kommt, dass Bücher zu computerbezogenen Themen (und dann noch mit CD hinten drin) recht schnell veralten und damit etwas belustigend auf mich wirken. Aber vielleicht habe ich den Wert dieses Buches auch nocht nicht erkannt Zwinker Viele scheinen davon sehr überzeugt zu sein.

Bin schon eine ganze Weile um LaTeX rumgeschlichen, bevor ich dann im zweiten Semester mal damit mal angefangen habe, weil ich eine IPA-lastige "Hausarbeit" schreiben musste. Dazu habe ich mir Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen gesucht. Größere waren glaube ich LaTeX für Theologen und ein Skript der Fernuni Hagen sowie Pakettipps von LaTeX for Linguistics (oder einer ähnlichen Seite). Und diese Symbolliste verwende ich recht häufig.

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03.06.2013, 11:48:46
Beitrag #10
RE: Arbeiten mit TeX, LaTeX, BibTeX usw.
(25.05.2013 10:46:28)thf schrieb:  Verwende exakt dieselbe Konfiguration Lächel Das LaTeX Plugin von Geany hat leider ein paar Macken (insb. in der Autovervollständigung; wie Geany ansich aber auch), insgesamt klappt das sonst allerdings recht gut

Ich muss zugeben, dass mich diese 'Macken' inzwischen so genervt haben, dass ich seit gestern auf Texmaker umgestiegen bin. Ich weiß nicht, gerade das fehlende Autocomplete bei Sachen wie /textit{blablubb} habe ich als sehr störend empfunden. Bei einem sehr langen Dokument, wo immer wieder so etwas vorkommt, spart Autocomplete doch sehr viel Zeit. Texmaker hat dafür ein schönes Dropdown-Menü:

[Bild: completion.png]

und auch generell einfach die optimalere LaTeX-Funktionalität. Ich weiß, vor acht Tagen habe ich noch Geany angepriesen und es ist und bleibt auch trotzdem ein toller Editor - für nicht-LaTeX -, den ich auch weiterhin benutzen werde Zwinker


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