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[Phil]: Sprachphilosophie, Logik  » Erledigt: 25.05.2017, 13:27:35 25.05.2017, 13:27:35Foucault-Diskurs
18.08.2013, 15:39:29,
Beitrag #1
84_rolleyes Foucault-Diskurs
Hey,

es geht um Foucault und seinen Beitrag zum Thema "Diskurs". Ich schreibe momentan darüber eine Hausarbeit und bin mir unsicher, ob das so richtig ist. Was haltet ihr davon???

Ich möchte als allgemeine Definition vom Diskurs diese hier verwenden:
"Diskurse sind regelmäßige, strukturierte und sich in einem bestimmten historischen Zusammenhang bewegende Praktiken und Redeweisen, die einen gewissen Grad der Institutionalisierung erreicht haben und benennbaren Formationsregeln unterliegen." (Landwehr 2006, 113)
-> hier weiß ich aber nicht genau, ob man diese Definition auf die von Foucault beziehen kann:

Für Foucault bedeutet die Untersuchung von Diskursen immer auch die Untersuchung von Macht. Denn Macht strukturiert Diskurse, sie lässt manche wahrscheinlicher sein als andere, sie legitimiert sich mittels Diskurse (http://evakreisky.at/onlinetexte/nachles....php#kap1a)
→ Roland Barthes: Rhetorik (Technik, die es herrschenen Klassen erlaubte, im Besitz des Sprechens zu bleiben: Sprache ist Macht)

Was genau ist damit gemeint "Sprache ist Macht"-dass der König z.B. über das Volk herrschte und das Volk sich danach richten musste? Was ist daran denn ein Diskurs? Ist eine politische Rede z.B. ein Diskurs? Ich versteh das nicht so ganz.. Wie ist eure Definition von "Diskurs"??

DANKE!!


Hallo, ich bin cherrryladyyy und seit 28.04.2010 hier angemeldet.
Hier könnte meine Signatur stehen
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18.08.2013, 16:01:59,
Beitrag #2
RE: Foucault-Diskurs
Hallo Cherrryladyyy,

das Thema ist sehr komplex und ich versuche mich dem auch gerade anzunähern, ebenfalls für eine Hausarbeit.

Mir ist nicht ganz klar, inwiefern nach der Definition von Landwehr denn überhaupt noch ein Unterschied zwischen Praxis (Bourdieu) und Diskurs (Foucault) ausgemacht werden kann.

Praxis bezeichnet ein Handeln innerhalb von Strukturen, welches diese Strukturen verändert und bestätigt/verstärkt... Diskurs ist auch so ein Zwischending, zwischen Gesellschaftsstruktur und individuellem Handeln...

Ich bin ziemlich sicher, dass Diskurse mehr sind, als einfach nur Praktiken (Handeln innerhalb von Strukturen) und Redeweisen. Ich gehe momentan davon aus, dass Diskurse Strukturen (Institutionen im Sinne von Berger/Luckmann) entstehen lassen, die unabhängig von Handlungen existieren, weil sie beispielsweise auch in Zeichen und Ausdrucksformen vorhanden sind und damit unser Handeln (z.B. Sprechen) vor-strukturieren, noch bevor wir etwas sagen. Also Diskurs ist in meinem Verständnis mehr/höher, als Praxis.

Es würde mich freuen, wenn du weitere Erkenntnisse mitteilst... werde ich auch versuchen (insbesondere wenn ich was schön handfestes zum zitieren finde) Lächel

Gruß
Michael


Hallo, ich bin mkarbacher und seit 18.08.2013 13:53 hier angemeldet.
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18.08.2013, 16:08:03,
Beitrag #3
RE: Foucault-Diskurs
(18.08.2013, 15:39:29)cherrryladyyy schrieb: Was genau ist damit gemeint "Sprache ist Macht"-dass der König z.B. über das Volk herrschte und das Volk sich danach richten musste? Was ist daran denn ein Diskurs? Ist eine politische Rede z.B. ein Diskurs? Ich versteh das nicht so ganz.. Wie ist eure Definition von "Diskurs"??

Was diese Frage angeht: Mein Verständnis davon ist, dass etwa in der Bezeichnung "Herr Müller" oder "Frau Müller" eine Machtstruktur zum Ausdruck kommt.

Die männliche Person wird als "Herr" bezeichnet. Die Weibliche dagegen nicht als "Herrin", sondern als "Frau".

Sprache ist also Macht, weil Sprache Denkkategorien vorstrukturiert, die unsere Realität mitbestimmen.

Wie eine Gesellschaft Sprache verwendet wäre vielleicht etwa als "Sprachdiskurs" zu betrachten. Man könnte Fragen, welche Positionen innerhalb dieses Diskurses eingenommen werden, ob es Gegenpositionen gibt, welche Sanktionen auf Menschen warten, die sich der Konvention des Diskurses nicht unterwerfen (die also andere männliche Personen mit "Kollege Müller" anreden, statt mit "Herr Müller", etc)...

Aber auch hier: Das sind nur meine Einschätzungen, nachdem ich das ein oder andere dazu gelesen habe...


Hallo, ich bin mkarbacher und seit 18.08.2013 13:53 hier angemeldet.
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19.08.2013, 09:35:31,
Beitrag #4
RE: Foucault-Diskurs
Hallo,

(18.08.2013, 15:39:29)cherrryladyyy schrieb: Ich möchte als allgemeine Definition vom Diskurs diese hier verwenden:
"Diskurse sind regelmäßige, strukturierte und sich in einem bestimmten historischen Zusammenhang bewegende Praktiken und Redeweisen, die einen gewissen Grad der Institutionalisierung erreicht haben und benennbaren Formationsregeln unterliegen." (Landwehr 2006, 113)
-> hier weiß ich aber nicht genau, ob man diese Definition auf die von Foucault beziehen kann:

diese Definition von Diskurs ist ja schon eine relativ neue, geht aber zum Beispiel gar nicht auf das Thema Sprache ein. In welcher Beziehung steht Sprache also zu dieser Auffassung von Diskurs, was macht Sprache darin, wie verhält sie sich und welchen Einfluss übt sie auf den/die Diskurs/e aus (und mit Sprache meine ich hier die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Sprache)? Für eine diskurslinguistische Auseinandersetzung sind diese Fragen sicherlich wichtig.
Wenn man diese Wechselwirkung "Sprache - Diskurs" dann näher ins Auge fasst, ist auch eine bessere Argumentation/Beschreibung des Diskursbegriffes nach Foucault möglich.
Ich kann hierfür die Auseinandersetzung in Warnke empfehlen:

Warnke, Ingo H. (2007): Diskurslinguistik nach Foucault. Berlin, New York: de Gruyter.

Darin wird auch die "Machtproblematik" genauer angesprochen.

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