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[Phon]: Phonetik & Phonologie  » nicht erledigt Herkunft des stimmlosen lateralen Approximanten [l̥] im Isländischen

26.11.2014, 20:53:34
Beitrag #1
Herkunft des stimmlosen lateralen Approximanten [l̥] im Isländischen
Hallo,
ich frage mich gerade, welche Geschichte hinter dem stimmlosen lateralen Approximanten [l̥] im Isländischen steckt. Ich denke mal, dass es ihn im Altisländischen nicht gegeben hat. Gibt es Theorien zu dessen Entstehung? Ich frage deshalb, weil im benachbarten Grönlandischen der stimmlose laterale Frikativ [ɬ] vorkommt und das Isländische [l̥] auch meist mit einiger Reibung und dann als [ɬ] realisiert wird. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?
Vielen Dank und viele Grüße,
Kevin


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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26.11.2014, 21:36:02
Beitrag #2
RE: Herkunft des stimmlosen lateralen Approximanten [l̥] im Isländischen
Ich weiß es leider nicht genau. Meine Überlegung war bisher allerdings, dass es sich um Assimilations- bzw. Auslautverhärtungsphänomene handelt.

Besonders prominent tritt das stimmlose [l̥] (und [n̥]) in Geminaten und nach /r/ auf, wo eine [t]/[d̥] Epenthese stattfindet. Entsprechend hatte ich die stimmlose Realisierung als progressive Kontaktassimilation (die ggf. durch nasal/lateral release entsteht) gewertet.
(<karl> [kartˡl̥] 'mann'; <einn> [ei̯tⁿn̥])
Auch die weiteren Kontexte, die mir gerade einfallen, involvieren einen stimmlosen Konsonanten und/oder sind im Auslaut.

Die Verbindung zum Grönländischen finde ich interessant, kenne mich aber zu wenig aus, um das beurteilen zu können. Es gibt übrigens auch ein paar Fragmente (Inschriften) der germanischen Varietät, die die mittelalterlichen Siedler dort gesprochen haben. Wäre ja interessant, ob man irgendwie Evidenz dafür hat, dass dort ähnliche Phänomene auftraten (dürfte aufgrund der Datenlage aber schwierig werden).

Ich habe das bisher in einem größeren Kontext zusammen mit der Präaspiration verortet und sozusagen auf den "phonetischen Habitus" der Sprache geschoben (weiß nicht, wie ich das gut erklären soll oder ob es dafür sogar einen Fachbegriff gibt. Gemeint ist sozusagen die Artikulationslogik der Sprache; jedenfalls erscheinen mir diese Phänomene innerhalb der Sprache als konsistent). Hab's aber nie weiter verfolgt.

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