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 » nicht erledigt Kunstsprachen
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25.08.2011, 20:59:12
Beitrag #16
RE: Kunstsprachen
Hallo!

Es tut mir leid, wenn dieser Thread schon zu alt sein sollte um ihn wieder aufzuwecken, aber ich arbeite selber seit einigen Jahren an einem Kunstsprachenprojekt (bin allerdings kein Linguist) und wollte eigentlich auf Jannynas Frage hin nur zwei Links loswerden: Zompist BBoard und Conlang Mailinglist. Das sind soweit ich weiß die beiden größten Foren, wenn es um hobbymäßig entwickelte Kunstsprachen geht. Zumindest das ZBB (da bin ich aktiv) hat eher den Fokus auf naturalistischen Kunstsprachen als auf IALs wie Esperanto. Bei Conlang-L sieht es so ähnlich aus. Sowohl das ZBB als auch Conlang-L sind englischsprachig; von Foren auf Deutsch zum Thema weiß ich leider nichts. Ich bin hier gelandet, weil ich selber heute (mal wieder, spaßeshalber) nach deutschsprachigen Kunstsprachenforen gesucht habe.

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15.10.2011, 00:42:15
Beitrag #17
RE: Kunstsprachen
Hallo,
Ich versuche mich gerade wieder zu "reintegrieren", in diesem Forum. Mal sehen. Ich bin Linguist und mag Plansprachen, aber nur bedingt: mich interessieren private Plansprachen eigentlich nicht, und ich habe auch kein Interesse, selbst eine Plansprache zu entwerfen. Zu arbiträr, das ganze. Bereits bestehende und etwas bekanntere Projekte und funktionierende Plansprachen interessieren mich aber sehr.

Ich selbst spreche fließend Esperanto und (jetzt kommt's) ganz passabel Klingonisch. Das wären die zwei von janwo erwähnten Extrema: eine möglichst leicht, eine möglichst fremd.
Ich denke, es gibt schon 'ne Menge "in der Mitte", von Leuten, die eine möglichst natürliche Sprache erschaffen wollen, aber die sind alle ziemlich unbekannt, weil nur wenige Leute sich dafür begeistern können, anders als bei Sprachen wie eben Esperanto und Klingonisch.

Falls es Fragen zu diesen beiden Sprachen geben sollte, oder zur GIL (Gesellschaft für Interlinguistik), wo ich auch Mitglied bin, nur zu. Hatte nur grad keine Lust, den ganzen Thread zu lesen.

Viele Grüße,
- André


Hallo, ich bin Vortarulo und seit 21.02.2009 hier angemeldet.
Hier könnte meine Signatur stehen
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15.10.2011, 09:25:26
Beitrag #18
RE: Kunstsprachen
Aus eigener Erfahrung denke ich, dass es den meisten langjährigen Kunstsprachlern ("Artlangern" zumindest, im Vergleich zu "Auxlangern") auch gar nicht darum geht, möglichst viele Leute dazu zu bewegen, ihre Sprache zu lernen. Dazu sind diese Dinger einfach zu instabil. Ich zumindest potte halt vor mich hin aus Eigeninteresse, versuche den ganzen Kram einigermaßen gut zu dokumentieren (trainiert wissenschaftliches Arbeiten Zwinker), und wenn's anderen gefällt, ist das schön und gut und ich freu mich über das Lob.

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15.12.2011, 22:49:28
Beitrag #19
RE: Kunstsprachen
Das LanguageLog mit einem netten Artikel, warum Sprachen erfinden gar nicht so unnütz ist: http://linglink.de/txpfn0

Und noch ein älteres Stück aus dem Economist: "Invented languages: Dothraki in 60 minutes a week" http://t.co/DEJImwib


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15.12.2011, 23:06:30
Beitrag #20
RE: Kunstsprachen
(15.12.2011 22:49:28)janwo schrieb:  Das LanguageLog mit einem netten Artikel, warum Sprachen erfinden gar nicht so unnütz ist:

Dazu der Artikel aus der New York Times und David Petersons eigene Reaktion darauf.

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27.02.2012, 09:08:55
Beitrag #21
RE: Kunstsprachen
Eben entdeckt: Conlangery.com – Ein (englischsprachiger, tut mir Leid, @Jannyna !) Podcast über Plansprachen und ihre Konstruktion:


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27.02.2012, 12:00:31
Beitrag #22
RE: Kunstsprachen
Hach ja, Conlangery. George interviewt William über Linguistik und Bianca sagt, dass sie alles Mist findet … Nicht uninteressant, weil sehr informativ, aber sie wären leider etwas aufgeschmissen ohne William, glaub ich.

Auch vielleicht nicht ganz uninteressant zu folgen, weil quasi wie ein Blog-Planet: http://aggregator.conlang.org/

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12.06.2012, 22:54:17
Beitrag #23
RE: Kunstsprachen
(15.10.2011 09:25:26)carbeck schrieb:  Aus eigener Erfahrung denke ich, dass es den meisten langjährigen Kunstsprachlern [...] auch gar nicht darum geht, möglichst viele Leute dazu zu bewegen, ihre Sprache zu lernen. [...] Ich zumindest potte halt vor mich hin aus Eigeninteresse, versuche den ganzen Kram einigermaßen gut zu dokumentieren [...], und wenn's anderen gefällt, ist das schön und gut und ich freu mich über das Lob.

Ich würde behaupten, diese Geisteshaltung – sofern nicht eh schon Teil des eigenen Naturells – ergibt sich mit der Zeit von selbst. Man wird schlicht erkennen müssen, dass die Anzahl derer, die sich für das Studium der eigenen Plansprache begeistern lassen, klein ist. Nicht-Sprachplaner sehen (nachvollziehbarerweise) kaum Sinn darin, eine Plansprache statt einer wirtschaftlich nützlicheren "realen" Sprache zu erlernen. Und Sprachplaner können sich aus linguistischem Interesse durchaus mal mit anderen Grammatiken beschäftigen, wollen aber (ebenfalls nachvollziehbar) lieber ihre eigene Sprache erlernt sehen.


* 2012·06·12, 15:56
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02.07.2012, 18:52:48
Beitrag #24
RE: Kunstsprachen
Zitat:Und Sprachplaner können sich aus linguistischem Interesse durchaus mal mit anderen Grammatiken beschäftigen, wollen aber (ebenfalls nachvollziehbar) lieber ihre eigene Sprache erlernt sehen.
Darin kann ich nicht so recht übereinstimmen. Ich kenne nun schon ein paar Sprachenbastler, und alle (ausnahmslos) beschäftigen sich mit allen möglichen realen Grammatiken. Wo auch sonst nähmen wir unser Wissen, unsere Ideen und Liebhabereien für bestimmte Strukturen her? Ich kenne keinen, der behauptet, er würde "nur neue" Sachen erfinden - das ist auch gar nicht möglich.
Ich beschäftige mich vermutlich mehr mit echter Grammatik, als ich je an Zeit in meine Kunstsprache investieren könnte. Einfach, um immer weiter zu lernen.

Das nächste ist: Es ging "mir" mit diesem Beitrag nicht darum, jmd. zu finden, der auf die sonderbare Idee käme meine Kunstsprache zu lernen. Wozu auch. Wenn ich in eine Ausstellung gehe und mir Bilder anschaue, habe ich nicht sofort das Bedürfnis diese nachzumalen. Mein Interesse liegt eher im Bereich "Kunst". Ich möchte andere Kunstsprachen sehen um zu "genießen".
Es ist Schade, dass Kunstsprachen noch nicht als eben das erkannt werden, was sie sind. "Kunst!"
Sie zu erlernen liegt selbst beim Erfinder oft nicht im Interesse.

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02.07.2012, 19:30:22
Beitrag #25
RE: Kunstsprachen
(02.07.2012 18:52:48)Jannyna schrieb:  Wo auch sonst nähmen wir unser Wissen, unsere Ideen und Liebhabereien für bestimmte Strukturen her? Ich kenne keinen, der behauptet, er würde "nur neue" Sachen erfinden - das ist auch gar nicht möglich.
Die Conlang-Mailingliste hat hier den Begriff anadewism geprägt, was ein Akronym für "A Natlang Already Does Even Worse" ist. Soll heißen, dass aus Erfahrung die meisten von Kunstsprachlern neu und cool und niedagewesen geglaubten Features oft von natürlichen Sprachen in Absurdität oder Komplexität überboten werden (und sie bloß nicht richtig recherchiert haben).

Zitat:Einfach, um immer weiter zu lernen.
Genau. Darum geht es mir auch. Anhand von Lücken in der eigenen Kunstsprache Forschungsliteratur zu dem jeweiligen Thema zu lesen, um zu sehen, wie man sie stopfen könnte (Beispiel), was oft zu weiteren Fragen führt. Eine Art Pingpong-System.

Zitat:Das nächste ist: Es ging "mir" mit diesem Beitrag nicht darum, jmd. zu finden, der auf die sonderbare Idee käme meine Kunstsprache zu lernen. Wozu auch.
Seh ich genauso, wie gesagt. Außerdem ändert sich meine Grammatik sowieso immer wieder ein bisschen hier und da, sodass sich Lerner ständig neu einstellen müssten, was für sie selbst sicherlich lästig wäre und auch für mich als Autor nicht unbedingt vorteilhaft, weil ich immer meine Lerner im Hinterkopf haben müsste. Vor kurzem gab es zu diesem Thema im ZBB einen Flamewar, weil ein japanischer Kunstsprachler aus wirklich reinem Narzissmus heraus meinte, uns alle missionieren zu müssen. Er hat absolut nicht verstanden, dass wir als Community dort zum größten Teil (!) gar nicht daran interessiert sind, seine achso supertolle Übersprache zu lernen bzw. unsere Sprachen anderen beizubringen.

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03.07.2012, 10:41:47
Beitrag #26
RE: Kunstsprachen
(02.07.2012 18:52:48)Jannyna schrieb:  Ich kenne keinen, der behauptet, er würde "nur neue" Sachen erfinden - das ist auch gar nicht möglich.

Eben. Wenn man nicht weiß, was es schon gibt, kann man auch nicht wissen, ob das Erfundene "neu" ist.


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09.06.2013, 18:34:38
Beitrag #27
RE: Kunstsprachen
Hallo ihr,
ich weiß, es ist ein bisschen spät zum antworten, aber es im CBB einen deutschen Teil um Kunstsprachen zu diskutieren.


Hallo, ich bin Creyeditor und seit 09.06.2013 16:28 hier angemeldet.
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