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▶ Meine eigene Kunstsprache

27.01.2017, 21:48:15
Beitrag #1
Feedback
Hi!
Ich hatte gerade nichts Besseres zu tun und hab' mich mal hier angemeldet. Zwinker

Ich interessiere mich schon eine ganze Weile für Sprache und habe Anfang des Jahres 2016 begonnen, eine eigene Kunstsprache zu konstruieren. Zu Weihnachten war ich dann schon so weit, dass ich ein Gedicht für meine Mutter in die Sprache übersetzen konnte.

Nun wollte ich mal von Nicht-Laien ein konstruktives Feedback zu meiner Sprache hören. Lächel

Der Grundgedanke für das Bilden von Wörtern und Termen ist Folgender:
Es gibt einen Wortstamm (z. B. "nai"=Laut). Mit Suffixen werden spezifischere Wörter gebildet (z. B. "naija"=Geräusch erzeugen). Soweit, so einfach.
Nun hat dieses Wort (naija) aber noch die neutrale Bedeutung "Geräusch erzeugen". Erst durch weitere indirekte Affixe (inoffizieller Terminus für "freistehende Affixe") erhält es eine Bedeutung, mit der man was anfangen kann (z. B. "naija'gɔ" = schreien; lautes Geräusch erzeugen). Diese Affixe heißen Bestimmungsaffixe (Kürzel: BA).
Das war so die erste Struktur, auf der ich alles aufgebaut habe, was es bisher gibt.
Ein weiteres Beispiel: täen=Größe (Adj.) (übrigens mein erstes Wort Lächel)
Beispiele:
täen'gɔ = groß
täen'gɔr = sehr groß
täen'kɔn = zu groß
täen'tı = unterdurchschnittlich klein
täen'tillän = am kleinsten

Es gibt 13 Vokale, 4 Halbvokale, 6 Nasale, 7 Liquide (phonetisch gesehen nicht alles echte Liquide; das ist eine Kategorie für das Schriftsystem) und 19 Plosive (wozu ebenfalls Nicht-Plosive zählen).

Bei Bedarf gebe ich gerne noch mehr Details (es gibt sehr viele Zwinker).

Hier eine Sprachprobe:

mälna'gɔ_mɔenţë-ɗiljaun ) kol'lıɣräntë - kɔɣräntë ) an ( tëɗillat ) tain ( nun'ʔattäeęënt

freundlich_Mannder-geht ) über'Wiesedie - Gebirgedas ) und ( mussstehenbleiben ) weil ( versperrenesihm

Der freundliche Mann geht über die Wiese zum Gebirge und muss stehenbleiben, weil es ihm den Weg versperrt.

(Interpunktion ist etwas komplizierter)

(Aussprachehilfe:
ţ = tç
ɗ = stimmhafter dentaler Plosiv
ɣ (unterschiedliche Aussprache; in der Originalschrift "r" mit Gravis) = (hier) nach IPA als stimmhafter velarer Frikativ
ë = Schwa (oder "i", "e" oder "ı" - je nach Zusammenhang)
sonst werden alle Vokale immer gleich ausgesprochen: i immer [i], e immer [e] etc.
ę = ähnlich "j" nur mehr wie ein E
r = stimmhafter alveolarer Flap
)

Ich habe die Haupt- und Nebenbetonungsdiakritika ersteinmal weggelassen. Hauptbetont wird auf der vorletzen Silbe eines Terms (xxx'x oder xxxx).

Sie ist erst einmal als Testsprache konzipiert, da ich mich noch nicht festlegen will und so viele Ideen habe (z. B. gibt es mehr als 13 Numeri).

Weitere interessante Besonderheiten:
Es gibt keine Kasus. (SPO-Struktur; Kasus überfällig)
Es ist eine Pro-Drop-Sprache (Pronomen werden in den seltensten Fällen benötigt).
Es gibt Spezifikationen (ähnlich unserer Beugung). Diese werden an das Wort angehängt.
Es gibt nur zwei Frikative (h und (bedingt) ɣ) und eine Affrikate (ţ).
Die Schrift unterscheidet sich in fast sämtlichen Beziehungen von der lateinischen.
Die Interpunktion ebenfalls.
Die Kunstsprache richtet sich nach einem relativistischen Konzept. (Sieht man zum Beispiel an den BAs.)
Es gibt sehr viele Wortarten. Die Wortarten sind in zwei Gruppen unterteilt: Objektive (zu Beschreibende) und Deskriben (Beschreibende).
Würde ich länger hier sitzen, würde die Liste wahrscheinlich ebenfalls länger. Lächel

Ich freue mich über Feedback (positiver oder negativer Natur), Tipps und Fragen!

Liebe Grüße
Yaouoay


qiljȧŋŋë'Yaouoay
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28.01.2017, 18:02:23
Beitrag #2
RE: Feedback
Ich glaube, du bist hier schon richtig. Lächel


ombvubimēle, ich bin ein bvuŋ!
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28.01.2017, 20:34:47
Beitrag #3
RE: Feedback
Danke, bvuŋ! Ich habe die Hoffnung, dass dies stimmt.

Und was sagst du zu der Sprache an sich? Ich gebe gerne noch weitere Sprachbeispiele, Details etc. und nehme offen Kritik und Tipps entgegen. Lächel


qiljȧŋŋë'Yaouoay
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29.01.2017, 20:11:48
Beitrag #4
RE: Feedback
Wie spannend! Du scheinst dir bereits sehr detaillierte Gedanken gemacht zu haben, ich bin beeindruckt. Besonders Morphologie interessiert mich immer besonders. Big Grin

Zitat:"naija'gɔ" = schreien; lautes Geräusch erzeugen)

und
Zitat:täen'gɔ = groß

Also hat das Suffix <-'gɔ> bei dir zwei Funktionen? Einmal bildet es Verben aus nominalen Stämmen und ebenfalls Adjektive aus nominalen Stämmen?

Zitat:Es gibt Spezifikationen (ähnlich unserer Beugung). Diese werden an das Wort angehängt.


Ich fände es sehr interessant, wenn du den Punkt mit den Spezifikationen weiter ausführen könntest!


Math puns are the first sine of madness.
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29.01.2017, 21:52:48
Beitrag #5
RE: Feedback
Vielen Dank für deine Antwort, lingucat!
Ich gebe nun meinerseits ein paar Antworten:

lingucat schrieb:Also hat das Suffix <-'gɔ> bei dir zwei Funktionen? Einmal bildet es Verben aus nominalen Stämmen und ebenfalls Adjektive aus nominalen Stämmen?


Bestimmungsaffixe (wozu "gɔ" gehört) haben die Funktion, den Grad eines Deskribos (s. oben) zu bestimmen.
Ich schrieb "täen=Größe (Adj.)", weil es im Deutschen kein neutrales Wort; kein Mittelwort zwischen klein und groß gibt. "täen" ist ein Adjektiv. Der Stamm "täe-" bringt als Substantiv "täeęë"=Größe hervor. Da es von einem Deskribo abgeleitet ist, kann es ebenfalls durch BAs (Bestimmungsaffixe) spezifiziert werden.

Die BAs sind in positive und negative unterteilt, außerdem gibt es die neutrale Mittelform:

positive BAs:
go - unterdurchschnittlich ... (täen'go = groß, mit Tendenz zu klein)
- durchschnittlich ... (täen'gɔ = durchschnittlich groß)
gɔr - überdurchschnittlich ... (täen'gɔr = überdurchschnittlich groß; riesig)
kom - am ...sten (täen'kom = größt bekannt)
gɔmän - unbegrenzt ... (täen'gɔmän = alles; unendlich groß)
gɔmänt - nicht ... (negativ) (täen'gɔmänt = nicht klein)
kɔn - zu ... (täen'kɔn = zu groß)

neutrales BA:
nun - durchschnittlich ... (täen'nun = mittelgroß; die Größe spielt eine Rolle in dieser Beziehung)

negative BAs:
- unterdurchschnittlich ... (täen'tı = klein, mit Tendenz zu groß)
ti - durchschnittlich ... (täen'ti = durchschnittlich klein)
til - überdurchschnittlich ... (täen'til = überdurchschnittlich klein; winzig)
tillän - am ...sten (täen'tillän = kleinst bekannt)
dilęän - unbegrenzt ... (täen'dilęän = nichts; unendlich klein; nicht existent)
dilęäŋk - nicht ... (positiv) (täen'dilęäŋk = nicht groß)
tıl - zu ... (täen'tıl = zu klein)

lingucat schrieb:Ich fände es sehr interessant, wenn du den Punkt mit den Spezifikationen weiter ausführen könntest!


Dies ist ein etwas größerer Punkt. Vielleicht beginne ich erst einmal mit der Deskribenspezifikation, um dir eine Vorstellung zu geben. (Und auch, weil ich die Objektivspezifikation noch nicht ganz ausgetüftelt habe. Lächel

Ich arbeite gerade in einem Entwurf an einer umfangreichen Zusammenfassung, werde heute aber nicht mehr damit fertig. Tippt

Es gibt eine Reihenfolge, wie die Spezifikationsaffixe an den Wortstamm anzuhängen sind. Zwei Spez. (Spezifikation(en)) kommen vor die Basis, 6 dahinter. Spez.affixe sind direkte Affixe, das bedeutet, sie werden nicht durch Satzzeichen vom Wort abgetrennt. Sie können einander in der Form beeinflussen, sind aber nach Möglichkeit so konzipiert, dass sie unabhängig sind.
Die Termini sind überwiegend nur kunstsprachenintern (oder mit anderer Bedeutung) verwendet und/oder selbst erfunden.

Ein Beispiel für eine Spezifikation ist die Perspektive:

ɗilja = fortbewegen
ɗiljaŋŋë = ich bewege mich fort
ɗiljamë = du bewegst dich fort
ɗilja = er/sie/es bewegt sich fort
ɗiljaǹɗë = er/sie/es (explizit abwesend) bewegt sich fort (ǹ = linguodentaler Nasal)

(+ Plural und Kollektial, bei denen es auch noch inkl. und exkl. gibt)

Weiteres dazu erfährst du, wenn ich mit der Zusammenfassung fertig bin.
Bis dahin kannst du aber gerne noch spezifische Fragen stellen, die sich weniger umfangreich beantworten lassen. Lächel

Liebe Grüße
Yaouoay


qiljȧŋŋë'Yaouoay
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30.01.2017, 12:32:50
Beitrag #6
RE: Feedback
ich schrieb:Hier eine Sprachprobe:

mälna'gɔ_mɔenţë-ɗiljaun ) kol'lıɣräntë - kɔɣräntë ) an ( tëɗillat ) tain ( nun'ʔattäeęënt

freundlich_Mannder-geht ) über'Wiesedie - Gebirgedas ) und ( mussstehenbleiben ) weil ( versperrenesihm

Der freundliche Mann geht über die Wiese zum Gebirge und muss stehenbleiben, weil es ihm den Weg versperrt.

Am Ende des Sprachbeispiels; zwischen den beiden Bögen steht "tain", was ich mit "weil" übersetzt habe. Das war ein kleiner Flüchtigkeitsfehler:
"tain" beschreibt als Konjunktion die Folge. Es kommt von "dan", was ungefähr "tun" oder "machen" bedeutet. "dan" ist eine Kopula.

liqaıŋŋëmbë'nun ) tain ( aŋŋëmbë'nun *
hingegangenichzudir ) ~also ( ichbeidir'jetzt
Ich bin zu dir hingegangen, und bin jetzt bei dir.

"kya" bedeutet als Konjunktion "weil". Es kommt von gqilja, was ungefähr "mit ... zu tun haben" bedeutet.
liqaıŋŋëmbë'nun ) kya ( gɔ'miınjëŋŋëmbë *
hingegangenichzudir ) weil ( liebenichdich
Ich bin zu dir hingegangen, weil ich dich liebe.

(Zufälligerweise bedeutet "gqilja" auch "trinken". Dieses Wort kommt von "gilja", was "aufnehmen" bedeutet. "gʀilja" bedeutet "essen". "q" ist ein Infix mit der Bedeutung "sanft ...", "ʀ" ist ein Infix und bedeutet "grob ...". Die Infixe findet man auch in anderen Wörtern.) *

(* "q" wird [w] ausgesprochen, nicht [q]! Es ist einer der vier Halbvokale j [j], ę ~[e̯], y [ɥ], q [w].)

Liebe Grüße
Yaouoay


qiljȧŋŋë'Yaouoay
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30.01.2017, 14:41:02
Beitrag #7
RE: Feedback
Einen relevanten Punkt - der eher unabhängig vom bisher Erklärten ist - würde ich gerne noch von mir aus erläutern: Attribut-, Prädikat- und Grundlagen der BA-Syntax (für "BA" (Bestimmungsaffix) s. letzten Beitrag).

In den (meisten - denke ich) romanischen und germanischen Sprachen wird ein prädikativ gebrauchtes Adjektiv mit einem Kopulaverb gebildet: Du bist nett. Das Verb ohne: Du isst.
Attributive Adjektive werden (auf jeden Fall im Deutschen und Englischen) vor das Subst. gestellt: der nette Mann. Attributive Verben (Partizip I) werden wie Adjektive vor das Subst. gestellt: der essende Mann.

In der Kunstsprache ist das System ein wenig anders:

-Prädikatives Adj.:
-- ohne Subst. (Pro-Drop-Sprache): mälnamë'gɔ = Du bist nett.
-- mit Subst. (selten, da umständlicher): mintë-gɔ'mälnamë = Du bist nett.
-- Das BA ist im Aorist I (wie engl. simple present: allgemein oder regelmäßig) zugewandt. Das bedeutet, dass es zwischen Subst. und Deskribo steht. Fehlt das Subst., so wird das BA im Aor. I hinter das Deskr. gestellt.
-- Adj. können auch im Präsens stehen (z. B.: Gerade bist du nett. = gɔ'mälnamë). In den meisten Zusammenhängen stehen sie aber im Aor. I.

-Prädikatives Verb.:
-- ohne Subst.: nun'gʀiljamë = Du isst.
-- mit Subst.: mintë-gʀiljamë'nun = Du isst.
-- Das BA ist im Präsens I (ähnlich engl. present progressive: jetzt gerade oder zurzeit) abgewandt. Das heißt, das Dekribo steht zwischen BA und Subst. Fehlt das Subst., wird das BA im Präsens I vor das Deskr. gestellt.
-- Natürlich können Verben auch im Aorist stehen; aber da beide nach den gleichen Syntaxregeln gebildet werden, kann dies als Beispiel fungieren.

- Bei prädikativen Deskriben wird das Deskr. dem Subst. nachgestellt.

-Attributives Adj.:
-- mälna'gɔ_mɔentë = der nette Mann
-- mälna'gɔ_mɔentë-gʀilja'nun = Der nette Mann isst.

-Attributives Verb:
-- nun'gʀilja_mɔentë = der essende Mann
-- nun'gʀilja_mɔentë-gɔ'mälna = Der essende Mann ist nett.

- Bei attributiven Deskr. ist ein Subst. gefordert. Ohne funktioniert es nicht.
- Bei attributiven Deskr. wird das Deskr. vor das Subst. gestellt.
- Das Subst. "mintë" bedeutet soviel wie "die Person". Es ist die bestimmte Form von "min" (Person).
Es gibt keine Pronomen wie "ich, du er/sie/es; wir, ihr, sie" - das ist alles als Spezifikation an den Deskr. gegeben.
"mintë" fungiert als Träger (oder als Universalpersonalpronomen). Es wird nur bei attributiven Deskr. benötigt und wenn es Details gibt, die nicht am Deskr.; nur am Subst. auszudrücken sind. (Wie zum Beispiel der Numerus: Am Deskribo gibt es drei Numeri (Singular, Plural, Kollektial), am Subst. hingegen gute 13. Die Deskr.Numeri sind den Subst.numeri zugeordnet. Ist Deskr.num. und Subst.num. identisch, wird kein Subst. benötigt.)

Teach

Es gibt noch mehr relative Deskriben (Deskriben, die BAs benötigen) als Adj. und Verben; diese habe ich jetzt repräsentativ genommen.

Ich hoffe, auch diese Informationen waren interessant und aufschlussreich und verständlich genug erklärt.
Bei Bedarf gebe ich noch mehr Beispiele und Erklärungen.

Liebe Grüße
Yaouoay


qiljȧŋŋë'Yaouoay
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30.01.2017, 21:59:48
Beitrag #8
RE: Feedback
lingucat schrieb:Ich fände es sehr interessant, wenn du den Punkt mit den Spezifikationen weiter ausführen könntest!


Hier ist nun eine umfangreiche Zusammenfassung der Deskribenspezifikation.

(Hier nochmal der Text zur Erinnerung): Lächel
Es gibt eine Reihenfolge, wie die Spezifikationsaffixe an den Wortstamm anzuhängen sind. Zwei Spez. (Spezifikation(en)) kommen vor die Basis, 6 dahinter. Spez.affixe sind direkte Affixe, das bedeutet, sie werden nicht durch Satzzeichen vom Wort abgetrennt. Sie können einander in der Form beeinflussen, sind aber nach Möglichkeit so konzipiert, dass sie unabhängig sind.
Die Termini sind zu großen Teilen nur kunstsprachenintern (oder mit anderer Bedeutung) verwendet und/oder selbst erfunden.


-2: Fokus
Der Fokus gibt an, wie relevant die jeweilige Aussage oder das jeweilige Deskr. (Deskribo) ist.
Es gibt drei Fokusarten:
primärer Fokus - relevante Aussage (mit Präfix)
sekundärer Fokus - nebensächliche Aussage (mit Präfix)
regulärer Fokus - ohne Markierung; ohne spezifische Relevanz (ohne Präfix)

Fokuspräfixe werden immer nebenbetont.

Der primäre Fokus wird mit dem Präfix "ǹao" gebildet. Es kommt von dem Adverbium "nauǹǹë", was ungefähr "hier" bedeutet. (Vielleicht im Sinne von "hier spielt die Musik". Lächel) ("ǹ" ist ein linguodentaler Nasal)
Beispiel:
Ich liebe dich.
gɔ'ǹaomiınjëŋŋëmbë

-miınjë: intimer Bezug (Revokar (Bezugsdeskribo))
-- miınjë'gɔ = lieben
-- miınjë'ti = hassen
- im Gegensatz zu miınja; nicht intimer Bezug
-- miınja'gɔ = mögen (den Charakter mögen)
-- miınja'ti = nicht leiden können

-zur Stellung des BAs: Dies ist eine immens komplexe Angelegenheit, die ich hier nicht ausführen möchte. Auf Nachfrage allerdings gerne. Lächel

Der sekundäre Fokus wird mit dem Präfix "taı" gebildet. Es kommt vom Adverbium "tarë", was ungefähr "dort" bedeutet.
Beispiel:
Der Große hat ihn geschlagen.
ǹaotäeŋgɔentë-taıdilliɫntɔe'gɔ

-täeŋgɔentë: maskulin-personal-substantiviertes Adjektiv "täen'gɔ" (=groß).

-dilliɫ: Perfekt I von "dillë" (berühren)
-- dillë'gɔ = stark berühren; schlagen
-- dillë'ti = sanft berühren; streicheln
-- dilliɫnt = "dilliɫ" mit Deskr.spez. Objektperspektive (s. dort):
- "-nt" = 3. Person, personal
- "-ntɔe" = 3. Person, personal, maskulin
-- (ɫ = lj [j]: In der Sprache kommen Halbvokale nur am Anfang einer Silbe vor. Wenn einer nach einem Vokal gebraucht wird, wird ein "l" als Stütze genommen. Das "l" wird von den Halbvokalen "j" und "q" [w] assimiliert. Ein nachgestellter Halbvokal (nur "j" und "q" sind möglich) wird in der Originaltransskription mit einem "l" mit einem bestimmten Diaktritikum geschrieben; die entsprechenden Diakritika gibt es leider digital nicht. Deshalb verwende ich "ɫ" für "lj" und "ɬ" für "lq".
Darüberhinaus gibt es auch ein starkes "l": "ɭ". Dieses wird nicht von einem folgenden "j" oder "q" assimilliert. Beispiel:
aɭja (Wasser) [ˈaljaː]
alja (waschen) [ˈaijaː]
)

-1: Modus
Modus ist ein Terminus, den ich nicht (oder nur dezent) anders verwende. Es gibt eine große Reihe von Modi - zu viele, sie alle hier aufzuzählen.
Beispiel:
Du musst zu ihm gehen.
ɗiljamënt'nun

-të: Modus-Obligativ-Präfix

-ɗilja: fortbewegen (Verb)
-- ɗiljamë: du bewegst dich fort (Spez. Subjektperspektive)
-- ɗiljant: zu jemandem gehen (Spez. Objektperspektive)
-- ɗiljant'nun: Präsens und von "zu jemandem hingehen"

Es gibt eine Ausnahme beim Modus: den Imperativ. Dieser wird nicht als Präfix vor die Basis gehängt, sondern bei der Spez. Subj.Persp. gebildet:
Gehe zu ihm!
ɗiljaɱȸënt (ɱ = linguolabialer Nasal; ȸ = sth. linguolabialer Plosiv)

Viele Modi werden auch nicht am Deskribo gebildet, z. B. die meisten Interrogativformen. Dies werde ich jetzt allerdings nicht ausführen.

0: Basis
Die Basis besteht aus dem Wortstamm (z. B. nai = Laut) und einer Information (Erweiterung, z. B. naijë = kontrolliert Laute erzeugen, sprechen). Diese wird von der Spez. Genus und Tempus assimiliert. Gibt es keine der beiden Spez., gehört die Information ausgeschrieben zur Basis.

naijë = sprechen
naihë = gesprochen
naiʀäijë = zum Sprechen bringen
naiʀäihë = zum Sprechen gebracht haben

1.1: Genus
Die Spezifikation Genus entspricht dem Deutsch Genus verbi. Nur sind passiv und aktiv nicht die einzigen Genera, die es gibt.
Hier seien diejenigen Genera aufgeführt, die ich bereits erfunden habe:

Prätransitiv
- + Eigenschaft des Objektes, die mit dem transitiven Deskribo zutun hat
- gʀilja=essen; gʀilgya = etwas Leckeres/nicht Leckeres Essen
- gʀilgyamë'gɔr = Du isst etwas sehr Leckeres.
- -gya < gqiɫ = mit ... zu tun haben

Posttransitiv
- Eigenschaft des Objektes des transitiven Deskribos
- gʀialgya = lecker/nicht lecker
- gqialgya = lecker/nicht lecker (Flüssigkeiten; von gqilja=trinken)
- alţa-til'gqialgya = Das Wasser schmeckt widerlich.

Passiv I
- passiv etwas tun; ohne es kontrollieren zu tun
- ɗilja=fortbewegen; ɗiljaqaut = passiv laufen, von den Beinen getragen werden
- nun'ɗiljaqauttëŋŋë = Meine Beine tragen mich. (Ich laufe, ohne es zu steuern.)
- -qaut < maut=Gegenstand

Passiv II
- jemanden zu etwas bringen
- ɗilʀäija = jemanden zum Laufen bringen
- ɗilʀäijaŋŋëmbë'nun = Ich bewege dich zum Laufen.
- -ʀäi < třäija = Macht (über jemanden) (ř=[x])

Passiv III
- ... werden
- ɗilläija = fortbewegt werden; mitgenommen werden
- + durch Satzstellung: S-P-O -> P-OS-SO (OS = ehemaliges Subjekt; SO = ehemaliges Objekt)
- ɗilläijaugyë'ti - aɭja = Ich werde vom Wasser langsam fortbewegt
- ɗilläiʀäijaugyë'nun - aɭja = Ich lasse mich vom Wasser treiben. (Passiv II + III)

Aktiv
- normalerweise passiv ausgeführte Handlung aktiv/bewusst ausgeführt (z. B. leben)
- qiɭja=leben; qillaija = bewusst leben
- qillaijaqaŋŋë = Ich beginne (Futur III), bewusst zu leben.

Identität
- ...-technisch, ...-bezogen
- ɗilyaitë=fortbewegungstechnisch (statt Subjektperspektive Objektperspektive+ë)
- tar'qariţa-nun'ɗilyaitë = Dieser Umstand ist fortbewegungsbedingt.

1.2: Tempus
Es gibt 7 unterschiedliche Tempora-Arten, die das Deskribo direkt verändern.
Es gibt auch wenige Tempora, die hier nicht aufgeführt sind, die überhaupt nicht am Deskribo gebildet werden (z. B. Narritiv).
Dies sind die meisten Tempora:

1. Infinitiv (mit BA-Syntax und Kopula (Präsens II) gebildet; Grundform des Deskr.)
- Aorist I (allgemein, regelmäßig)
- Aorist II (immer, schon immer)
- Präsens I (jetzt, zurzeit, gerade)
- Präsens II (genau jetzt, in diesem Augenblick)

2. Präteritum (mit BA-Syntax und Kopula; Präteritum des Deskr. (nur bei Prät. I))
- Prät. I (allg. in der Vergangenheit, die keinen Einfluss auf die Gegenwart hat; vor unabsehbarer Zeit, irgendwann einmal)
- Prät. II (explizit präsentative Verg. (in einem bestimmten Augenblick))
- Prät. III (explizit aoristive Verg. (allg. in der Verg.; regelmäßig in der Verg.)

3. Perfekt (mit BA-Syntax, Satzsuffix "tain" (Perfekt II) und zusätzlich "-t" (Perfekt III); Perfekt des Deskr.)
- Perfekt I (vorhin, vor absehbarer Zeit)
- Perfekt II (Verg., die Einfluss auf die Gegenwart hat)
- 4. Perfekt III (unterbrochene Handlung; nicht unbedingt in der Verg. begonnen)

5. Futur (mit BA-Syntax und Satzpräfix "tain" (Perfekt II); Futur des Deskr., Infinitiv des Deskr. +"-qa" (Futur III))
- Futur I (gleich; in absehbarer Zeit)
- Futur II (Gegenwart hat Einfluss auf diese Zukunft)
- 6. Futur III (in der Gegenwart begonnene Handlung / gleich, jeden Moment (ähnlich Futur I)

7. Postfutur (mit BA-Syntax und Kopula; Postfutur des Deskr. (nur bei Postfut. I))
- Postfut. I (allg. Zukunft, auf die die Geg. keinen Einfluss hat; in unabsehbarer Zeit, irgendwann)
- Postfut. II (explizit präsentative Zukunft)
- Postfut. III (explizit aoristive Zukunft)

Du schriebst, Morphologie interessiere dich besonders, aber es ist ein wenig zu viel, alle Tempusformen aufzuzählen. Ich begnüge mich mit Beispielen:

Aorist II:
- 'miınjaŋŋëmbë' = Ich mochte dich schon immer.

Präsens II:
- daŋŋë - nun'ɗiljambë = Ich gehe jetzt gerade zu dir.

Präteritum III:
- daeŋŋë - ɗiljambë'nun = Ich ging mal regelmäßig zu dir.

Perfekt II:
- nun'ɗillaŋŋëmbë ) tain = Ich bin zu dir gegangen. (Jetzt bin ich hier.)

Perfekt III:
- dilliɫttëɱȸëɬgyë'gɔ = Hör auf, mich zu schlagen!

Futur II:
- tain ( aitilqamë'klun = Du würdest sterben (wenn du das tust)!

Futur III:
- nun'tırjaqa = Er beginnt, zu weinen. / zu weinen beginnen

Postfutur II:
- daaŋŋë - gɔr'třemaɱȸa = Irgendwann werde ich euch zerstören!

Tempora kann man auch untereinander kombinieren. Ich werde ein Beispiel geben, und dann dieses Kapitel abschließen: Tippt

gʀillaenttëmë'kɔn = Du hast aufgehört, zu viel zu essen. (Präteritum I und Perfekt III)

2: Subjektperspektive
Die Subjektperspektive bezeichnet die Perspektive des Subjektes (irgendwie logisch Zwinker).
Es entspricht dem deutschen "ich, du, er/sie/es; wir, ihr, sie". Nur gibt es vier Personen, drei Numeri und bei I und II Person Pl. und Kl. inkl. und exkl.:

Singular (Einzahl; eine Person)
I (ich) -ŋŋë
II (du) -më
III (er/sie/es)
IV pers. (er/sie; explizit abwesend) -ǹǹë
IV allg. (er/sie/es; explizit abwesend) -ǹɗë

Plural (Mehrzahl; mehrere Personen)
I exkl. (ich und sie) -ŋŋa
I inkl. (ich/wir und du/ihr) -ŋa
II exkl. (du und sie) -ma
II inkl. (du und du/ihr) -ɱɱa (ɱ = linguolabialer Nasal)
III (sie (Pl.)) -na
IV pers. (sie (Pl.); explizit abwesend) -ǹǹa
IV allg. (sie (Pl.); explizit abwesend) -ǹɗa

Kollektial (Umzahl; eine geschlossene Gruppe von Personen)
I exkl. (ich und sie) -ŋŋän/-ŋŋën*
I inkl. (ich/wir und du/ihr) -ŋän
II exkl. (du und sie) -män/-mën*
II inkl. (du und du/ihr) -ɱɱän
III (sie (Pl.)) -nnän
IV pers. (sie (Pl.); explizit abwesend) -ǹǹän/-ǹǹën*
IV allg. (sie (Pl.); explizit abwesend) -ǹɗän/-ǹɗën*

(*zweite Version: wenn es eine betonte Silbe ist)

Dies sind alle Formen für die normale Subjektperspektive. Im Imperativ ändern sie sich noch einmal, aber der ist hier nebensächlich.
"pers." steht für "persönlich", was bedeutet, dass es sich um abwesende Personen handelt. Bei "allg." geht es um abwesende Sachen im Allgemeinen.

Es gibt die drei Deskribennumeri Singular (Sg.), Plural (Pl.) und Kollektial (Kl.). Sie entsprechen den Subst.numeri ihrer Bezugsobjektive. Wenn der Subst.numerus nicht mit dem Deskr.numerus identisch ist, so sollte das Subst. benutzt werden, auch wenn es nach der Pro-Drop-Regel nicht benutzt werden müsste:
tarjënaugyë'nun
= Sie zeigen auf mich. (kein Subj.subst., da sowohl Subst. als auch Deskr. im Plural steht)
mintäe-tarjënaugyë'nun = Die drei Personen zeigen auf mich. (Subjekt steht im Trial, deshalb wird das Subst. benötigt)
tarjënaugyë'nun - amintë = Sie zeigen nicht auf mich. (Objekt steht im Nemoal (Keinzahl), weshalb das Objekt-Subst. benötigt wird)

Es gibt keinen Sexus in der Spez. Subjektperspektive. Dieser wird ebenfalls am Subst. gebildet:

tarjëɬqyë'nun = Er/sie/es zeigt auf mich.
maintë-tarjëɬgyë'nun = Die Frau zeigt auf mich.
mɔentë-tarjëɬgyë'nun = Der Mann zeigt auf mich.

3: Objektperspektive
Die Objektperspektive befasst sich mit der Perspektive des Objektes.
Es gibt die gleichen Perspektiven: drei Numeri, exkl. und inkl., vierte Person etc.
Bei der Objektpespektive kommen bei der dritten und vierten Person aber noch Formen für Personen, Gegenstände, Abstrakta und Tiere hinzu. Auch der Sexus der Person kann bestimmt werden.

Formen werde ich nicht aufführen, das ist mir zu aufwendig; du musst dich mit Beispielen zufrieden geben (wobei ich ja auch schon oft die Spez. Objektperspektive in früheren Kapiteln erwähnt und in Beispiele eingebaut habe).

gɔ'miınjëŋŋëmbë = Ich liebe dich. (II Person Sg.)

liqaɱȸënttɔe'nun = Gehe zu ihm hin! (III Person Sg., männliche Person)

dilliɫŋŋäɱɱa'gɔ = Wir (Kl., exkl.) haben euch geschlagen. (II Person Pl., inkl.)

gɔ'nalnjaŋälʈän = Wir (Kl., inkl.) beschützen sie. (IV Person Kl., Tiere) (ʈ = stl. dentaler Plosiv)

gɔr'temeɱännauʈʈën = Ihr (Kl., exkl.) fördert viel davon. (IV Person Kl., Gegenstände) ("fördern" im Sinne von "abbauen" (Bergbau))

4: Bestimmung
In bestimmten Zusammenhängen wird das BA direkt ans Deskr. gehängt, nicht als indirektes Affix. In diesem Fall tritt die Spez. Bestimmung ein. Es gibt von jedem BA eine Form. Ich werde nicht jede Form aufführen, sondern wieder nur Beispiele geben.

Regel: nachgestelltes "nun"
Um nicht zu verwirren, habe ich diese Regel bisher außer Acht gelassen (es handelt sich auch viel mehr um eine Konvention). Sie besagt, dass ein nachgestelltes neutrales BA ("nun") vom Deskribo assimiliert wird, um eine Silbe einzusparen.

naijëŋŋëɬn [na͡iˈjıŋı͡ʏn] = Ich spreche. (Aor.)

Regel: lyrische BA-Assimilierung
Um Silben einzusparen werden in der Lyrik oft BAs vom Deskr. assimiliert.
Ich habe hier einen Auszug aus dem Gedicht, welches ich für meine Mutter übersetzt habe (s. erster Beitrag), in dem zwei Assimilierungen auftauchen (markiert):

miınjiŋŋë'kom - maɣjaɔr ) ɗan'mäljamıɔr_mint

Ich tue nichts lieber, als lustzuwandeln im gütigen Dir.

Regel: doppelte BAs bei Genus Prätransitiv
Beim Genus Prätransitiv (s. Kapitel "Genus") verschiebt sich die Funktion des BAs. Z. B. bedeutet "gʀilja'gɔ" "viel essen", "gʀilgya'gɔ" hingegen "Leckeres essen". Wenn man beides kombinieren möchte, so verschiebt man das BA des ursprünglichen Deskribos in die Spez. Bestimmung - und voilà:
gʀilgyaɔ'gɔ = viel Leckeres essen

Regel: Substantivierung
Wenn das Deskr. substantiviert wird (s. Kapitel "Substantivierung"), wird das zugehörige BA assimiliert.

ɗilja = fortbewegen
ɗilja'gɔ = rennen
ɗiljaɔlqin [dijˈja͡ɔwin] = Läufer, Sprinter (d = sth. linguodentaler Plosiv)

Es gibt noch mehr Fälle, bei denen das BA assimiliert wird; dies waren diejenigen, die mir spontan eingefallen sind.

5: Substantivierung
Bei der Substantivierung verändert sich die Wortart des Deskribos: Es wird zu einem Substantiv.
Ist das Deskribo ein Subst., so kann es (zusätzlich zu den Deskr.spez.) auch Subst.spez. erhalten. Hierbei gilt das komplette Deskribo als Objektivspezifikation Basis.

Es gibt verschiedene Substantivierungsarten. Ich werde die Morphologie allerdings wieder nur in Beispielen ausführen.
Je nach Art wird das Deskr. entweder zu
einem Abstraktum,
einer Person,
einem Gegenstand,
einem Tier oder
einer Pflanze.

Beispiel für die Substantivierung "Person" (Ich habe bisher nur die Substant. "Person" und "Gegenstand" ausgearbeitet; deshalb wird es bei zwei Beispielen bleiben):

Substant. Person:
laſë [ˈlaɾə] = schreiben
laſëlqin [laˈɾi͡ʏwin] = Schreiber (es gibt allerdings das Subst. "laſain", was ebenfalls "Scheiber" bedeutet)

Substant. Gegenstand:
naijë=sprechen
naijëlqaut [naiˈji͡ʏwa͡ut] = geschriebenes Wort / geschriebene Sprache

Nachwort
Uff! War das eine Arbeit! Tippt
Ich hoffe, dass es sich wenigstens gelohnt hat, denn ich habe den halben Tag vorm Laptop verbracht. Ich würde es sehr schätzen, würdet ihr (oder wenigstens du, lingucat) ein Feedback geben!
Meine Kunstsprache hat mich jetzt ein knappes Jahr lang begleitet und ist mir sehr ans Herz gewachsen. Bisher habe ich noch keine (Hobby-)Linguisten damit betrauen können und bin lediglich auf Laienohren gestoßen. Deshalb sind mir eure Meinung und eure Ideen zu der Sprache in höchstem Grade wichtig!

lingucat schrieb:Besonders Morphologie interessiert mich immer besonders.

Habe ich deinem Interesse an Morphologie Genüge getan? Lächel

Wie bereits gesagt beantworte ich auch gerne weitere Fragen. Es gibt ja noch viele unbehandelte Themen: Schrift, Alphabet, Betonung und Aussprache, Wortarten, sprachgeschichtliche Aspekte, Substantiv-Morphologie, Syntax, weitere grammatikalische Kategorien etc.

Auch gebe ich gerne noch mehr Sprachbeispiele (z. B. das Gedicht - mein mit Abstand längster Text bisher). Auf Nachfrage am besten, damit ich es nicht umsonst digitalisiere.

Ansonsten hoffe ich, dass dieser Beitrag interessant war und euch gefallen hat!

Liebe Grüße
Yaouoay


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13.02.2017, 21:31:15
Beitrag #9
RE: Feedback
Eine Sache zeige ich euch noch: das Alphabet.
Im Attachment sind das Lautinventar (nach dem IPA) und das Alphabet als solches aufgeführt.
Bei Fragen: nur zu! Lächel

LG~Y


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16.02.2017, 17:48:48
Beitrag #10
RE: Feedback
Ich hab mir noch mal die Zeit genommen, die Übersicht zu überarbeiten.
Hier ist jetzt die verbesserte Version:

.docx  Alphabet der Kunstsprache.docx (Größe: 22,03 KB / Downloads: 0)

LG~Y Lächel


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16.02.2017, 20:03:23
Beitrag #11
RE: Feedback
Wenn möglich, bitte als PDF hochladen. Das ist etwas sicherer und kompatibler.


Starfleet dif-tor heh smusma.
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16.02.2017, 20:20:44
Beitrag #12
RE: Feedback
Okay. Lächel


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06.03.2017, 20:44:56
Beitrag #13
RE: Feedback
Hallo nochmal ... ich hoffe, es stört niemanden, wenn ich ab und zu, wenn es sich ergibt, noch ein paar Details poste?
Zum Bespiel habe ich begonnen, den Herrn der Ringe in meine Kunstsprache zu übersetzen und habe letztens das Ringgedicht auch digitalisiert.


[Originaltransskription inklusive Betonungsdiakritika:]

ulqɑuttä͡e’gɑl̊‘ä̇ɭqë’mällára ) ɑn‘ɑ͡en̊n̊ën
tɔ̀ntɑ‘gɑl̊‘tïlmin‘d̊ɑiȸȸîntɑ ) ɑr‘tr̀ɔ̀kkɑr
kɑt̊t̊ȁl̆ţɑ‘gɑl̊‘ɑittïlläilqîntɑ
ɑ̀t̊t̊ë‘gɑl̊‘nɑrtr̀ɑ͡iȸȸint ) ɑ̇nnol’nɑr*trón’din
)) ɑr‘mɔ́rdɔr ) ɑrë̇nɑ’lo͡uʍȹɑ |
ɑ̀t̊‘úlqɑut – gɔr‘tr̀ɑ͝iddjënëttɑ͡uttën
-tr̀ɑ̇lqɑnëttautţúqën
-gɔ̇r‘d̊il̆ʀäijɑnëttɑ͡uttën
) ɑ͝en ( gɔ̇män‘kil̆ʀä͡ijɑ ) nɑn’lo͡ummën
)) ɑr‘mɔ́rdɔr ) ɑrë̇nɑ’lo͡uʍȹɑ


[abgespeckte Variante ohne Diakritika:]

ulqɑuttäe’gɑq‘äɭqë’mällara ) ɑn‘ɑennën
tɔntɑ‘gɑq‘tilmin‘dɑiȸȸintɑ ) ɑr’txɔkkɑr
kɑttäjtjɑ‘gɑq‘ɑittilläilqintɑ
ɑttë‘gɑq‘nɑrtxɑiȸȸint ) ɑnnol’nɑrtxon’din
)) ɑr‘mɔrdɔr ) ɑrënɑ’louʍȹɑ |
ɑt‘ulqɑut – gɔr‘txɑiddjënëttɑuttën
-txɑlqɑnëttauttjuqën
-gɔr‘dijʀäijɑnëttɑuttën
) ɑen ( gɔmän‘kijʀäijɑ ) nɑn’loummën
)) ɑr‘mɔrdɔr ) ɑrënɑ’louʍȹɑ


[möglichst direkte Übersetzung ins Deutsche:]

Ring.drei’für’Elb’Könige ) bei’Sternenhimmel
sieben’für’Zwerg’Herrscher ) in’Steinreich
neun’für’sterben.Könnende
einer’für’dunkel.Herrscher ) auf’dunkel.Thron’sein(Poss.)
)) in’Mordor ) wo.sind’Schatten |
ein’Ring – sehr’brutal.beherrschen.soll.sie(Gegenstände)
-finden.soll.sie(Gegenstände).alle
-sehr’herbringen.soll.sie(Gegenstände)
) und ( meist’fesseln ) in’Dunkeln
)) in’Mordor ) wo.sind’Schatten


[Deutsches Originalgedicht, wobei ich mich auch nach dem englischen gerichtet habe:]

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrscher auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

[J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe; Die Gefährten; Seite 7, Ausgabe von 1989, Klett-Cotta-Verlag ... hoffe das reicht als Quelle?]


[IPA-Transkription; könnte sein, dass ich kleine Flüchtigkeitsfehler gemacht habe - müsste aber überwiegend stimmen;
auf Längenzeichen (ː) habe ich verzichtet, da dies sehr vom Sprecher abhängt:]


[uwauˈtɛ͡e.ga͡wˌɛlwə.mɛlˈaɾa.anˈa͡en̪in
ˈtɔnta.ga͡w.ˌtilmin.d̪a͡iˈd̼inta.aɾ.ˈtxɔkaɾ
kat̪ˈɛ͡jt͡ça.ga͡w.aitˌilɛ͡iqˈinta
ˈat̪ə.ga͡w.naɾˈtxa͡id̼int.ˌanʊl.naɾˈtɾonin
aɾ.ˈmɔɾdɔɾ.aɾˌinaˈlo͡un̼t̼a
ˈat̪.ˈuwa͡ʊt.gɔɾ.ˌtxa͡idjinɪˈta͡ʊtin
ˌtxawanɪta͡ʊˈt͡çuwin
ˌgɔɾ.d̪ijʀɛ͡ijanɪˈtaʊtin
ˌa͡eŋ.ˌŋɔmɛŋ.kijˈʀɛ͡ija.nan.ˈlo͡umin
aɾ.ˈmɔɾdɔɾ.aɾˌinaˈlo͡un̼t̼a]
_____

Ich hoffe, ich erschlage euch damit nicht; für manche ist sowas ja vielleicht interessant ... Lächel

Liebe Grüße
Yaouoay


qiljȧŋŋë'Yaouoay
[wi͡jˌjaŋə.ˈɥa͡owo̯a͡i]
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