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[Text]: Textlinguistik, Diskursforschung  » Erledigt: Heute Heute Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
▶ Ideen, wie Gespräche zur Auswertung dokumentiert werden können ohne Audio-Mitschnitte.

10.10.2013, 14:33:00
Beitrag #1
Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Hallo Zusammen,

seit kurzer Zeit arbeite ich für meine Dissertation mit einem größeren ingenieurwissenschaftlichen Forschungsprojekt, in dem einige Industriepartner mitarbeiten. Aus linguistischer Perspektive möchte ich herausarbeiten, welche Herausforderungen auf Kooperationspartner und -teilnehmer zukommen, wenn interdisziplinär, über Unternehmensgrenzen hinweg und mit hoher personeller Fluktuation gearbeitet wird. Die Idee ist / war, dass ich die Teilnehmer des Projekts in Gruppendiskussionen und Einzelinterviews aufnehme und die für mich (aus rein linguistischer Sicht) relevanten Teile transkribiere und die AudioDatei nur meinen Betreuern aushändige (also am Ende der Arbeit).

Nun gibt es den Konflikt, dass die Industriepartner einer Aufzeichnung sehr skeptisch gegenüberstehen, was wohl weniger mit geheimen Forschungsergebnissen als vielmehr mit dem Wettbewerbsrecht zu tun hat.

Kurz: Gibt es da Möglichkeiten, diese Problem zu umschiffen?

a.) ich lösche die Daten innerhalb kürzester Zeit nach Aufnahme
--> schaffe ich das, die wichtigen Passagen dann schon zu erkennen? Wie schnell kann ich transkribieren?
--> welche Grundlage haben dann aber meine Professoren? Wie können sie meine verschriftlichten Beispiele überprüfen?
b.) Ich verzichte auf Audio-Daten, aber was kann ich dann nehmen?

Hat irgendjemand Erfahrung mit solchen Untersuchungen oder kreative Ideen?

Grüße!

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14.10.2013, 12:47:51
Beitrag #2
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Idee habe ich keine, aber vielleicht kannst Du Deine Industriepartner anderweitig beruhigen und zur Kooperation bewegen. Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, aber an meiner Uni gibt es die Möglichkeit die eigene Diss oder Diplomarbeit "sperren" zu lassen - eben in genau so Fällen wo Wettbewerbsrecht, Patente etc. eine Rolle spielen, bei Technikern oder WiWis ist das sogar ziemlich häufig. Da dürfen dann nur die direkten Prüfer Einsicht nehmen, und sie kann erst nach Ablauf einer gewissen Frist publiziert werden (mind. 5 Jahre, wenn ich mich recht entsinne?). Oder kannst Du die Gespräche irgendwie anonymisieren?


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14.10.2013, 13:42:08
Beitrag #3
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
(14.10.2013 12:47:51)lletraferit schrieb:  Idee habe ich keine, aber vielleicht kannst Du Deine Industriepartner anderweitig beruhigen und zur Kooperation bewegen. Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, aber an meiner Uni gibt es die Möglichkeit die eigene Diss oder Diplomarbeit "sperren" zu lassen - eben in genau so Fällen wo Wettbewerbsrecht, Patente etc. eine Rolle spielen, bei Technikern oder WiWis ist das sogar ziemlich häufig. Da dürfen dann nur die direkten Prüfer Einsicht nehmen, und sie kann erst nach Ablauf einer gewissen Frist publiziert werden (mind. 5 Jahre, wenn ich mich recht entsinne?). Oder kannst Du die Gespräche irgendwie anonymisieren?

Danke für deine Rückmeldung!
Diss sperren ist wohl eine Option, wenn auch für mich nicht ideal. Aber bevor keine Aufnahmen zustande kommen, kommt das wohl in Frage. Weißt du da näheres wie man das angeht? Anonymisieren hatte bereits angeboten sowie die sofortige Bearbeitung und Löschung der für mich nicht relevanten Daten. Ich kann (noch) nicht beurteilen, ob es da vereinzelte Panikattacken gibt oder ob das ein grundlegendes Problem der Industriepartner ist. Ich werd das mal mit viel Fingerspitzengefühl rausfinden müssen...

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14.10.2013, 16:47:54
Beitrag #4
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Du kannst ja auch anbieten, dass alle Transkripte vom Industriepartner gegengelesen werden. Namen sollten schon aus Prinzip anonymisiert werden, das kann man ja auf andere Schlüsselbegriffe ausdehnen. Rohdaten sollte man nicht vernichten, das verhindert die Nachprüfbarkeit und ist unwissenschaftlich. Man kann aber den Zugriff auf die Daten reglementieren bzw. sperren.


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14.10.2013, 18:14:04
Beitrag #5
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
(14.10.2013 13:42:08)LSP schrieb:  Diss sperren ist wohl eine Option, wenn auch für mich nicht ideal. Aber bevor keine Aufnahmen zustande kommen, kommt das wohl in Frage. Weißt du da näheres wie man das angeht?

Bei uns geht das per Antrag ans Studienservicecenter, wenn man die Arbeit einreicht. Ist aber wahrscheinlich von Uni zu Uni verschieden. Am Besten mal im UG nachlesen... ideal ist es sicher nicht, aber im schlimmsten Fall besser eine Zeitverzögerung als gar keine Ergebnisse.


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(Wittgenstein)
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14.10.2013, 22:33:47
Beitrag #6
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Hallo LSP,

Jan hat mir dieses Thema eben zugewiesen - ich habe bei meiner Diss ein ähnliches Problem und werde mich in den nächsten Tagen bei dir melden!

Viele Grüße,
K.


Lächel
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16.10.2013, 09:18:28
Beitrag #7
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
(14.10.2013 22:33:47)kpl schrieb:  Hallo LSP,

Jan hat mir dieses Thema eben zugewiesen - ich habe bei meiner Diss ein ähnliches Problem und werde mich in den nächsten Tagen bei dir melden!

Viele Grüße,
K.

Klasse!

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22.10.2013, 13:50:26
Beitrag #8
95_bell RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Auf die Gefahr hin dich zu drängen Kannst du dich bitte bald bei mir melden?

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22.10.2013, 22:46:36
Beitrag #9
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Hallo,

bitte entschuldige die späte Antwort, ich war nicht im Land (Job).

Zu deiner Frage:

Für meine Dissertation verwende ich empfindliche Daten aus einem Forschungsprojekt (über 70 Mitarbeiter in 6 Ländern). Ich habe Einzelinterviews, Protokolle, E-Mails, Logfiles (DMS) etc. und muss mit meinen Daten sehr vorsichtig sein.

Was hattest du denn zu Beginn mit der Projektleitung ausgemacht? Wurde schriftlich festgehalten, welche Daten du zu welchem Zweck erheben darfst (und wie) und wie du sie verwenden darfst?
Ich habe klare Vorgaben von der Gesamtprojektleitung, die auch mit den Projektleitern der jeweiligen Teams abgesprochen wurden. Zudem wurden alle Projektmitarbeiter um ihr Einverständnis gebeten – sie haben also die Möglichkeit, ihre Daten zu enthalten (dann müsste ich diese Daten aus meinem Korpus entfernen).

Da es bei dir um Interviews gehen soll (ausschließlich?):
Ich habe zu Beginn der Interviews klar gesagt, wofür genau ich diese Daten verwenden werde und jeweils um die Zustimmung gebeten – auch das habe ich transkribiert! Die Transkripte können die jeweiligen Projektpartner lesen, falls sie es denn möchten.
Musst du die Audiodateien wirklich aushändigen?
Ich musste versichern, dass diese Audiodateien niemand ausgehändigt werden. Mein Doktorvater kann sich gerne die Dateien anhören – zusammen mit mir oder mit einem Mitglied der Projektleitung des Projektes, aus dem die Dateien stammen. Hierbei muss ich versichern, dass keine Namen und keine Zahlen in den Audiodateien auftreten (dies habe ich rausgeschnitten).

Alles, was ich mit diesem Material mache (Publikation, Vortrag, Seminar für Studenten mit ein paar Beispielen etc.), muss von der Gesamtprojektleitung schriftlich (E-Mail genügt) genehmigt werden. Und unter alle Publikationen muss ich eine entsprechende Danksagung setzen.

Was passiert mit deinen Daten nach deiner Dissertation? Ich musste schon jetzt versichern, dass ich sie an niemanden aushändige ohne Zustimmung der Gesamtprojektleitung...

Ich bin jetzt wieder im Land – also frag mir Löcher in den Bauch, ich antworte schneller!

Viele Grüße,
K.


Lächel
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25.10.2013, 16:25:24
Beitrag #10
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Klasse, jetzt war ich einige Stunden ohne Netzzugang...

Ich hatte Interviews im Visier, weil ich mich nicht "überfrachten" wollte, zumal ich bisher das VErgnügen Dissertation mit einem anderen Nebenjob bestreite; heißt, ich möchte relativ zügig vorankommen. Schriftverkehr hinzuzuziehen ist für mich ein mögliche Option, aber kein Muss. Falls du da Bedenken hast, ist auch Kritik diesbezüglich gerne willkommen. Je nachdem, wie sich die Unsicherheit ausbreitet im Projekt, muss ich evtl. ganz auf Schriftverkehr gehen. Ich weiß es momentan nicht.

Schriftlich festgehalten haben wir noch nichts, das ist aber dringend notwendig, ich weiß. Bislang hatte ich mein Vorhaben in Projektleitermeetings vorgestellt und wollte eine Nicht-Einverständniserklärung (wer nicht mitmachen möchte, kann sich melden) herausgeben. Die Transkripte den Teilnehmern bzw. PL zugänglich zu machen ist sicherlich eine gute Option. Ebenso NAmen Zahlen rauszuschneiden. Aber dein Doktorvater darf sich die Aufnahmen nur in deiner oder PL Anwesenheit anhören. Das heißt, er oder sie hört sich die Aufnahmen im LAufe der Arbeit an, nicht danach (wenn die Diss fertig ist)?

Viele Grüße
LSP

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25.10.2013, 16:29:00
Beitrag #11
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
(25.10.2013 16:25:24)LSP schrieb:  Meinst du, du könntest mir mal Textpassagen aus deinen Vereinbarungen schicken? Selbstverständlich gerne auch als private Nachricht.

Bitte unbedingt als PN. Derlei, d.h. die Vertragsinhalte, offen zu posten ist nicht so gut.


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25.10.2013, 16:33:40
Beitrag #12
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Hab das rausgenommen

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01.11.2013, 00:06:36
Beitrag #13
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Hallo LSP - ist meine PN nicht bei dir angekommen?

Zu deinem letzten Beitrag:

Dissertation mit "Nebenjob" - wer kennt das nicht... ;-)

Ich beschränke mich nicht nur auf Interviews, das liegt einfach an meinen Fragestellungen.
Das kann bei dir natürlich ganz anders aussehen!

Zum Thema "Unsicherheit" würde mich einfach interessieren, wie du im Projekt auftrittst, was du wie kommunizierst. Wie versuchst du, Sicherheit herzustellen?

Bitte bitte halte deine Datenerhebung schriftlich fest! Das muss mit der Projektleitung abgesprochen und von denen auch unterschrieben werden! Lass dir das wirklich schriftlich genehmigen und frag sie auch, wie das mit Publikationen aussieht (Acknowledgement hinzufügen?).

Mein Doktorvater hat sich bisher meine Aufnahmen nicht angehört, nein. Ihm reichen meine Transkripte. Sollte er Zweifel an einem Transkript haben, hören wir die Aufnahme dazu an...

Viele Grüße,
Kristina


Lächel
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01.11.2013, 09:44:15
Beitrag #14
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Komisch, ich hatte dir geantwortet - oder eben das Senden vermasselt Undecided Ich schau gleich mal, wo die PN geblieben ist...

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05.11.2013, 09:02:28
Beitrag #15
RE: Diskursforschung gesprochene Sprache: Alternative zu Audio-Mitschnitten gesucht
Liebe Leser dieses Threads,

wir führen diesen Austausch per PN/E-Mail weiter, jedoch nicht öffentlich hier im Forum.
Bei Fragen - bitte melden!

Viele Grüsse,
kpl


Lächel
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