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[Phon]: Phonetik & Phonologie  » nicht erledigt GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?

15.07.2013, 19:32:23
Beitrag #1
GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
Hallo,

im Zuge meiner Klausur-Vorbereitung habe ich mich im Forum angemeldet, da mir doch noch einiges unklar ist. Als Übungsaufgabe haben wir zum Beispiel:"Welche Wörter lassen sich allein aus den GPK-Regeln herleiten?" Und als Wörter dann: Fliege,Zaun, Äpfel, Sand.

Dass Fliege eines dieser Wörter ist, konnte ich mir herleiten, da die Grapheme zur Lautschrift <f> <l> <ie> <g> <e> sind. Nun sagte man mir, dass Zaun auch dazu gehört. Aber ich verstehe nicht wirklich warum...Generell ist mir das alles noch sehr unklar. Traurig

Vielleicht könnt ihr mir helfen!?

Liebe Grüße


Hallo, ich bin ZaraKasi und seit 15.07.2013 17:21 hier angemeldet.
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15.07.2013, 19:55:07
Beitrag #2
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
Hallo,

zugegeben, Graphematik ist nicht gerade ein einfaches Thema.
Aber tatsächlich folgt das Wort Zaun den GPK-Regeln, weil es für alle Phoneme eine Entsprechung auf der Graphemebene gibt: /ts/ als Affrikate wird das Graphem <z> zugeordnet, der Diphthong /au/ wird graphematisch durch <au> repräsentiert und /n/ durch <n>.

Anders bei Äpfel, das man ja streng nach GPK auch Epfel schreiben könnte. Hier kommt das morphologische oder morphematische Prinzip zum Tragen, das um Morphemkontanz bemüht ist, um die Verwandtschaft von Morphemen bzw. Wörtern dem Leser schnell zu vergegenwärtigen.
Ebenso verhält es sich mit Sand, da hier die Auslautverhärtung ([zant]) graphisch nicht realisiert wurde.

Alles klar?



(15.07.2013 19:32:23)ZaraKasi schrieb:  Hallo,

im Zuge meiner Klausur-Vorbereitung habe ich mich im Forum angemeldet, da mir doch noch einiges unklar ist. Als Übungsaufgabe haben wir zum Beispiel:"Welche Wörter lassen sich allein aus den GPK-Regeln herleiten?" Und als Wörter dann: Fliege,Zaun, Äpfel, Sand.

Dass Fliege eines dieser Wörter ist, konnte ich mir herleiten, da die Grapheme zur Lautschrift <f> <l> <ie> <g> <e> sind. Nun sagte man mir, dass Zaun auch dazu gehört. Aber ich verstehe nicht wirklich warum...Generell ist mir das alles noch sehr unklar. Traurig

Vielleicht könnt ihr mir helfen!?

Liebe Grüße

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15.07.2013, 22:10:10
Beitrag #3
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
Ah okay,danke Zwinker Hab es mir schon fast denken können.


Hallo, ich bin ZaraKasi und seit 15.07.2013 17:21 hier angemeldet.
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21.07.2013, 11:22:17
Beitrag #4
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
Vielleicht könnt ihr mir nochmal helfen! Ich hab generell noch ein bisschen Schwierigkeiten, was Phoneme betrifft. Wie viele verschiedene Phoneme hat das Wort "Landadel" und warum?

Und was wäre die phonologische Transkription zu "Ziehbrunnen"? Ich kapiere nicht so genau, wo da der Unterschied zur phonetischen Transkription ist. Undecided

Danke!


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21.07.2013, 12:28:07
Beitrag #5
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
(21.07.2013 11:22:17)ZaraKasi schrieb:  Ich kapiere nicht so genau, wo da der Unterschied zur phonetischen Transkription ist. Undecided

Die Phonetik befasst sich mit den konkreten Lauten, die der jeweilige Sprecher produziert.

Die Phonologie beschäftigt sich - etwas bildlich ausgedrückt - damit, wie Sprachen aus diesem "Pool" Laute auswählen um damit Bedeutungen zu unterscheiden. bestimmte Laute (allophone) realisieren ein bestimmtes Phonem.

Eine phonetische Transkription erfasst daher die tatsächlichen, physikalisch messbaren Laute. Die phonologie ist eine Art abstrakte Zwischenschicht, die durch linguistische Analyse entsteht, und Phoneme sich entsprechend abstrakte Einheiten. Wenn wir beide beispielsweise ein [ i] produzieren und das dann mittels einer entsprechenden Analysesoftware betrachten, werden wir feststellen, dass das Signal sehr unterschiedlich aussieht. Trotzdem verwenden wir es beide als /i/ des Deutschen. Ob ich nun beispielsweise das Wort <tisch> mit einem aspirierten oder unaspirierten [t] produziere - die Bedeutung bleibt die gleiche, auch wenn es evtl. etwas komisch klingt; die beiden Laute kontrastieren nicht, sondern stehen in freier Variation.
Die Wörter <maus> und <laus> unterscheiden sich nur dadruch, dass das erste mit /m/ das zweite mit /l/ anlautet. /m/ und /l/ sind also - unabhängig davon, wie sie jetzt konkret produziert werden - dafür verantwortlich, dass die beiden Wörter was unterschiedliches bedeuten.

Eine phonologische Darstellung erfasst daher die abstrakten Einheiten - Phoneme - die eine Sprache verwendet, um Bedeutung auseinander zu halten.


(21.07.2013 11:22:17)ZaraKasi schrieb:  Vielleicht könnt ihr mir nochmal helfen! Ich hab generell noch ein bisschen Schwierigkeiten, was Phoneme betrifft. Wie viele verschiedene Phoneme hat das Wort "Landadel" und warum?

Vielleicht wird das an diesem Beispiel schon klar:

Eine phonetische Transkription einer relativ deutlischen Ausprache könnte vielleicht so aussehen: [ˌlantʰˌʔaːdˡ̩]
In einer phonologisch würde man vielleicht die Schwa-Ellision am Ende, den Lateralrelease (dl) oder die
Aspiration nicht erfassen, weil die die tatsächliche Realisierung betreffen, die aber keinen Bedeutungsunterschied ausmachen.
IPA erlaubt eine recht detailierte phonetische Darstellungen, die recht schnell dann auch sprecherspezifische Aspekte umfasst;
all das ist aber nicht so relevant, wenn es - wie bei einer phonologische Darstellung eben - darum geht, die Rolle von Lauten im
Sprachsystem zu erfassen.

(21.07.2013 11:22:17)ZaraKasi schrieb:  Und was wäre die phonologische Transkription zu "Ziehbrunnen"?

Ich kann ja mal zeigen, wie ich das phonetisch transkribieren würde Zwinker :

[ˈt͡siːˌbʁʊnn̩]

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21.07.2013, 14:09:13
Beitrag #6
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
(21.07.2013 11:22:17)ZaraKasi schrieb:  Wie viele verschiedene Phoneme hat das Wort "Landadel" und warum?

Probier es doch einfach mal aus, es zu transkribieren. Dann kannst du auch recht einfach zählen, wie viele Phoneme da sind. Obacht: haben ist nicht dasselbe wie bestehen aus. Wir kommentieren das dann.


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21.07.2013, 19:14:01
Beitrag #7
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
(21.07.2013 12:28:07)thf schrieb:  
(21.07.2013 11:22:17)ZaraKasi schrieb:  Und was wäre die phonologische Transkription zu "Ziehbrunnen"?

Ich kann ja mal zeigen, wie ich das phonetisch transkribieren würde Zwinker :

[ˈt͡siːˌbʁʊnn̩]

Danke euch erstmal Zwinker

Phonetisch hätte ich das auch so transkripiert, aber phonologisch? Das ist nämlich einer meiner Übungsaufgaben, das Wort einmal phonetisch,einmal phonologisch und dann noch die phonographische Schreibung.

Und Landadel hat dann 7 verschiedene Phoneme?


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21.07.2013, 20:47:45
Beitrag #8
RE: GPK-Regeln,wer erklärts mir kurz?
Wir zaubern Dir das nicht einfach gratis vor. Erst einmal darfst Du's selbst versuchen, schon des Lerneffektes wegen.


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