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 » nicht erledigt Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
▶ Benötige dringend Hilfe bei einer Hausarbeit im Hauptseminar!

15.09.2012, 20:49:23
Beitrag #1
Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Liebe Linguisten,

ich studiere zurzeit Russische Philologie und muss eine 15 seitige Hausarbeit zum Thema, ob es sich bei Beziehungsadjektiven um Translate handelt, schreiben.

Leider habe ich keinerlei Ideen, um diesen Problemkomplex vernünftig zu lösen. Kann mir jemand sagen, wie man da vorgehen kann, habe bisher nur den Theorieteil bearbeitet, also die Begriffe Beziehungsadjektive und Translation erläutert.

Die Hausarbeit ist auf deutsch, hoffe deshalb auf Hilfe von euch.

Muss die bis zum 1.Oktober abgegeben haben, bitte meldet euch.

Liebe Grüße

Eure Lena Lächel


Hallo, ich bin Lena2012 und seit 15.09.2012 18:40 hier angemeldet.
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15.09.2012, 23:11:27
Beitrag #2
RE: Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Hallo Lena,

von dem Begriff Beziehungsadjektive höre ich jetzt gerade durch dich zwar zum ersten Mal, aber Googeln bringt einen da ja schon recht weit:

Wenn ich das also richtig gegoogelt und auch verstanden habe, werden Beziehungsadjektive auch relative Adjektive oder auch Relationsadjektive genannt und man fasst darunter z.B. Stoffadjektive wie hölzern oder golden oder lokale oder Herkunftsadjektive wie dortig, franzözisch oder karibisch oder auch solche Adjektive, die einen Bezug zu einer anderen Kategorie herstellen, wie etwa einem Zeitpunkt oder -raum (jetzig, heutig, diesjährig) oder einen Bezug zu einer sonstigen Domäne, wie etwa wirtschaftlich ("in Bezug auf die Wirtschaft")

http://books.google.de/books?id=d4fYvaJb...iv&f=false

(15.09.2012 20:49:23)Lena2012 schrieb:  (...) habe bisher nur den Theorieteil bearbeitet, also die Begriffe Beziehungsadjektive und Translation erläutert.

Aus dem Begriff der Translation werde ich aber durch bloßes Googeln selbst noch nicht so recht schlau und es wäre hilfreich, wenn man auch hier einmal ein paar Beispiele nennen könnte für die Begriffe Translator, Transferend und Translat.
http://www.amorphe-welt.de/ldv/CL/wortkl...pdf#page=2
Vielleicht kannst du uns also mal in Kurzform wissen lassen, wie du den Begriff der Transllation in deiner Hausarbeit definierst.

Ich vermute ja, dass mit Translationen allgemein solche Umformungen gemeint sind wie jene, mit denen ich selbst früher als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache ausländische Studienbewerber gequält habe, wo ich dann z.B. Relativsätze in erweiterte Partizipial- oder Adjektivkonstruktionen umformen ließ oder umgekehrt oder Nebensätze nominalisieren ließ oder umgekehrt Nominalisierungen wieder in Nebensätze verwandeln ließ.
vgl.: dieser Lückentext.

Wenn meine Vermutung stimmt, dann würde ich aus dem Bauch heraus auch die Frage bejahen, dass es sich bei einem als Attribut verwendeten Beziehungsadjektiv wie hölzern tatsächlich um eine Translation aus einem Präpositionalattribut aus Holz handeln könnte. Vielleicht denke ich aber jetzt auch zu holzschnittartig oder bin komplett auf dem Holzweg. Zwinker

Aber auf jeden Fall halte ich es immer für einen guten Tipp, viele praktische Beispiele für das Für und Wider einer These zu bringen.

Gruß Gernot


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15.09.2012, 23:39:35
Beitrag #3
RE: Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Hallo Genot,

danke für deine zügige Antwort Lächel

Dies habe ich zur Erläuterung der Translation formuliert: s.pn

Deine Vermutung klingt schon mal nicht schlecht. Habe bisher 6 Seiten mit dem Theorieteil füllen können, 5 brauche ich noch für die Analyse. Mein Problem ist, dass ich natürlich nicht sagen kann: "Ja es handelt sich um Translate, weil ..." dann habe ich einen Satz udn nicht 5 Seiten, das ist blöd Undecided
Deshalb wäre es super, wenn du mir sagen könntest wie man da am besten vorgeht. Also ich kann russische Beispiele selber formulieren, nur der Rest ergibt sich mir nicht.

Mein Dozent meinte, dass ich schauen soll, was passiert, wenn ein Substantiv zu einem Adjektiv wird. Ein Substantiv ist zum Beispiel steigerbar, aber sobald man Beziehungsadjektive steigern kann, handelt es sich nciht mehr um Beziehungsadjektive, sondern um Qualitätsadjektive.
Nehme ich nun dein Beispiel hölzern dann ist es in direkter Bedeutung ein Beziehungsadjektiv, in übertragender Bedeutung z.b. er geht sehr hölzern, ist es plötzlich steigerbar und somit ein qualitätsadjektiv. Trotzdem weiß ich noch nicht, wie ich damit 5 seiten füllen sollen bzw. wie ich vorgehe, blödes thema Traurig

Hier noch mal die mein part zu den Beziehungsadjektiven: s.pn


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16.09.2012, 20:55:11
Beitrag #4
RE: Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Hallo Gernot,

ich verstehe dein Problem, aber leider hat Tesniere wohl diese Sichtweise, vllt helfen dir folgende Links weiter, um den Sachverhalt näher zu verstehen:

http://spzwww.uni-muenster.de/griesha/sp...trans.html

http://www.yauh.de/files/klausur_dg.pdf

Hoffe ich habe das auch richtig aufgefasst und gut verdeutlicht. Merke schon, da stoßen selbst die Profis an ihre Grenzen Zwinker

Liebe Grüße

Lena


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17.09.2012, 10:50:55
Beitrag #5
RE: Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Hallo Lena!

(16.09.2012 20:55:11)Lena2012 schrieb:  ich verstehe dein Problem, aber leider hat Tesniere wohl diese Sichtweise, ...

Zur Erläuterung für die anderen: Mein Problem war die terminologische Vermischung formaler und funktionaler Kriterien, die Tesnière betreibt, wenn er behauptet, bei:
  1. Annas Haus/das Haus Annas/das Haus der Anna
  2. Das Haus von Anna
  3. Annahaus
  4. Annasches / das Annasche Haus
... handele es sich in allen Fällen gleichermaßen um attributiv verwendete Adjektive; das ist meines Erachtens nur bei der letzten, also der vierten der obigen Varianten der Fall.
Man mag Tesnière zwar zugute halten, dass die synchrone Sprachwissenschaft zu seiner Zeit noch in den Kinderschuhen steckte, seine Interpretation mag auch aus sprachwissenschafts-historischer Sicht interessant sein; für praktisch nutzbar halte ich diese Verwischung der Trennlinie zwischen der formalen Kategorie "Adjektiv" und der funktionalen Kategorie "Attribut" hingegen nicht, didaktisch, also im Hinblick auf die Fremdsprachenvermittlung halte ich diesen Ansatz für geradezu katastrophal: Damit stiftet man nur Verwirrung bei den Lernenden.

(16.09.2012 20:55:11)Lena2012 schrieb:  vllt helfen dir folgende Links weiter, um den Sachverhalt näher zu verstehen:

http://spzwww.uni-muenster.de/griesha/sp...trans.html

http://www.yauh.de/files/klausur_dg.pdf

Merke schon, da stoßen selbst die Profis an ihre Grenzen Zwinker
Nun ja, es ist ja nicht so, als ob ich den Ansatz von Tesnière inhaltlich jetzt nicht verstünde, auch und gerade nach der Lektüre der von dir verlinkten Dokumente; ich halte diesen Ansatz nur schlichtweg für verfehlt und würde, wenn ich an deiner Stelle wäre, in meiner Hausarbeit auch nicht mit diesbezüglicher Kritik an Tesnière sparen.

(15.09.2012 23:11:27)Gernot Back schrieb:  Wenn meine Vermutung stimmt, dann würde ich aus dem Bauch heraus auch die Frage bejahen, dass es sich bei einem als Attribut verwendeten Beziehungsadjektiv wie hölzern tatsächlich um eine Translation aus einem Präpositionalattribut aus Holz handeln könnte. Vielleicht denke ich aber jetzt auch zu holzschnittartig oder bin komplett auf dem Holzweg. Zwinker

Diese meine erste Vermutung hat sich damit allerdings tatsächlich als vollkommen abwegig erwiesen:
Bei einer Überführung des Präpositionalattributs aus Holz in das adjektivische Attribut hölzern würde ja eben gerade keine Translation stattfinden, da es sich aus dem Blickwinkel Tesnières ja bereits bei beiden Ausdrücken um "attributive Adjektive" handelt. Die Translation findet hier nach Tesnières vielmehr früher statt, nämlich dann, wenn durch Hinzufügung von Wortbildungsmorphemen bzw. einer Präposition (in anderen Fällen ggf. durch grammatische Morpheme [etwa: Genitiv-S] oder Komposition mit einem anderen Substantiv) aus einem Substantiv ein "Adjektiv" wird, wobei Tesnières hier mit Adjektiv eigentlich Attribut, also nicht wirklich die Klasse eines Wortes (dessen Form), sondern die Funktion eines Syntagmas meint.

Die Frage, ob Tesnières bei der Bildung von Beziehungsadjektiven wie hölzern, jetzig, karibisch, etc. von Translationen aus anderen Wortklassen sprechen würde, kann man jedoch, nach allem, was ich bisher gelesen habe, wohl dennoch eindeutig bejahen. Allerdings stellt sich für mich dann auch die Frage, welchen praktischen Nutzen eine solche Klassifizierung dann eigentlich noch haben sollte, wenn Tesnières dies bei Bildungen wie aus Holz, von jetzt, Karibikinsel etc. ebenso sieht.

Ich denke daher, du solltest dem Rat deines Dozenten folgen und anhand möglichst vieler Beispiele "durchdeklinieren" was alles an der strukturellen Oberfläche passiert, wenn ein Substantiv oder ein Adverb, möglicherweise auch ein Verb oder ein anderes Adjektiv (Nicht-Beziehungsadjektiv) zu einem Beziehungs-"Adjektiv" (Adjektiv nach Tesnièresschem Verständnis) wird. Und wie gesagt: ich würde bei dieser Gelegenheit nicht mit kritischen Anmerkungen an Tesnières Adjektiv-Verständnis sparen, so sehr ich auch Anhänger und Verfechter seiner Valenz-Idee bin, nach der das Verb im Zentrum eines jeden Satzes steht und nicht das Subjekt.

Gruß Gernot


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20.09.2012, 17:30:55
Beitrag #6
RE: Dependenzgrammatik: Translation + Beziehungsadjektive
Hey Gernot,

danke für deine Hilfe und Tipps, werde schauen, was ich machen kann Lächel

Liebe Grüße

Lena


Hallo, ich bin Lena2012 und seit 15.09.2012 18:40 hier angemeldet.
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