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 » nicht erledigt 'Honorations-Schwäbisch'

16.04.2014, 19:26:00
Beitrag #1
'Honorations-Schwäbisch'
Guten Abend!

In einem Artikel des Deutschlandfunks (http://www.deutschlandfunk.de/sie-wollen..._id=184476) bin ich heute über den Begriff 'Honorations-Schwäbisch' gestolpert. Eine kurze Literaturrecherche ergab bisher jedoch nichts dazu. Deshalb meine Frage: Kennt irgendjemand Fachliteratur, die sich mit diesem 'Phänomen' auseinandersetzt und evtl. auch eine Definition dazu gibt?

Vielen Dank und liebe Grüße!

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16.04.2014, 21:36:50
Beitrag #2
RE: 'Honorations-Schwäbisch'
Hallo,
du meinst vermutlich Honoratiorenschwäbisch, eine überregionale Mischform, die dem Standard-/Hochdeutschen angenähert ist:

Wikipedia schrieb:Was früher als Honoratiorenschwäbisch bezeichnet wurde und eher als Manierismus galt, ist heute eine weitverbreitete Anverwandlung des Schwäbischen an standardsprachliches Deutsch. In vielen Situationen werden Mischformen verwendet, die Schriftdeutsch, umgangssprachliches Deutsch und Schwäbisch in verschiedenen Anteilen mischen. Typische Situationen sind solche, in denen reines Schwäbisch nicht verstanden wird, die Standardsprache aber nicht angemessen wäre oder in denen der Sprecher das Gefühl hat, nicht verstanden zu werden, auch wenn die Gegenseite sehr wohl Schwäbisch versteht, oder in Situationen, in denen er dem Gesagten besonderen Nachdruck verleihen will. Beispielsweise werden im Gespräch mit schwäbischen Kindern oft Mischformen verwendet („So, jetzt muâsch du dô drückhhen.“ „Ich sag dir des noch einmal.“. „Sascha, „Geh’ nicht dahintere!“ statt „Gang ed dahendre!“).


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16.04.2014, 21:37:42
Beitrag #3
RE: 'Honorations-Schwäbisch'
Ich kannte den Begriff bis gerade auch nicht, allerdings habe ich den Eindruck, dass es sinnvoll ist, nach "Honoratiorenschwäbisch" zu suchen; siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Honoratiore...ischformen

Eine frühe Quelle ist folgende:
Kretschmer, Paul 1918[1969]. Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
(Einzusehen hier: https://archive.org/stream/wortgeographi...1/mode/2up Seite 11ff.)

So wie ich das verstehe, geht es um eine Varietät, die einen schwäbischen Einschlag hat, aber näher an der Hochsprache/Schriftsprache orientiert ist. Der Text gibt auch einige weitere Hinweise, die bei der soziolingistischen Einordnung sehr hilfreich sind.

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17.04.2014, 06:55:58
Beitrag #4
RE: 'Honorations-Schwäbisch'
Vielen, vielen Dank Euch beiden!

Die häufiger gebrauchte Form scheint in der Tat Honoratiorenschwäbisch zu sein, wie er ja dann auch von Paul Kretschmer gebraucht wird. Schön, dass dieser Begriff also bereits so früh gebraucht wurde, danke!!

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