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[Syn]: Syntax, Phraseologie  » nicht erledigt Definitionsfrage: Reflexivum als Anapher
▶ Anaphorik Reflexivum anaphorische Verbindung Anapher Antezedens Argumentstruktur

03.05.2016, 18:20:16
Beitrag #1
83_shocked Definitionsfrage: Reflexivum als Anapher
Hallo zusammen,

kann das Reflexivum "sich" im Satz:

"Die Tür öffnet sich schnell."

als eine Anapher gesehen werden, wobei die NP "die Tür" das Antezedens darstellt?

Meine Argumentation für die direkte anaphorische Verbindung wäre, dass das Verb "öffnen" semantisch und in Bezug auf die Theta-Rollen kein Reflexivverb ist.
Und dass die Argumentstruktur quasi so aussieht: öffnen <Agens, Thema, (Instrument)>, wobei in diesem Beispiel Agens als Actor wegfällt.

Würde mich über eure Antworten freuen. Lächel

Liebe Grüße,

mephisra

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04.05.2016, 01:10:35
Beitrag #2
RE: Definitionsfrage: Reflexivum als Anapher
(03.05.2016 18:20:16)mephisra schrieb:  kann das Reflexivum "sich" im Satz:

"Die Tür öffnet sich schnell."

als eine Anapher gesehen werden, wobei die NP "die Tür" das Antezedens darstellt?
Ich wüsste nicht, wie man das sonst sehen sollte! Etwas anderes ist das beim Spanischen "se", das man im Deutschen oft mit "man" übersetzt.

Aber jetzt stopp mal, öffnet sich die Tür wirklich selbst? Das ist aber auch egal, sich bleibt eine Anapher zu Tür, zumal es ja nur die Kurzform von "Die Tür lässt sich schnell öffnen" ist!

Die Frage ist allerdings, wie das bei nullwertigen Verben mit einem unpersönlichen "es" ist, z.B. bei meiner Lieblingsspruch "Es hat sich ausgegendert!"
Ich glaube, das lass ich mir sogar als T-Shirt machen!
http://www.linguisten.de/Thread-Woher-ko...89#pid6289


Ich bin ein Star Cool; holt mich hier raus!
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04.05.2016, 09:18:14
Beitrag #3
RE: Definitionsfrage: Reflexivum als Anapher
Man kann natürlich formell vorgehen und über Bindungsprinzipien klären, ob es sich um eine Anapher oder ein Pronomen handelt. Es wäre die Frage, wie solche valenzreduzierenden Konstruktionen (Passiv, Kausativ, Medialkonstruktion, etc.) innerhalb der Bindungstheorie betrachtet werden, insbesondere wenn der Verursacher (Agens) nicht explizit erwähnt wird, sondern nur implizit angenommen ist. Da ich jetzt aber nicht genau weiß, welche Fälle du konkret betrachtest, ist es schwierig da konkrete Literatur zu nennen.
Sprachspezifische Unterschiede sollte es eigentlich auch geben, denn solche Konstruktionen werden durch Pronomina (sich), Klitika (se im Spanischen) oder auch Affixe (-sja im Russischen) ausgedrückt; ob dann immer ein Anaphern-Status vorliegt, kann ich jetzt leider nicht sagen. :/

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