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 » Erledigt: Heute Heute Kommunikationsmodelle

02.06.2010, 12:52:56
Beitrag #1
Kommunikationsmodelle
Hallo,

hoffe, dass das Thema hier richtig ist. Ich habe nächste Woche mündliche Prüfung in Deutsch zum oben genannten Thema. Ich habe diesbezpglich noch ein paar Fragen.
1. Kann man die Modelle von Bühler und von Thun analog benutzen oder muss man da differezieren?
2. Kennt ihr Nachteile der Modelle? Ich habe nur gefunden, dass Sender und Empfänger die Zeichen gleich interpretieren müssen, sonst kommt es zum Missverständnis. Habe noch weitere Nachteile gefunden, allerdings weis ich nicht genau, was damit gemeint ist:
-Das Modell ist zu statisch
-Es fehlt die Botschaft
-Darstellung ist schon ein Gedanke
3. Wisst ihr etwas mit den gestrichelten Linien beim Organon-Modell anzufangen?
Danke


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02.06.2010, 13:04:47
Beitrag #2
RE: Kommunikationsmodelle
Hallo,
"richtig" ist das Thema hier auf jeden Fall. Lächel

Allgemeine Antwort zu 1: Wenn zwei oder mehr Modelle dasselbe beschreiben (sollen), dann sollten sie auch parallel anwendbar sein, gegebenenfalls mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen/Hauptaugenmerken.

Zu 2.: Wieso ist das denn ein Nachteil? Das trifft doch die Wirklichkeit ganz gut: Wenn ich "Bank" sage und das Sitzmöbel meine, Du aber das Kreditinstitut verstehst, dann gibt's ein Missverständnis. Ganz generell: Modelle gehen zumeist (immer?) von (vereinfachten) Idealsituationen aus, das macht sie in der konkreten Anwendung manchmal etwas unflexibel/unpassend/unzutreffend.

Zu 3.: Meinstu Du die gestrichtelten Linien bei "Darstellung" oder den gestrichelten Kreis?
Bei "Darstellung": Die Symbolhaftigkeit des Sprachzeichens ist nicht zwingend ("arbiträr"/"konventionell") und insofern anderer Natur als die anderen beiden Beziehungen (zu Sprecher und Hörer).
Beim Kreis: Such mal nach "abstraktive Relevanz" Zwinker


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02.06.2010, 19:19:15
Beitrag #3
RE: Kommunikationsmodelle
"Meinstu Du die gestrichtelten Linien bei "Darstellung""
jep, aber gut, dass Du die abstraktive Relevanz noch mal ansprichst. Ich habe in meinen Unterlagen auch schon etwas dazu gefunden:

"In Bühlers Darstellung greift der Kreis an einigen Stellen über das Dreieck hinaus. Dies bedeutet, dass nicht alles vom Schallphänomen mit der Zeichenfunktion zu tun hat (so ist die Höhe eines Stoppschildes nicht notwendig, um dessen Aussage zu verstehen). Der Empfänger beachtet jedoch automatisch nur das semiotisch Relevante. Dieses Phänomen bezeichnet Bühler als die abstraktive Relevanz."

Hier irretieret mich der Begriff "Schallphänomen". Wenn ich jetzt ein Stoppschild sehe, dann hat das doch nichts mit einem Schallphänomen zu tun, ich nehme es ja mit den Augen wahr, oder ist damit die Situation gemeint, dass jemand mich auf ein Stoppschild aufmerksam macht?

Noch mal zurück zu Deiner Definition der gestrichelten Linien.
"Die Symbolhaftigkeit des Sprachzeichens ist nicht zwingend [...] und insofern anderer Natur als die anderen beiden Beziehungen..."
Ich verstehe das so, dass die Botschaft auf Sachebene immer eindeutig ist(Ich sage:"Da ist ein Stoppschild" und hier gibt es rein sachlich nichts zu interpretieren, es ist objektiv) aber bei den anderen Ebenen(Beziehung, Appell) die Information subjektiv ist.
Habe ich das richtig verstanden?


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02.06.2010, 21:54:50
Beitrag #4
RE: Kommunikationsmodelle
Janeenichtganz. Die anderen Ebenen (Beziehung, Appell) funktionieren übereinzelsprachig und sind nicht (oder zumindest nicht in vergleichbarem Maße) konventionalisiert wie die Ausdruck-Inhalt-Beziehung des "Schallphänomens" zur außersprachlichen Wirklichkeit. (Das merkst Du daran, dass der Appell mithin auch funktionieren kann, wenn der Sprecher Dich in seiner für Dich unverständlichen Sprache hektisch volltextet, während Du auf das Stoppschild zurast Zwinker )

Was das Stoppschild und die abstraktive Relevanz des "Schallphänomens" angeht: Bei dem Beispiel musst Du entweder um die Ecke denken (und glauben, dass Du angesichts des Schildes irgendeine Art lautlicher Repräsentation im Kopf aktiviert bekommst, die zumindest wahrnehmungsseitig denselben Effekt hat wie das Hören des Schallphänomens), oder aber davon ausgehen, dass die Zeichenfunktion durch den Wechsel vom akustischen zum optischen Medium nicht leidet und somit erhalten bleibt. Sprache ist eben primär und überwiegend ein Schallphänomen; alle anderen Sinne sind da nachrangig und insofern für das Modell bzw. die Beschreibung des Prinzips nicht so wichtig.


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03.06.2010, 15:49:47
Beitrag #5
RE: Kommunikationsmodelle
Hallo,

jetzt habe ich eine Frage zum Karpmann(Drama)-Dreieck. Dazu stelle ich mal den folgenden Link rein:http://www.sinnwerkstatt.ch/DA_Website/2_4_4.htm
Meine Frage bezieht sich jetzt auf die Vorzeichen + und -, ich verstehe nicht ganz, wozu diese dienen.(<--kommt hier eigentlich ein ? hin?Zunge)
Danke

Grüße
arne90


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04.06.2010, 11:29:57
Beitrag #6
RE: Kommunikationsmodelle
Ich nehme an, die Vorzeichen +/- beziehen sich auf die Grundhaltungen "OK"/"Nicht OK".


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04.06.2010, 11:33:35
Beitrag #7
RE: Kommunikationsmodelle
P.S.: Da gehört natürlich kein Fragezeichen hin, weil "ich verstehe nicht ganz" (normalerweise) ein Aussagesatz ist (wenn auch einer mit -indirekter- Fragefunktion) --- es sei denn Du willst fragen ob du nicht ganz verstehst (a), wobei dann normalerweise auch eine invertierte Satzstellung (b) verwendet würde:

(a) Ich verstehe (wohl) nicht ganz ...?
(b) Verstehe ich ... (wohl) nicht ganz?


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05.06.2010, 13:44:45
Beitrag #8
RE: Kommunikationsmodelle
Ich hätte da dann noch eine Frage zum Organon Modell:
"Der Empfänger beachtet jedoch automatisch nur das semiotisch Relevante. Dieses Phänomen bezeichnet Bühler als die abstraktive Relevanz. "
Wie genau muss ich hier das Wort "abstraktiv" verstehen? Abstraktion bedeutet ja, dass man etwas bestimmtes beobachtet und dann auf etwas Allgemeines anwendet, inwiefern lässt sich dies jetzt auf Bühlers Modell übertragen?

EDIT: Karpmann Dreieck:"Dabei übernehmen die Beteiligten diese Rollen aus der inneren Notwendigkeit des Musters heraus, sie „spielen“ diese Rollen (sie „sind“ nicht die Rollen)."
Ist mit "sie "sind" die Rollen nicht" gemeint, dass es jederzeit zu einem Rollenwechsel kommen kann und die Personen deshalb nicht starr eine Rolle zugewiesen bekommen?

Grüße


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06.06.2010, 16:32:03
Beitrag #9
RE: Kommunikationsmodelle
"Abstraktion" ist nicht nur etymologisch vergleichbar mit "Subtraktion":
  1. Man zieht (in der konkreten Zeichenverwendung) von den Bedeutungskomponenten/-aspekten diejenigen ab, die im gegebenen Kontext nicht relevant oder passend sind.
  2. Andererseits zieht man in der (allgemeinen) Zeichendefinition die nicht relevanten Bedeutungsnuancen und -merkmale ab, die zur allgemeinen Bedeutungsangabe (z.B. in einem Lexikoneintrag) nicht wichtig/relevant/passend sind.

Was man da nun jeweils abzieht, muss nicht deckungsgleich sein, bzw. ist es wohl auch meistens nicht.

Zu Kampmann: Ich glaube(!), es geht darum dass man nicht vergessen soll: Die Personen sind Personen, nicht Rollen. Kurze Antwort auf Deine Frage: ja.


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06.06.2010, 17:39:59
Beitrag #10
RE: Kommunikationsmodelle
Ach so, logisch. Einfach mal auf den lateinischen Ursprung gucken, danke. Ich hoffe, damit bin ich für meine Prüfung gut vorbereitet.


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