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[Syn]: Syntax, Phraseologie  » nicht erledigt Dependenzgrammatik

27.11.2012, 14:23:00
Beitrag #1
Dependenzgrammatik
Hallo zusammen,


ich muss einige Saetze nach der Dependenzgrammatik und mithilfe des X-Bar-Schemas analysieren, komme aber nicht wirklich weiter. Ich hoffe, dass mir eventuell jemand helfen koennte. Die Saetze lauten

1. Dass Obama 93 Prozent der schwarzen Waehler fuer sich gewann, ueberrascht nicht.


2. Romney ueberliess ihm aber auch die Latinos weitgehend kampflos, die zu 69 Prozent fuer Obama stimmten.


Waere sehr toll, wenn jemand helfen koennte. Danke

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29.11.2012, 09:49:00
Beitrag #2
RE: Dependenzgrammatik
Koennte bitte jemand helfen? Ich habe mit der Beantwortung leider nur noch bis morgen Zeit. Traurig

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29.11.2012, 10:23:24
Beitrag #3
RE: Dependenzgrammatik
Hallo Mona,

ich muss leider gestehen, dass ich mich aus meiner Studienzeit nur noch vage an das X-Bar-Schema erinnere und auch gar nicht mehr weiß, welche Kategorien und mit welchen Kürzeln man da an die einzelnen Knoten des Syntaxbaums schreibt. Aber vielleicht kommen wir in diesem Thread ja in einer großen Zusammenarbeit mehrerer Beiträge Schritt für Schritt weiter.

Ich kenne mich aus meiner langjährigen praktischen Arbeit als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache zwar ein wenig mit der Dependenz- bzw. Valenzgrammatik aus, nur waren binäre Syntaxbäume bei dieser Sprachvermittlung an Menschen natürlich überhaupt nicht angesagt, - anders als etwa bei der Analyse von Sprachen zur maschinellen Übersetzung.

Was deine Sätze angeht, ...
(27.11.2012 14:23:00)mona schrieb:  
  1. Dass Obama 93 Prozent der schwarzen Wähler für sich gewann, überrascht nicht.
  2. Romney überließ ihm aber auch die Latinos weitgehend kampflos, die zu 69 Prozent für Obama stimmten.
... so sehe ich an diesen folgende Besonderheiten, die ihre Darstellung im X-Bar-Schema interessant, vielleicht aber auch besonders schwierig macht:

In Satz #1 übernimmt ein Nebensatz (Subjektsatz) gleich im Vorfeld die Funktion des Subjekts (der Nominativergänzung) im Hauptsatz. Durch diese Wortstellung erübrigt sich aber auch ein Korrelat es im Vorfeld, was den Syntaxbaum ansonsten wegen einer dann erforderlichen Transposition noch komplizierter machen würde.

Das Verb überraschen des übergeordneten Hauptsatzes kann unterschiedliche Valenzen haben.
vgl.: http://hypermedia2.ids-mannheim.de/evalbu/index.html

2-wertig: Was[NOM] überrascht wen[AKK]?
3-wertig: Wer[NOM] überrascht wen[AKK] womit[PRÄP]?
Die oberflächlich betrachtet einwertige Variante, die in deinem ersten Beispielsatz vorliegt: Was[NOM] überrascht? würde ich unter der zweiwertigen Variante subsumieren: Etwas[NOM] überrascht allgemein, also alle oder viele Leute[AKK]. In der zweiwertigen Variante von überraschen ist die Akkusativergänzung also fakultativ, so wie in der dreiwertigen Variante die Akkusativ- und die Präpositivergänzung. Vielleicht kann man solche impliziten fakultativen Ergänzungen ja auch in einem X-Bar-Baumdiagramm zum Ausdruck bringen.

Im Nebensatz sehe ich ein zweiwertiges Verb gewinnen: Wer[NOM] gewinnt was[AKK]? Die präpositionale Angabe für sich würde ich nicht als Aktanten/Ergänzung des Verbs gewinnen ansehen, sondern als per se fakultatives Adjunkt.

Die besondere Schwierigkeit in Satz #2 besteht darin, dass hier ein Relativsatz im Nachfeld des Satzes auftaucht. Durch diese Ausklammerung wird hier im Syntaxbaum eine Transposition (ist das überhaupt der richtige Ausdruck?) erforderlich, die den Bezug dieses Relativattributs auf die Akkusativergänzung Latinos verdeutlicht. Das kann man meines Erachtens wirklich übersichtlich auch nur in Baumdiagramm-Darstellung des X-Bar-Schemas veranschaulichen und nicht in der alternativen Linearschreibung mit verschachtelten eckigen Klammern. Bei einzelnen Elementen wie [[weitgehend]ADV kampflos]ADV ginge das aber noch.

So weit erst einmal meine ersten Denkanstöße. Vielleicht können sich hier ja mal ein paar Kollegen mit Skizzen von Syntaxbäumen einklinken. Leider geht das in diesem Forum noch nicht mit LaTeX, obwohl so etwas ja grundsätzlich möglich ist.
vgl. auch: http://freiesoftware.wordpress.com/2008/...mit-qtree/

Gruß Gernot


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29.11.2012, 10:30:07
Beitrag #4
RE: Dependenzgrammatik
Vielen lieben Dank, Gernot!

Ich braeuchte aber die Analyse nach der Dependenzgrammatik. Ich glaube, dass du die Analyse nach der Valenzgrammatik gemacht hast, oder?

Vielleicht waere noch jemand so lieb und koennte helfen?

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29.11.2012, 11:17:42
Beitrag #5
RE: Dependenzgrammatik
(29.11.2012 09:49:00)mona schrieb:  Koennte bitte jemand helfen?
Alle Experten des Teams, die ich gefargt habe, sahen sich außerstande, die Frage "gut" zu beantworten.

(29.11.2012 09:49:00)mona schrieb:  Ich habe mit der Beantwortung leider nur noch bis morgen Zeit. Traurig
Das können wir auch nicht ändern. Da hier jeder in seiner Freizeit aktiv ist, kann nicht garantiert werden, dass stets innerhalb weniger Stunden oder Tage Fragen geklärt und Probleme gelöst sind.


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29.11.2012, 11:22:21
Beitrag #6
RE: Dependenzgrammatik
(29.11.2012 10:30:07)mona schrieb:  Ich glaube, dass du die Analyse nach der Valenzgrammatik gemacht hast, oder?
Ich habe mich gerade noch einmal auf Wikipedia in den Unterschied vertieft. Dabei stellt sich mir die Frage, ob die dir gestellte Aufgabe überhaupt lösbar ist; denn nach dem, was ich über diesen Unterschied hinaus in demselben Wikipedia-Artikel lese, ist selbst ein immer nur binär verzweigendes, also per definition konstituentes X-Bar-Schema streng genommen doch mit Dependenz (Eins-zu-eins-Relation) gar nicht vereinbar.


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29.11.2012, 14:28:19
Beitrag #7
RE: Dependenzgrammatik
Koennte jemand die Saetze nach dem X-Bar-Schema analysieren? Ich verstehe das wirklich gar nicht. Motzjump

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05.01.2013, 18:28:13
Beitrag #8
RE: Dependenzgrammatik
Gemäß diesen Beispielen würde ich den ersten Satz wie folgt analysieren:
[Bild: dass_obama.gif]

Erstellt habe ich die Grafik mit diesem Online-Tool
... und folgendem Code:
Code:
[ueberrascht [dass [ gewann [Obama] [Prozent [93] [Waehler [der [schwarzen] ] ]] [fuer [sich]] ] ] [nicht]]
Der zweite Baum sähe dann wohl so aus:
[Bild: attachment.php?aid=115]
Code:
[ueberliess [Romney] [ihm] [aber [auch [Latinos [die][stimmten [die] [zu [Prozent [69]] ] [fuer [Obama]] ]]]] [kampflos [weitgehend ]]]
Dabei müsste man sich auch noch eine Verbindungslinie denken zwischen dem 'die' als Relativpronomen und 'die Latinos', auf die es sich bezieht.


Angehängte Datei(en)Thumbnail(s)
      


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