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 » Erledigt: Heute Heute Frage zu Saussures zeichenlehre
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13.12.2012, 14:49:30
Beitrag #1
Frage zu Saussures zeichenlehre
Hallo,

ich bin auf folgende Bezeichnung gestoßen:

"... Man geht vom sprachlichen Zeichen aus und beschreibt dessen Wert nicht mit Blick auf seinen außertextlichen und außersprachlichen Verweischarakter, seine Bedeutung wird also nicht darin gesehen, dass es sich auf etwas Wirkliches, Reales, auf Phänomene und Teile der Realität bezieht" (Reclams "Grundkurs Literaturwissenschaft", S. 230).

Greife ich zurück auf Saussures Zeichnelehre, also dass ein Zeichen aus Signifikant und Signifikat besteht, dann handelt es sich bei einem sprachlichen Zeichen also um ein Wort. Nehmen wir das klassische Beispiel "Baum".
Nach obiger Beschreibung verweist "B-a-u-m" (als Lautschrift, also als Signifikant) nicht auf etwas Wirkliches. Es verweist doch aber im Sinne des Signifikats auf das, was man unter Baum versteht, nämlich die Pflanze.

Wie erklärt sich dann obige beschreibung?


Hallo, ich bin Kvothe und seit 28.11.2012 18:56 hier angemeldet.
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13.12.2012, 15:01:01
Beitrag #2
RE: Frage zu Saussures zeichenlehre
Die Lautfolge "Baum" bezieht sich nach dem Saussureschen Zeichenmodell auf die Vorstellung, das "concept", das wir von dem Baum in der außersprachlichen Wirklichkeit, also dem "wirklichen Baum" haben. Es ist aber eben die Vorstellung, das Konzept, und nicht der tatsächliche Baum. Du liegst also gar nicht so daneben, wenn du sagst, "auf das, was man unter Baum versteht, die Pflanze". Es ist aber eine abstrakte Vorstellung dieses Verständnisses, nicht der tatsächliche Baum, auf den du dich als Objekt beziehst.
Das bilaterale Zeichen kann nicht aus diesem "Objekt" und der Lautfolge bestehen, sondern verbindet Lautbild und Konzept/Vorstellung miteinander. In der Kommunikation macht das Sinn, denn wenn ich das Zeichen als solches benutze, um einen Baum zu beschreiben, wedle ich ja nicht mit dem Baum vor mir, sondern nehme die Sprache zur Hilfe, das Zeichen, um über ihn zu sprechen.

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13.12.2012, 15:30:09
Beitrag #3
RE: Frage zu Saussures zeichenlehre
Im Grunde ist es so: die konkrete Lautäußerung ist eine Repräsentation, ein Einzelvorkommen, des Lautbildes (der gepeicherten, abstrakten Vorstellung davon, wie das Wort gesprochen/gehört zu klingen hat). Dieses Lautbild ist bei de Saussure verbunden mit dem Konzept (der gespeicherten, abstrakten Vorstellung davon, worauf sich das Wort bezieht). Der realweltliche Gegenstand oder Sachverhalt, hier der mehr oder minder konkrete Baum, auf den ich mich bei der Lautäußerung beziehe, ist dann quasi eine Repräsentation, eine Manifestation, ein Einzelvorkommen, dieses Konzeptes. (Das haben wir hier schon mal dargelegt, auch mit einer Abbildung.)


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