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[Allg]: Allgemeines, Linguistik als Disziplin  » nicht erledigt Gegen das Sprachensterben!

22.03.2012, 01:44:17
Beitrag #61
RE: Gegen das Sprachensterben!
So etwas wundert mich gar nicht! Typisch deutsche Politik! Es Fremdländern recht machen und einen auf Weltgewandtheit machen, aber das eigene Erbe mit Füßen treten!

Etwas Kampfentschlossenheit wäre nötig wie bei Verteidigern von Regionalsprachen in Frankreich, bei den Katalanen oder Walisern! Das Übermalen von Ortsschildern, die ausschließlich in Standarddeutsch beschriftet sind, wäre doch auch bei uns etwas! Oder Schulstreiks und Großkundgebungen vor
NDR-Gebäuden mit Spruchbändern wie "Wir wollen in unserer Sprache in Rundfunk und Fernsehen
24 h!" Nur durch aufsehenerregende Taten ist Walisisch vor dem Verfall gerettet worden.

Es gab im NDR übrigens einmal einen bemerkenswerten Beitrag, wo ein Mitarbeiter für Niederdeutsch die ganzen Klischees als groben Unfug entlarvt hat.

Vielfach wird über irgendwelche Dialekte gelästert wie "Kannst Du nicht Deutsch sprechen...".

Ich selbst habe in meinen Jugendjahren erlebt, wie man mir in meinem Umfeld erklärt hat, daß unsere rheinische Sprache nichts wert sei, ich mir das nie aneignen solle und ich "vernünftig" sprechen soll. Man hätte mir mal besser gesagt, wie ich an Bücher dafür drankomme und wen ich am besten anspreche. Es gibt einen treffenden Satz im Okzitanischen, der heißt:"Perqué m´an pas dich lo nom de mon pais?" übersetzt:"Warum hat man mir nicht den Namen meines Landes gesagt?"

Alex


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04.04.2012, 20:54:40
Beitrag #62
RE: Gegen das Sprachensterben!
(22.03.2012 01:44:17)AlexderFranke schrieb:  Etwas Kampfentschlossenheit wäre nötig wie bei Verteidigern von Regionalsprachen in Frankreich, (...)

So in etwa? ☞ http://observers.france24.com/content/20...l-election


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07.04.2012, 19:04:33
Beitrag #63
RE: Gegen das Sprachensterben!
Ja, so etwas würde ich mir auch für Deutschland wünschen! Ich wäre sofort dabei! Auch in Deutschland wäre es an der Zeit, daß solche Proteste es bis in die Presse schaffen.

Die Lage der deutschen Regionalsprachen ist mit jenen in Frankreich vergleichbar, wenn man von Sorbisch, Friesisch und Dänisch absieht. Auch hier werden sie in der Gesellschaft vielfach als nutzlos oder als verwegenes Steckenpferd Einzelner betrachtet. Mit Kindern eine Regionalsprache zu sprechen, ist auch bei uns sehr verpönt.

Die Lage ist hier eher noch schlechter. Immerhin gibt es in Frankreich vielfach Regionalsprachen als Wahlfach oder mancherorts sogar als Unterrichtssprache und vielerorts Sprachkurse.

Auch im Schul- und Medienbereich brauchen wir Kampfentschlossene, die für das Vorkommen von Regionalsprachen im Bildungsgefüge und in den Medien eintreten.

Die deutschen Bundesländer haben wiederrum mehr Handlungsspielraum als die französischen Regionen und Départements, den sie für Regionalsprachen nutzen könnten. Man könnte die Regionalsprachen in die Landesverfassungen aufnehmen und zweisprachige Ortsschilder aufstellen. Der Zentralismus ist hier weniger in der Politik, aber doch stark in der Gesellschaft verankert.

Alex


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04.06.2012, 21:14:32
Beitrag #64
RE: Gegen das Sprachensterben!
Hier nennt mal jemand eine konkrete Zahl für Australien: 900.000.000 AUD.
http://www.smh.com.au/national/education...1zn48.html


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31.08.2012, 09:02:29
Beitrag #65
RE: Gegen das Sprachensterben!
"Revival Linguistics" — Ein schöner Beitrag von/über Ghil'ad Zuckermann: http://95bfm.com/default,207265.sm


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31.08.2012, 15:52:15
Beitrag #66
RE: Gegen das Sprachensterben!
(31.08.2012 09:02:29)janwo schrieb:  "Revival Linguistics" — Ein schöner Beitrag von/über Ghil'ad Zuckermann: http://95bfm.com/default,207265.sm
In jedem Fall spannend, wenngleich ich etwas unschlüssig bin, wie ich das bewerten soll Zwinker
Gibt's da irgendeinen Grundlagentext zur 'seine neuen Diszplin', einen Artikel, der seine wesentlichen Thesen zusammenfasst, oder sonst was, wo man das noch mal im Detail nachlesen kann (so auf Anhieb fand ich nur das hier?

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01.09.2012, 18:35:54
Beitrag #67
RE: Gegen das Sprachensterben!
Ich habe mir den Beitrag angehört.

Es wird aber kaum erwähnt, unter welchen Umständen die Neubelebung von Sprachen sinnvoll und möglich ist.

Hebräisch war niemals vollständig außer Gebrauch gekommen. Es hatte als Liturgiesprache die Jarhunderte überlebt. Außerdem hatten sich die Juden ihr Eigenbewußtsein bewahrt. Die jüdische Rückwanderung nach Israel hat die Neubelebung des Hebräischen stark begünstigt, weil man sprachlich so auf einen gemeinsamen Nenner kommen konnte. Man brauchte nur noch den Ausbau für neuzeitliche Bedürfnisse. Trotzdem ist am Anfang erwogen worden, Jiddish als weit verbreitete, jüdische Sprache zur Landessprache zu machen.

So ähnlich sieht es heute beim Koptischen aus. Es wird fast nur als Liturgiesprache eingesetzt, ist aber bis heute nicht vollständig vergessen. Vor allem unter koptischen Christen, aber auch anderen Ägyptern besteht noch ein Eigenbewußtsein, weshalb der Nährboden für eine Neubelebung gegeben ist. Außerdem gibt es immer noch Wörter koptischen Ursprungs im ägyptischen Arabisch, weshalb den Ägyptern manches aus dem Koptischen bekannt vorkommen dürfte.

Maori in Neuseeland hat nicht die günstigen Ausgangsbedingungen wie das Hebräische. Es gibt bereits das Englische als Sprache, die jeder versteht. Maori könnte aber zur Stärkung des neuseeländischen Wir-Gefühls als Land und zur Überbrückung von Gräben zwischen den Einwohnern dienen, weil es etwas kennzeichnend Neuseeländisches ist. Es könnte die Neuseeländer aus dem Einerlei der englischsprachigen Welt hervorheben.

In Australien ist die Lage viel verwickelter, weil es rund 250 verschiedene einheimische Sprachen gibt und gab. Eine landesübergreifende Sprachpolitik ist nur beschränkt möglich. Bürger und Körperschaften müssen vor Ort entsprechend örtlicher Rahmenbedingungen handeln. Für am aussichtsreichsten halte ich die Förderung einheimischer Sprachen in Australien abseits der großen Ballungsräume, wo die australischen Ureinwohner nennenswerte Anteile der Einwohner ausmachen und deren Kultur sichtbar ist. Die kulturelle Landschaft des ganzen Landes könnte in Australien bunter und reicher werden, wenn man die Ureinwohner-Kultur stärker ins allgemeinen Kulturleben vor allem außerhalb der Haupt-Ballungsräume verankert.

Und: Gerade heute in Zeiten der örtlichen Beweglichkeit darf man Zugewanderte nicht aus dem Blickfeld lassen, damit sich eine Spaltung der Gesellschaft in Zugewanderte und Einheimische und die Gleichgültigkeit der Zugewanderten nicht vertiefen. Wo eine Regionalsprache noch sehr stark verhanden ist, sollten Arbeitgeber wenigstens Grundkenntnisse in ihr zur Einstellung ohne Rücksicht auf Herkunft verlangen.

Ich bin, wie ich schon einmal geschrieben habe, ein entschiedener Befürworter für verpflichtenden Unterricht der Regionalsprache in der Schule. Nur dadurch kann einer Wiederbelebung wirksam der Boden bereitet werden oder verhindern, daß eine Sprache ganz ins Vergessen gerät. Wenn der Unterricht kind- und jugendgerecht gestaltet wird, stößt das bei Schülern auf genausowenig oder genausoviel Ablehnung wie die anderen Lerninhalte. Es liegt an Lehrkräften, auch den Sinn des Sprachunterrichts zu vermitteln, was auch für andere Fächer gilt. In Irland habe ich erlebt, daß eintauchendes Lehren einer Sprache nicht das einzige sinnvolle Mittel ist. Wo Eltern ihre Kinder nicht auf spracheintauche Schulen schicken, sind ein paar Wochenstunden besser als nichts! Und vorgeschriebener Sprachunterricht stellt sicher, daß alle Kinder unabhängig vom Elternwillen schon früh mit der Regionalsprache in Verbindung kommen.


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06.10.2012, 09:31:14
Beitrag #68
RE: Gegen das Sprachensterben!
Ein Sprachtodesfall in der eigenen Familie: Cromarty fisherfolk Scots ist ausgestorben.

http://edition.cnn.com/2012/10/05/world/...homepage-t
http://www.k-international.com/blog/rip-...k-dialect/


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06.10.2012, 17:57:41
Beitrag #69
RE: Gegen das Sprachensterben!
So bedauerlich diese Geschichte auch ist, sieht es so aus, daß kleinräumliche Sprachformen, die sich nicht scharf gegenüber der einflußreichen Sprachform abgrenzen, heute kaum noch eine Chance haben dürften. Hauptanliegen in Schottland muß die Aufwertung des Scots und somit sein Weiterleben insgesamt sein. Ein mundartübergreifendes Standard-Scots mit Neubelebung gesondert schottischer Wörter wäre sinnvoll, um es wieder klar gegenüber dem Englischen abzugrenzen. Wenn die Sprache weiterlebt und ein Wörterbuch den gesamten Wortschatz des Landes enthält, werden Nachkommen auch ortsbezogene Aufzeichnungen noch verstehen und womöglich zur Hand nehmen. Das Aufschreiben von bislang mündlicher Überlieferung ist heute einfach ein Muß, wenn sie nicht verlorengehen soll.

Ich kann der Anmerkung in den Berichten nur voll zustimmen, daß Schriftstücke in Scots in schottischen Schulen gelesen werden sollten. Dasselbe gilt für alle Regionalsprachen in ihren angestammten Gebieten. Für mich ist es gar nicht nachvollziehbar, warum in den Schulen vor Ort die jeweilige Regionalsprache nicht als Pflicht-Lehrinhalt vorkommen sollte. In Schottland ist das im Hochland und auf den Inseln Schottisch-Gälisch und anderswo Scots.

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20.03.2013, 12:47:38
Beitrag #70
RE: Gegen das Sprachensterben!
Eine TV-Dokumentation über einen Iren, der versucht, mit Irisch im irischen Alltag zu überleben:

http://www.youtube.com/watch?v=eyll-bBZzyk

Zitat:No Béarla follows native Irish language speaker, Manchán Magan around Ireland where he attempts to use the nation's official first language to get by, without any English. The series documents the highs and lows of the adventure.


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26.03.2013, 19:31:41
Beitrag #71
RE: Gegen das Sprachensterben!
Eine "alte" Sprache, Vertreterin eines sehr wichtigen und einzigartigen Sprachzweiges ist erloschen:

Zitat:Boa Sr, who died last week aged about 85, was the last native of the Andaman Islands who was fluent in Bo.

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/a...grave.html


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03.04.2013, 16:21:50
Beitrag #72
RE: Gegen das Sprachensterben!
Ich habe die Serie "no Béarla" auf Youtube gesehen. Es ist doch merkwürdig, daß nicht jeder Ire, der in der Republik zur Schule gegangen ist, etwas Irisch beherrscht. Seit 80 Jahren lernen alle irischen Schüler 12 Jahre lang Irisch.


Irland ist ein Anschauungsbeispiel für Fehler und auch dafür, daß verpflichtender Unterricht einer Regionalsprache grundsätzlich sinnvoll ist. Es muß aber darauf geachtet werden, daß der Unterricht für Kinder und Jugendiche ansprechend ist und Schulabgänger flächendeckend die Sprache auch beherrschen. Es dürfen nur tatsächlich fähige Lehrkräfte eingesetzt werden.


Nach der heißen Umschwungszeit der 20-er und 30-er Jahre war der Eifer für die irische Sprache erlahmt. Man hatte zwar Irisch als Pflichtfach beibehalten, aber in der Politik war man halbherzig geworden. Eine wirksame Stärkung der Sprache im öffentlichen Bereich in jenen Gebieten, wo noch die Mehrheit Irisch spricht bzw. sprach, ist trotz großen Worten von Politikern versäumt worden. Auch heute wird von irischen Muttersprachlern beklagt, daß bei allen Anstrengungen Muttersprachler auch im unabhängigen Irland ohne vollkommene Beherrschung des Englischen benachteiligt geblieben waren. Das Irische hätte in den Gaeltacht-Gebieten wieder eine so starke Stellung erlangen müssen, daß Zuzügler gezwungen sind, die Sprache zu lernen und anzuwenden.


Im übrigen Land fehlte der irischen Sprachbewegung die Überzeugungskraft, die Iren zum Sprachwechsel zurück zum Irischen zu bewegen, was in Israel beim Hebräischen gelungen war. In der Unabhängigkeitsbewegung waren nicht alle auch Verfechter dafür, aus Irland wieder ein irischsprachiges Land machen zu wollen.

Alex


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03.04.2013, 17:13:43
Beitrag #73
RE: Gegen das Sprachensterben!
(03.04.2013 16:21:50)AlexderFranke schrieb:  Ich habe die Serie "no Béarla" auf Youtube gesehen. Es ist doch merkwürdig, daß nicht jeder Ire, der in der Republik zur Schule gegangen ist, etwas Irisch beherrscht. Seit 80 Jahren lernen alle irischen Schüler 12 Jahre lang Irisch.

Ich habe im Februar in einem Seminar einen Teilnehmer gehabt, der zu seinem eigenen größten Bedauern trotz guter Voraussetzungen kein Irisch-Muttersprachler ist. Er machte das vor allem an zwei Faktoren fest: zu viel äußerer Zwang (Pflichtfach in der Schule) und zu wenigMotivation. Es gab keinen sinnvollen, für die Schüler erkennbaren Grund, Irisch zu lernen. Hinzu kam:

(03.04.2013 16:21:50)AlexderFranke schrieb:  Irland ist ein Anschauungsbeispiel für Fehler und auch dafür, daß verpflichtender Unterricht einer Regionalsprache grundsätzlich sinnvoll ist. Es muß aber darauf geachtet werden, daß der Unterricht für Kinder und Jugendiche ansprechend ist und Schulabgänger flächendeckend die Sprache auch beherrschen. Es dürfen nur tatsächlich fähige Lehrkräfte eingesetzt werden.

Genau das. Ein Teufelskreis aus Unmotiviertheit, Schülerfrust, Lehrerfrust, noch mehr Unmotiviertheit.
Das mag nicht immer so sein, aber der irische Student meinte, es sei schon typisch für seine Generation (geboren in den 1980ern), dass man in der Schule nur eines in Sachen irischer Sprache gelrnt habe: sie zu hassen.


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03.04.2013, 19:12:25
Beitrag #74
RE: Gegen das Sprachensterben!
Ich bin schon ein paar Mal in Irland gewesen. Außerhalb der Gaelscoils, also wo die Schüler in die Sprache eintauchen, gibt es wahrlich krasse Gegensätze, was Irischkenntnisse angeht. Man trifft manchmal Iren an, die Irisch gut beherrschen und die Sprache lieben. Andere verstehen fast nichts und stehen dem Irischen gleichgültig bis ablehnend gegenüber.


Die meisten Iren befürworten Irisch als Pflichtfach in der Schule oder finden den Grund dafür zumindest nachvollziehbar. Bemängelt wird, daß manche Lehrkräfte unfähig sind und den Widerwillen von Schülern herausfordern. Ich bemerke aber auch, daß der flächendeckende Unterricht die Sprache davor bewahrt, ganz vergessen zu werden. Bei manchen Schülern wird auch eine Zuneigung zum Irischen geweckt. Ohne die Anstrengungen der Gälischen Liga könnte es noch schlechter aussehen. Dann wäre das Irische wohl fast völlig verschwunden und es wären wohl gar keine Gaeltacht-Gebiete geblieben. Ich habe in einem Buch gelesen, daß die von ortsfremden Besuchern bekundete Wertschätzung für ihre Sprache tatsächlich viele Leute mehr am Rande der Gaeltacht-Gebiete dazu bewogen hat, am Irischen festzuhalten.

Allgemein vermiest abstoßend gestalteter Unterricht den Schülern die Lust am Lernen, was nicht das Ziel sein kann. Ich habe als Schüler selbst erlebt, wie fähige Lehrer selbst bei eher unbeliebten Fächern die Schüler zum Mitmachen anspornen können.

Alex


Hallo, ich bin AlexderFranke und seit 17.01.2012 19:15 hier angemeldet.
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08.04.2013, 22:09:16
Beitrag #75
RE: Gegen das Sprachensterben!
Zur Abwechslung mal eine Meldung, bei der der notorische "Last Speaker" zwar auch verstorben ist, er aber seine Sprache nicht mit ins Grab nimmt. Ein Hoffnungsschimmer für Yurok:


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