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 » Erledigt: Heute Heute Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.

22.04.2012, 16:14:14
Beitrag #1
Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Hallo Lächel

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich in der richtigen Abteilung bin, weil das Thema etwas zwischen Soziolinguistik und Kognitiver Linguistik liegt.
Ich schreibe momentan an meiner Bachelorarbeit mit dem Thema "Metaphors of Freedom in US-American Political Discourse". Da der Titel relativ offen gehalten ist, muss ich mir noch Gedanken machen, was genau ich untersuchen möchte. Generell gibt es zwei Herangehensweisen, die mir bisher als interessant erschienen. Zum Einen ein historischer Vergleich, zum Beispiel zwischen heute und Anfang des letzten Jahrhunderts. Zum Anderen der Vergleich zwischen zwei Parteien (Zum Beispiel zwischen der Libertarian Party und der Communist Party).

Meine Fragen dazu:

1. Zählen Zeitungen, die von politischen Parteien herausgegeben werden oder mit ihnen assoziiert werden zum politischen Diskurs?
2. Wo liegt die Grenze zwischen qualitativen und quantitativen Verfahren der Auswertung? Macht eine quantitative Auswertung überhaupt Sinn (ich denke eher nicht, da ich mir jedes einzelne Vorkommen des Wortes freedom/liberty anschauen muss um die jeweilige Metapher zu identifizieren)?

Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen!
Danke schonmal und viele Grüße!


Hallo, ich bin kyrell88 und seit 30.01.2012 13:36 hier angemeldet.
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23.04.2012, 11:40:44
Beitrag #2
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Moin,

spannendes Thema - da kann man definitiv was draus machen, wenn du aufpasst, dass es machbar bleibt. Mit empirischer Metaphernanalyse kenne ich mich relativ schlecht aus, aber ein paar Hinweise/Anregungen hab ich dann hoffentlich trotzdem:

Zu 1.: Natürlich zählen Zeitungen zu politischen Diskurs, wenn nicht sogar ganz entscheidend (Gegenfrage: Was denn sonst?). Das hat für dich auch einen methodischen Vorteil: Es gibt Korpora (z.B. das TIME Magazine Corpus, 1923-2006) dazu, das heißt die Datenaquise sollte sich relativ leicht bewerkstelligen lassen. Die Datenmenge ist natürlich groß: Für liberty gibt es über 4000 Belege (ob das jetzt alles Metaphern sind, sei mal dahingestellt). Alternativen wären natürlich z.B. Parteiprogramme. Vorteil hier: Die Datenmenge wäre schon im Vornherein abgegrenzt und überschaubar und eignen sich direkt für einen Vergleich D-R. Weiteren Datenquellen wird schwer beizukommen sein, wenn sie nicht schon in Korpora vorliegen (oder möchtest du mehrere Stunden politische Debatten im TV oder Kongress transkribieren? Zwinker)

Zu 2.: Natürlich ist die Abgrenzung nicht einfach - und bei über 11.000 Belegen für freedom dürfte es etwas schwer sein, in angemesser Relation von Zeitaufwand und Ertrag die Fragestellung zu beantworten. Abhilfe: Randomisierte Treffer (Zufallsprinzip), dann suchst du dir die Metaphern raus, weiter gehts.

War's das, was dich bewegt?

Literaturtipp, der mir einfiel (Lakoff hat viel zu Kriegsmetaphern geschrieben, vielleicht bekommst du da Anregungen):

Lakoff, George. 1991. Metaphor and War: The Metaphor System Used to Justify War in the Gulf. [Link]

Zur Methode auf jeden Fall empfehlenswert (auch andere Artikel im Werk):

Stefanowitsch, Anatol. 2007. Corpus-based approaches to metaphor and metonymy. In: Stefanowitsch, Anatol & Stefan Th. Gries. [eds]. Corpus-based approaches to metaphor and metonymy. Berlin: De Gruyter.

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23.04.2012, 13:55:00
Beitrag #3
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Vielen, vielen Dank schon mal für die Antwort!
Echt gut zu wissen, dass ich Zeitungsartikel benutzen kann. Ich hatte wirklich mehr an Parteiprogramme gedacht. Oder eben Reden, die aber schon in schriftlicher Form im Internet vorhanden sein sollten (transkribieren wollte ich nicht alles Zwinker). Hätte mir dann selbst einen (oder zwei) Korpora gebastelt. Wenn aber schon einer existiert den ich verwenden kann hab ich natürlich auch nichts dagegen...
Was mir jetzt noch eingefallen ist, wäre ein historischer Vergleich. Das Ganze ist ja nach Jahrzehnten geordnet... Also, echt super Idee mit dem Time Magazine, danke! Und die Funktion mit den Randomisierten Treffern gibts da auch?
Jaja, der Herr Lakoff. Von dem hab ich auch schon einiges gelesen Zwinker

So, ich denke ich bin jetzt schon mal einen Schritt weiter! Sollte mir noch was einfallen, frag ich wieder nach! Lächel Könnte auch schon sehr schnell der Fall sein...


Hallo, ich bin kyrell88 und seit 30.01.2012 13:36 hier angemeldet.
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23.04.2012, 16:53:07
Beitrag #4
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Frag ruhig weiter...

Ich denke, viel wichtiger ist, dass du dir vor allem genau klar machst, was du untersuchen willst (deshalb das "pass auf"). Es kommt immer drauf an, wie du ansetzt. Wenn du D und R in ihrer Rhetorik der Freiheitsmetaphern vergleichen willst, kann das TIME-Korpus nur bedingt eingesetzt werden: Hier müsstest du natürlich schauen, ob es sich um wörtliche Rede oder nur um Wiedergegebenes handelt - das könnte auch sehr mühsam werden (Zitate überprüfen, "Bias" des TIME Magazine prüfen, einberechnen etc.).

Aber natürlich lässt sich das TIME-Korpus für vieles ausschlachten: Vergleich 2001 und 1940er (z.B.), oder prä- und post-2001, Vergleich freedom-liberty (das wäre eher was "rein" Linguistisches) - oder nach "Domänen" (Wirtschaft, Politik, Gesellschaft)... Ich denke, da findest du was - aber du *musst* es eingrenzen, um sauber zu arbeiten.

(Aber bevor ich es vergesse: Nach Genre könntest du auch im COCA suchen. Und ja natürlich: Politikerreden! Die triefen ja immer so... Wenn du dir das antun willst Big Grin)

Für ne BA-Arbeit reicht es vielleicht auch, Wahlkampfmaterial der Parteien auszuwerten. Wie gesagt, das hängt alles ein wenig davon ab, worauf du hinaus willst und warum du das untersuchen möchtest bzw. warum das spannend ist.

Lies dir auf jeden Fall Stefanowitsch (2007) durch. Du willst ja Metaphern untersuchen, nicht Kollokationen von freedom und liberty. Das wäre in der Tat etwas sehr einfach (obgleich spannend, und auch da ließen sich vermutlich interessante Feststellungen machen).

Randomisierte Treffer findest du unter der Ergebnisliste, wo "Pages" steht, da steht auch "Sample".

Viel Spaß Lächel

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23.04.2012, 18:24:54
Beitrag #5
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Ja, ich hab eben auch schon festgestellt, dass es unglaublich viele Möglichkeiten gibt. Das macht alles aber auch noch schwieriger...
Eigentlich darauf gekommen bin ich über ein Referat vor 2,5 Jahren. Da hatten wir das Thema "Metaphors of freedom in American Politica Speech" und haben eben eine Rede von Obama und eine von Bush gegenübergestellt.

Ich hatte auch schon circa 15 verschiedene Ideen, was ich machen könnte, aber irgendwie hat mich nichts 100 % überzeugt. Ein bisschen hab ich die Befürchtung, dass ich mich für irgendwas entscheide und dann nachher damit auf die Nase fliege, bzw. einfach nichts dabei rauskommt. Zwinker

Republikaner und Demokraten ist halt die Frage. Im Moment tendier ich eher zu einem historischen Vergleich wenn ich ehrlich sein soll. Aber vielleicht muss ich auch noch mal mit meinem Betreuer drüber reden.

Auf jeden Fall kuck ich mir den Stefanowitsch an und bin nachher schlauer wie ich hoffe! Lächel


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29.04.2012, 20:16:11
Beitrag #6
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Also nachdem ich noch ein paar Texte gelesen und mir etwas Gedanken gemacht habe habe ich mir nun Folgendes überlegt: Ich untersuche die Freiheitsmetaphern vor und nach der Great Depression mithilfe des TIME Magazine Corpus. Ich habe Folgendes Zitat in "A history of the United States" von Philip Jenkins gefunden: "The New Deal Reforms were awe inspiring in their definition and scope, all the more so since they ran so directly contrary to so much of the received wisdom of the proper role of government in American national life, in areas such as the power of the federal government and the sharing of responsibilities between Washington and the states."
Meine Hypothese wäre dementsprechend, dass sich die Metaphern vor und nach der Wirtschaftskrise grundlegend unterscheiden, beziehungsweise zumindest sehr unterschiedlich sind, da das Freiheitskonzept sehr eng mit der Rolle der Regierung in der Geselllschaft verknüpft ist. Außerdem sagt auch die Conceptual Metaphor Theory, dass die Struktur der Metaphern in einer Kultur von deren Werten abhängig sind: "The most fundamental values in a culture will be coherent with the metaphorical structure of the most fundamental concepts in the culture." (Lakoff- Metaphors we live by).
Klingt das einigermaßen nachvollziehbar?

Jetzt muss ich nur noch mal mit meiner Professorin reden, ob ich denn überhaupt Zeitungsartikel benutzen kann. Aber ich bin ja mal guter Hoffnung. Lächel


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04.05.2012, 15:51:07
Beitrag #7
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
2te Variante (da ich davon ausgehe, dass ich eher keine Zeitungsartikel verwenden "darf"): Ich schaue nach Reden von Politikern (werden wohl die jeweiligen Präsidenten werden, weil sonst gibt es eher keine online resources dafür Zwinker ) und analysiere die. Ich finde, das macht deshalb schon Sinn, weil von 1921-33 die Republikaner regieren und von 1933-45 Demokraten (= Franklin D. Roosevelt).

Hat jemand Feedback für mich?? Lächel


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02.06.2012, 16:31:18
Beitrag #8
RE: Freheitsmetaphern in Amerikanischem Politischem Diskurs.
Sorry, dass es etwas gedauert hat. Bist du schon weiter?

Na, deine 2. Variante klingt schon mal ausreichend machbar eingegrenzt. Und ja, mit Politikerreden wird die Metapherndichte ungleich höher sein, womit sich der historische Vergleich bzw. die Entwicklung wirklich lohnen dürfte. Die unterschiedliche Regierungspartei halte ich aber für gefährlich, wenn du D und R vergleichen willst - dafür sind die weltpolitischen Umwälzungen einfach zu unterschiedlich (Wirtschaftskrise während R, Naziregime/2.Weltkrieg während D) - d.h. dass ich da Zweifel hätte, ob der Vergleich zwischen den Regierungsparteien sinnvoll ist. Die Entwicklung im allgemeinen Diskurs bzw. die diachrone Entwicklung dürfte davon weniger betroffen sein (also wenn du darauf dein Hauptaugenmerk richtest).

Wieso du aber keine Zeitungsartikel verwenden dürftest, erschließt sich mir nicht.

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