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 » nicht erledigt Gemination im Deutschen?

08.09.2013, 13:12:34
Beitrag #1
Gemination im Deutschen?
Hallo,
phonologische Gemination soll ja mit Ausnahme vielleicht in manchen Dialekten im Deutschen nicht mehr vorkommen. Nun bin ich aber über meine eigene Aussprache gestolpert und wollte fragen, ob ihr so etwas auch kennt und ob es sich dann um Gemination handelt.
Und zwar habe ich in meiner Aussprache festgestellt, dass sich "ich nenn'" und "wir nennen" phonetisch nur durch Gemination unterscheidet: "nenn" [nɛn] und "nennen" [ˈnɛn̩ː] (nach Duden: [ˈnɛnn̩]/[ˈnɛnən]). Mein /n/ wird also geminiert, wenn die Infinitiv- oder Konjugationsendung {-en} an den Stamm herantritt und phonetisch der Vokal ausgelassen wird.
Kennt ihr das von eurer Aussprache auch und handelt es sich hierbei überhaupt um Gemination?
Danke und viele Grüße,
Kevin


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09.09.2013, 09:49:03
Beitrag #2
RE: Gemination im Deutschen?
(08.09.2013 13:12:34)Kevin schrieb:  Und zwar habe ich in meiner Aussprache festgestellt, dass sich "ich nenn'" und "wir nennen" phonetisch nur durch Gemination unterscheidet: "nenn" [nɛn] und "nennen" [ˈnɛn̩ː] (nach Duden: [ˈnɛnn̩]/[ˈnɛnən]). Mein /n/ wird also geminiert, wenn die Infinitiv- oder Konjugationsendung {-en} an den Stamm herantritt und phonetisch der Vokal ausgelassen wird.
Du würdest also das Herantreten eines grammatischen Morphems, in diesem Fall der Flexionsendung für die erste und dritte Person Plural -(e)n an einen auf n auslautenden Verbstamm als Gemination bezeichnen.

Wie sieht es denn aber bei der Komposition aus, also der Verbindung zwischen zwei lexikalischen Morphemen? Ich komme gerade darauf, weil ich auf Wikipedia da das Beispiel Betttuch lese, das man nach alter Rechtschreibung ja noch Bettuch (mit nur zwei t) schrieb. Wenn ich mich richtig entsinne, schlug der Duden vor der Rechtschreibreform auch zur Differenzierung des jüdischen Bet-Tuchs eben diese Schreibung mit Bindestrich vor. Unabhängig von der Quantität des vorausgehenden Vokals müsste man dann aber doch sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen Bett(t)uch von einer Gemination des t-s sprechen.


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09.09.2013, 15:03:31
Beitrag #3
RE: Gemination im Deutschen?
(09.09.2013 09:49:03)Gernot Back schrieb:  Du würdest also das Herantreten eines grammatischen Morphems, in diesem Fall der Flexionsendung für die erste und dritte Person Plural -(e)n an einen auf n auslautenden Verbstamm als Gemination bezeichnen.
Ja, genau. Also, aus meiner Laien- und subjektiven Sicht und meinem Autolekt.

(09.09.2013 09:49:03)Gernot Back schrieb:  Wie sieht es denn aber bei der Komposition aus, also der Verbindung zwischen zwei lexikalischen Morphemen? Ich komme gerade darauf, weil ich auf Wikipedia da das Beispiel Betttuch lese, das man nach alter Rechtschreibung ja noch Bettuch (mit nur zwei t) schrieb. Wenn ich mich richtig entsinne, schlug der Duden vor der Rechtschreibreform auch zur Differenzierung des jüdischen Bet-Tuchs eben diese Schreibung mit Bindestrich vor. Unabhängig von der Quantität des vorausgehenden Vokals müsste man dann aber doch sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen Bett(t)uch von einer Gemination des t-s sprechen.
Wenn ich "Betttuch" ausspreche, komme ich nicht umhin, eine gewisse Gemination des /t/s festzustellen.


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09.09.2013, 23:03:33
Beitrag #4
RE: Gemination im Deutschen?
[nɛn] vs. [ˈnɛn̩ː] ist wohl ein rein (nord)deutsches Phänomen, hier gibt's das nicht.

Genauso das Bet(t)tuch. Ich frage mich gerade, wie Ihr das aussprechen würdet. Orthographieunabhängig gibt's in meiner Varietät einen deutlichen phonetischen Unterschied zwischen betten (mit [ɛ]) und beten (mit [eː]), also auch zwischen Betttuch und Bettuch.


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10.09.2013, 09:52:10
Beitrag #5
RE: Gemination im Deutschen?
(09.09.2013 23:03:33)lletraferit schrieb:  Genauso das Bet(t)tuch. Ich frage mich gerade, wie Ihr das aussprechen würdet. Orthographieunabhängig gibt's in meiner Varietät einen deutlichen phonetischen Unterschied zwischen betten (mit [ɛ]) und beten (mit [eː]), also auch zwischen Betttuch und Bettuch.
Wir sprechen hier ja nicht über den Vokal, der sich sowohl in seiner Quantität als auch in seiner Qualität bei betten und Betttuch einrseits und beten und Bettuch andererseits unterscheidet, sondern wir sprechen über den Konsonanten [t].

Da ich mit Bet-Tüchern relativ selten in Berührung komme, weiß ich noch nicht einmal, wie es Leute aussprechen, die ein solches zum Beten verwenden. Hier könnte ich mir aber auch ein einfaches [t] vorstellen oder eine kurze Pause zwischen den zwei [t]. Bei Betttuch höre ich hingegen klar ein geminiertes [t], wenn ich es ohne Pause an der Morphemgrenze ausspreche.


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