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 » Erledigt: Heute Heute Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen

13.03.2013, 22:55:54
Beitrag #1
Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Hallo,
ich schreibe gerade an einer Hausarbeit über die Reduplikation im Gotischen. Das Thema ist sehr theoretisch und ich verstehe an manchen Stellen wirklich nur Bahnhof, zum Glück bin ich noch nicht ganz bei den Themen in meiner Hausarbeit. Allerdings stolperte ich nun über den Begriff "ranking" im Zusammenhang mit den sT-Clustern im Indogermanischen. Und zwar soll dies ein ranking sein: DIST(μ1′μnμ1) >> *(a ► t/MAR). ????

Außerdem: Was ist ein Reflex im Bezug auf Phonetik? Es ist die Rede von Reflexen des /e/ der Reduplikationssilbe und bei den Laryngalen.
Vielen Dank und viele Grüße,
Kevin

(Nochmaal op Platt, ik drööv eer ju wedder op Platt schrieven. =P)
Moin,
ik schriev graad an mien Huusarbeid över de Reduplikatschoon in't Gootsche. Dat Thema is bannig theoreetsch un ik versta an manke Steden wirklich bloots Baanhoff, to't Lück bün ik noch nich bi de Themen in mien Huusarbeid. Man nu dücker de Begreep "ranking" in'n Tosamenhang mit de sT-Kluusters in't Indogermaansche op. Un twaars schall dit een ranking ween: DIST(μ1′μnμ1) >> *(a ► t/MAR). ????

Bavento: Wat is een Reflex mit Verwies na Fonetick? Dat warrt vun Reflexen vun't /e/ in de Reduplikatschoonssülv un bi de Laryngalen snackt.
Velen Dank un vele Gröten,
Kevin

EDIT: Habe den Titel geändert, um hier ein paar Fragen zu stellen, die vielleicht im Laufe der Hausarbeit ganz sicher aufkommen könnten.


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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14.03.2013, 00:40:40
Beitrag #2
RE: "ranking" im Bezug auf Linguistik
(13.03.2013 22:55:54)Kevin schrieb:  Allerdings stolperte ich nun über den Begriff "ranking" im Zusammenhang mit den sT-Clustern im Indogermanischen. Und zwar soll dies ein ranking sein: DIST(μ1′μnμ1) >> *(a ► t/MAR). ????

Sieht von der grundsätzlichen Schreibweise mit den >> ein Bisschen so aus wie ein Constraint Ranking in der Optimalitätstheorie oder überhaupt die Gewichtung zweier Elemente in etwas, das man in anderen (nicht-OT-) Kontexten wohl Skala oder Hierarchie oder manchmal auch (in der Universalienforschung) Implikation nennt.

(13.03.2013 22:55:54)Kevin schrieb:  Außerdem: Was ist ein Reflex im Bezug auf Phonetik? Es ist die Rede von Reflexen des /e/ der Reduplikationssilbe und bei den Laryngalen.
EIn Reflex ist das, was bei einer nicht vollständigen Tilgung eines Segments übrig bleibt (eben als ob die benachbarten Segmente noch ein Restlicht reflektierten), oftmals also Assimilationsspuren, die auch bei Wegfall des Assimilationsauslösers erhalten bleiben. Typischerweise sieht man so etwas, wenn ein Nasalkonsonant wegfällt und (s)ein benachbarter Vokal (vorher bzw. "dafür") nasaliert wird/bleibt.


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14.03.2013, 10:31:11
Beitrag #3
RE: "ranking" im Bezug auf Linguistik
(14.03.2013 00:40:40)janwo schrieb:  
(13.03.2013 22:55:54)Kevin schrieb:  Allerdings stolperte ich nun über den Begriff "ranking" im Zusammenhang mit den sT-Clustern im Indogermanischen. Und zwar soll dies ein ranking sein: DIST(μ1′μnμ1) >> *(a ► t/MAR). ????

Falls du dich auf diesen Artikel beziehst, würde ich Jans Einschätzung, dass es sich um OT handeln könnte zustimmen - nicht zuletzt, weil's im Abstract steht ... Zwinker

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14.03.2013, 12:07:53
Beitrag #4
RE: "ranking" im Bezug auf Linguistik
Okay, danke soweit! Haha, sehr gut, thf. Genau das ist der Artikel, wo das vorkam. =)
Es kommt bestimmt nochmal eine Frage auf, das ist die erste Hausarbeit, die so theoretisch ist.


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14.03.2013, 18:09:09
Beitrag #5
Reduplikation im Ostgermanischen
Ich habe ich mich gefragt, wie weit sich die Reduplikation im Ostgermanischen wohl entwickelt hat. Bekanntlich hat Gotisch ein sehr produktives System von Perfektreduplikation der 7. Klasse. Aber sind von den anderen Trümmersprachen des ostgermanischen Zweiges reduplikative Prozesse bekannt? Gibt es dazu Nachweise, oder was denkt ihr?


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14.03.2013, 18:57:48
Beitrag #6
RE: Reduplikation im Ostgermanischen
Kannst ja mal schauen, ob dieses uralte Buch irgendwie hilfreich ist: http://archive.org/details/berdiesprached00wreduoft
Da scheint es aber vor allem um Namen zu gehen.
(Lustig finde ich, dass er noch zu denen zu gehören scheint, die die skandinavischen zu den ostgermanischen Sprachen zählen Zwinker )

Ansonsten ist meine Vermutung, dass "Trümmer-" hier sehr wörtlich zu nehmen ist.

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25.03.2013, 17:03:07
Beitrag #7
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Hallo,
ich habe nun einige Grammatiken durchgewälzt, aber ich kann keine Erwähnung darüber finden, wie viele Verben belegt sind, in denen eine Reduplikation vorkommt. Habt ihr vielleicht Zahlen dazu oder eine Quelle? Vielen Dank.


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25.03.2013, 18:31:56
Beitrag #8
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Ganz dämliche Gegenfrage: hast Du eine Zahl erwartet? Vermutlich wirst Du selber zählen müssen, z.B. in entsprechenden Wörterbüchern.


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25.03.2013, 18:46:39
Beitrag #9
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Hmm, also ich habe zu Latein eine Zahl gefunden, mit dem Hinweis, dass die Zahl mit dem Gotischen vergleichbar sei. Un dit war et. Zählen kommt für mich nicht in Frage, ich wollte gerne eine Zahl nennen können, aber der Aufwand würde nicht den Nutzen aufwiegen.


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25.03.2013, 18:50:23
Beitrag #10
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
(25.03.2013 18:31:56)janwo schrieb:  Ganz dämliche Gegenfrage: hast Du eine Zahl erwartet? Vermutlich wirst Du selber zählen müssen, z.B. in entsprechenden Wörterbüchern.

Na ja, ich weiß nicht, wie das jetzt genau im Gotischen ist, aber nach meinem Wissen handelt es sich dabei im Germanischen eher um eine kleine Klasse, die kaum mehr als zwei drei Hände Wörter beinhalten dürfte; insofern halte ich es nicht für ungewöhnlich, das zählen zu wollen. Gerade, wo man im Gotischen aufgrund des kleinen Korpus ja eh alles, was überliefert ist, zählen kann, oder?

In der Grammatik von Braune/Heidermanns sind ja allerlei Literaturhinweise dazu versammelt, hast die mal durchgeschaut?

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26.03.2013, 22:51:18
Beitrag #11
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Sooo, das inoffizielle Ergebnisse meiner blöden Zählung ist:
Es gibt insgesamt wahrscheinlich 39 Grundverben, die reduplizieren, 7 davon haben gleichzeitig Ablaut. Durch Präfigierung dieser Grundverben ergeben sich insgesamt 89 Verben, von denen "gaggan" mit 18 Derrivaten am meisten hervorbringt. Von den 39 Grundverben sind 27 Stämme direkt belegt, 8 von ihnen sind nicht mit dem Stamm, sondern nur durch Derrivation, belegt, 4 sind rekonstruiert, haben also weder belegte Stämme noch Derrivationen. Für ein Verb "bauan" ist eine frühe Reduplikation belegt. Für das Krimgotische werden *criten/*eriten und "schlipen" als reduplizierend angegeben. Ich habe aber bislang keine Nachweise gefunden, ob sie wirklich reduplizierend im Krimgotischen vorgefunden wurden.


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29.03.2013, 02:45:47
Beitrag #12
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Moin,
ich habe das Ding nun endlich fertig bekommen. Für die, die mal reingucken wollen:
Verein der gotischen Sprache: Germaansche Reduplikatschoon
Feedback nehme ich gerne auf, allerdings ist das eine meiner ersten Hausarbeiten und noch dazu zu einem theoretischerem Thema, was bei mir völliges Neuland war. Daher bitte ich um Nachsicht und Verständnis, Fehler, Unzulänglichkeiten und anderes sind sehr wahrscheinlich.


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04.04.2013, 13:03:41
Beitrag #13
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
(29.03.2013 02:45:47)Kevin schrieb:  Feedback nehme ich gerne auf, allerdings ist das eine meiner ersten Hausarbeiten und noch dazu zu einem theoretischerem Thema, was bei mir völliges Neuland war.

Schön, dass du das reingestellt hast. Hab's nur mal angelesen, weils doch relativ anstrengend zu verstehen ist...

Ich hoffe, du nimmst mir folgende Fragen nicht übel, und möglicherweise stelle ich damit meine Ignoranz zur Schau, aber ich bin da tatsächlich etwas neugierig: War's leicht das auf Niederdeutsch zu schreiben? Wie funktioniert das mit den Fachwörtern? Musstest du da lange überlegen, wie du die (danke an janwo für das Wort Zwinker ) nativierst? Und wie funktioniert das in Bezug auf Register; soweit ich weiß, gibt es zwar auch niederdeutsche Literatur, aber wissenschaftliche eher nicht, oder? Schleppt man da nicht irgendwie "Hochdeutsche"-Inferenzen ein?

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04.04.2013, 13:35:34
Beitrag #14
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
(04.04.2013 13:03:41)thf schrieb:  "Hochdeutsche"-Inferenzen

Meintest Du Interferenzen ?


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04.04.2013, 14:35:26
Beitrag #15
RE: Einige Fragen zu Hausarbeit über Reduplikation im Germanischen
Blush
(04.04.2013 13:35:34)janwo schrieb:  
(04.04.2013 13:03:41)thf schrieb:  "Hochdeutsche"-Inferenzen

Meintest Du Interferenzen ?
Da hat wohl irgendwie der Transfer der zweiten Silben vom Hirn zu den Fingern versagt Blush

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