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 » Erledigt: Heute Heute Bitte um Rat
▶ Alphabetisierung in 2 verschiedenen Sprachen und Schriften bei Grundschulkindern

06.06.2009, 00:53:02
Beitrag #1
97_question Bitte um Rat
Hallo, könnt Ihr mich beraten?
Wenn ein knapp 6 jähriges Kind im Ausland ohne Sprachkenntnisse bzw. nur mit einem vorhandenen Gefühl für den Klang der fremden Sprache und unter der Bedingung eines anderen Alphabets/ einer anderen Schrift eingeschult wird - ist das eine Katastrophe? Die 2. Klasse würde das Kind dann wieder - back in Deutschland - in einer zweisprachigen Schule absolvieren, in der dann auch die Alphabetisierung in der Muttersprache deutsch erfolgt.

Oder soll man so etwas besser sein lassen?

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06.06.2009, 10:30:28
Beitrag #2
RE: Bitte um Rat
Uff. So allgemein gefragt kann man das kaum sinnvoll beantworten. Kinder sind prinzipiell schon in der Lage, eine neue Sprache ziemlich schnell zu erlernen. In vielen Ländern vor allem Afrikas widerfährt es den Kindern standardmäßig, dass sie nicht in ihren (regionalen) Muttersprachen sondern in z.B. Französisch beschult und alphabetisiert werden. Das ist oft recht ineffektiv und traumatisch, besonders wenn überhaupt keine Vorkenntnisse vorliegen.


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06.06.2009, 23:15:57
Beitrag #3
RE: Bitte um Rat
Machbar ist es schon. Es kommt einfach drauf an, wie in den entsprechenden Schulen mit dem Kind umgegangen wird und auch wie es sich selbst damit fühlt. Was möchte denn eigentlich das Kind? Es sollte auch gefragt werden, meiner Meinung nach... Kinder haben meistens noch ein gutes intaktes Bauchgefühl. Frag doch mal unverbindlich, wie es wäre, und zähle die Konsequenzen auf, was kann passieren, es könnte z.B. hinterherhinken, eventuell die erste Klasse wiederholen etc.

Das wäre übrigens doch nicht schlimm. Der schlimmste Fall ist, dass es die Fremdsprache in der Kurzen Zeit nicht lernt, und dass es, wieder in Deutschland, nicht mitkommt und daher die 1. Klasse neu machen muss. Das ist ja nicht total schrecklich, es sei denn eben fürs Kind selbst, daher fragen. Kommt auch auf des Kindes Gemüt an... Da es noch keinen Freundeskreis hat, ist es von daher nicht so schlimm, wenn es direkt in die erste Klasse eingeschult wird. Die Zeit wäre dann "verloren", dem könnte man aber entgegen wirken, indem man in dem Land noch andere tolle Sachen erlebt, lernt, kennen lernt. In sehr vielen Ländern ist im Gegensatz zu Deutschland übrigens Homeschooling erlaubt. Da könntest du dich doch informieren. Das, was in deutschen Schulen in der ersten Klasse gelernt wird, ist total wenig, es geht vorrangig um einfaches plus minus mit niedrigen Zahlen und eben Lesen und Schreiben lernen, heutzutage meist mit der Methode Lesen durch Schreiben. Dazu gibt es umfangreiches Material, was ihr mitnehmen könntet, als Bücher oder auch im Internet und eben spielerisch als PC Programme, die ihr auf nem Laptop oder so spielen (lassen) könntet, außerdem LÜK-Kästen und ähnliches Material. Dann würde es weder "durcheinander" kommen, es könnte in Deutschland dann einfach weiter machen. Falls die Schulzeit allerdings aus betreuungstechnischen Gründen notwendig ist, könnte trotzdem irgendwie nachmittags wenigstens ein bisschen nachgeholt werden.

Ich bin ja sowieso eigentlich Verfechterin des Unschooling/Homeschooling (Lernen durch Leben), wie z.B. auf http://www.joyfullyrejoycing.com oder http://www.unerzogen.de beschrieben. Interessante auch kostenlose Interviews zu Unschooling gibt es in jeder Ausgabe des unerzogen Magazins: http://www.unerzogen-magazin.de. Aus der Unschooling Perspektive wäre so eine Reise ganz wundervoll anregend und bildend. Zurück kommen in Schulzwang-Deutschland natürlich dann nicht so prickelnd Zwinker

Durch so eine Reise kann so vieles mehr gelernt werden, als die Schule je bieten kann. Vorausgesetzt, man erschöpft eben das Potenzial (Ausflüge, Museen, dortiges Essen, Fernsehen, Menschen kennen lernen, Reiseziele, andere Natur erkunden...). In so kurzer Zeit wird das Kind die andere Sprache sicher nicht super toll lernen, von daher ist es anfangs schon chaotisch und eventuell auch Mal katastrophal. Es würde sich schon mehr "lohnen", wenn ihr länger bleibt als nur ein Jahr (z.B. 2, dann würde es die Sprache besser gelernt haben und quasi richtig was davon haben). Meiner Meinung nach ist es aber nicht schlimm. Vom Spracherwerb her sowieso nicht, eher förderlich für spätere/weitere Zweit/Drittspracherwerbe. Die schlimmsten "Folgen" sehe ich eher im sozialen Bereich (Freunde finden, wieder trennen... wieder finden... neu sein, anders sein etc.). Da kommt es drauf an, zu Hause ein offenes Ohr zu haben und Rückhalt, Sicherheit zu spenden. Vielleicht auch eine alternativere Schule, z.B. eine, die Jahrgangsübergreifend (1.-3. Klasse zusammen oder so was) arbeitet mit Projektlernen, offenen Unterricht oder so was. In Berlin, Hamburg, Leipzig und Frankfurt gibt es auch demokratische Schulen mit einem sehr offenen Konzept ohne Schubladen. Dann ist es auch egal, ob ein Kind "hinterher" ist, weil es kein "hinterher" gibt. Schau Mal z.B. die Netzwerkschule in Berlin. Die Erfahrungen eine bereisten Kindes sind dort sicher willkommener, als in einer herkömmlichen Schule, wo alle Kinder zur selben Zeit genau das gleiche lernen und auch können müssen...

Ich hoffe, ich konnte helfen... nur Mut für neue Wege! nichts "muss" :-)

LG
Johanna

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