Metahilfe: Was wir hier (nicht) tun - Informationen zum Thema Fragen und Hilfen im Forum.

Du kennst dich aus? — Prima. Unser Fragenbeantwortungs-Team freut sich immer über engagierte Verstärkung!



1 Benutzer in diesem Thread: (0 Mitglieder, und 1 Besucher). 1 Gast/Gäste
Antwort schreiben 
[Bib]: Literaturtipps, -recherche, Bibliographisches  » Erledigt: Heute Heute Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
▶ Lehnwörter (englische Lehnwörter im Maori)

15.01.2014, 21:39:26
Beitrag #1
Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Hallo zusammen,
ich hätte da eine wichtige Frage: Kennt ihr irgendwelche Standardwerke, die sich mit Lehnwörtern beschäftigen? Oder auch nur ein paar brauchbare Aufsätze?
Ich werde meine Bachelor-Arbeit über die englischen Lehnwörter im Maori schreiben und bräuchte dazu ein bisschen Hintergrundlektüre. Könnt ihr mir helfen?
Liebe Grüße und Danke im Voraus! Lächel


Hallo, ich bin Steffi1708 und seit 14.12.2012 15:38 hier angemeldet.
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
15.01.2014, 23:05:59
Beitrag #2
RE: Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Hallo,
das ist ja ein schönes Thema! Falls Du noch einen Zweitgutachter brauchst, melde Dich. Zwinker

Ich würde die folgenden Werke empfehlen:
  • Breu, Walter (1991): System und Analogie bei der Integration von Lehnwörtern. Versuch einer Klassifikation. In: Incontri Linguistici 14, 13–28.
  • Field, Fredric (2002): Linguistic borrowing in bilingual contexts. Amsterdam / Philadelphia: Benjamins.
  • Goebl, Hans & Nelde, Peter H. & Starý, Zdeněk & Wölck, Wolfgang (eds.; 1996) Kontaktlinguistik. Contact Linguistics. Linguistique de contact. Vol. 1. Berlin / New York: de Gruyter. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft; 12.1).
  • Haspelmath, Martin (2008) Loanword typology: Steps toward a systematic cross-linguistic study of lexical borrowability. In: Stolz & Salas Palomo & Bakker (eds.): Aspects of Language Contact. New Theoretical, Methodological and Empirical Findings with Special Focus on Romancisation Processes. Berlin / New York: Mouton de Gruyter, 43–62.
  • Haugen, Einar (1950): The analysis of linguistic borrowing. In: Language 26, 210–231.
  • Meillet, Antoine (1921): Le problème de la parenté des langues. In: Meillet, Antoine (ed.): Linguistique historique et linguistique générale. Paris: Champion. [repr.: 1948], 76–101.
  • Paul, Hermann (1920): Prinzipien der Sprachgeschichte. [Fifth Edition]. Tübingen: Niemeyer. [repr. 1968].
  • Poplack, Shana, Sankoff, David, and Miller, Christopher (1988): The social correlates and linguistic processes of lexical borrowing and assimilation. In: Linguistics 26, 47–104.
  • Thomason, Sarah Grey (2001): Language Contact. An Introduction. Edinburgh: Edinburgh University Press.
  • Thomason, Sarah Grey (ed.; 1997): Contact languages. A wider perspective. Amsterdam etc.: Benjamins. (= Creole Language Library; 17).
  • Thomason, Sarah Grey & Kaufman, Terrence (1988): Language contact, creolization, and genetic linguistics. Berkeley: University of California Press.
  • Weinreich, Uriel (1953): Languages in Contact. Findings and Problems. New York: Linguistic Circle
    of New York. (= Publications of the Linguistic Circle of New York; 1). [also: The Hague: Mouton].
  • Whitney, William Dwight (1881): On Mixture in Language. In: Transactions of the American Philological Association for 1881. 1882, 2–26. [Repr. in: Whitney on Language. Selected writings of William Dwight Whitney. Ed. by Michael Silverstein. Cambridge, MA: MIT Press, 1971].

Wobei alles vor Weinreich (1953) nur noch terminologiehistorisch und für die Idee von "(Nicht)Entlehnbarkeit" interessant ist. Zu Lehnwörtern im Māori speziell habe ich leider nichts gefunden (zumindest nicht bis Recherchestopp für meine Diss 2008). Es ist aber anzunehmen, dass es in der jüngeren Literatur etwas dazu gibt, insbesondere in Auckland, Christchurch oder Wellington entstandene Examensarbeiten. Neuere Arbeiten zum Englischen als globale Sprache dürften die Situation des Māori auch nicht unerwähnt lassen.


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
17.01.2014, 14:29:13
Beitrag #3
RE: Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Sehr cool, vielen Dank! Lächel Dann hab ich ja jetzt was zum Lesen übers Wochenende Big Grin Sind solche Examensarbeiten normalerweise zugänglich? Ich hab mal so ein bisschen geschaut, aber keine gefunden :O

Auf das Angebot mit dem Zweitgutachter komme ich gern zurück Zwinker


Hallo, ich bin Steffi1708 und seit 14.12.2012 15:38 hier angemeldet.
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
17.01.2014, 18:44:54
Beitrag #4
RE: Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
(15.01.2014 23:05:59)janwo schrieb:  Zu Lehnwörtern im Māori speziell habe ich leider nichts gefunden (zumindest nicht bis Recherchestopp für meine Diss 2008). Es ist aber anzunehmen, dass es in der jüngeren Literatur etwas dazu gibt,

Siehe hier: http://scholar.google.de/scholar?hl=de&q...i&btnG=&lr=


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
21.05.2014, 11:22:49
Beitrag #5
RE: Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Zu deutschen Lehnwörtern in anderen Sprachen entsteht am IDS in Mannheim gerade ein tolles Portal:
http://lwp.ids-mannheim.de/

IDS schrieb:Das Lehnwortportal Deutsch des IDS stellt Wörterbücher zu Entlehnungen aus dem Deutschen in andere Sprachen zur Verfügung. Diese Wörterbücher können als Einzelwerke konsultiert werden; in der Datenbasis des Portals sind sämtliche Informationen jedoch zusätzlich als komplexes, wörterbuchübergreifendes Netzwerk von Lehn- und Herkunftswörtern repräsentiert. So ist das Portal als „umgekehrtes Lehnwörterbuch“ nutzbar: Im Wörterbuch der Herkunftswörter kann ausgehend von deutschen Lexemen in allen Wörterbüchern nach zugehörigen Lehnwörtern in anderen Sprachen gesucht werden. Für Experten bietet das Portal komplexe Suchfunktionen an, um Lehn- oder Herkunftswörter beispielsweise auch anhand von grammatischen Merkmalen oder zeitlich-dialektaler Zuordnung zu finden.


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
09.09.2014, 19:26:20
Beitrag #6
RE: Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Mich würden vor allem die ältesten englischen Lehnwörter im Māorischen interessieren. Alte Lehnwörter sind nämlich sehr nützlich, weil man nach ihrem Vorbild auch neue Lehnwörter besser auf die jeweilige Sprache anpassen kann, als man es nur vom Gefühl her könnte.


Hallo, ich bin Privileg und seit 01.07.2011 14:50:17 hier angemeldet.
Hier könnte meine Signatur stehen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
26.09.2014, 20:36:42
Beitrag #7
RE: Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
(17.01.2014 14:29:13)Steffi1708 schrieb:  Auf das Angebot mit dem Zweitgutachter komme ich gern zurück Zwinker

Das hat sich inzwischen vermutlich erübrigt, gell? Magst Du uns mal von den Resultaten berichten?



(09.09.2014 19:26:20)Privileg schrieb:  Mich würden vor allem die ältesten englischen Lehnwörter im Māorischen interessieren. Alte Lehnwörter sind nämlich sehr nützlich, weil man nach ihrem Vorbild auch neue Lehnwörter besser auf die jeweilige Sprache anpassen kann, als man es nur vom Gefühl her könnte.

Wie neinst Du das?
Die Sprecher passn Lehnwörter zumeist intuitiv und in Analogie zu bestehenden Wörtern der Nehmersprache an, ohne sich dabei auf "ältere" Stufen zu besinnen.

Gut, beim Kontakt Englisch>Māori ist das nicht so relevant, da der erst 1769 losging, aber in anderen Sprachen sind "alte" Lehnwörter welche, die vor fünf bis zwanzig Jahrhunderten entlehnt wurden. Denen sieht man mitunter gar nicht mehr an, dass sie Fremdgut sind, weil sie sämtliche Lautentwicklungen in der Nehmersprache mitgemacht haben (vgl. z.B. Ziegel, Pfeffer, Brezel im Dt.). Darüber hinaus können sich auch über die Zeit die Anpassungsstrategien sowohl in der Phonotaktik als auch in der Morphologie ändern, Beispiel wäre das dt. Lehnverbsuffix {-ieren}, das bei neueren Wörtern nicht mehr nötig ist.


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
28.09.2014, 12:16:47
Beitrag #8
RE: Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Das ist ja das, was ich meine. Je länger ein Wort in einer Sprache ist, desto weniger fremd sieht es aus oder hört es sich an. Wenn man sich die Entwicklungen genau ansieht, kann man sie sogar auf neue Wörter anwenden. Das ist etwas für bastelfreudige.

{-ieren} wird zunehmend von {-en} ersetzt. So weit ich das erkennen kann, wurde es früher bei Fremdverben jeglicher Herkunft angewendet.

Im Hawaiischen sind die englischen Fremdwörter zum Teil sehr stark verändert. Es gibt aber Doubletten. Umgangssprachlich passt man nicht so stark an. Ich frage mich ob man die stärker angepassten Versionen absichtlich so gestaltet hat.


Hallo, ich bin Privileg und seit 01.07.2011 14:50:17 hier angemeldet.
Hier könnte meine Signatur stehen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
28.09.2014, 20:43:23
Beitrag #9
RE: Lehnwortforschung - Kennt ihr Standardwerke? Brauchbare Aufsätze?
Bei {-ieren}-Lehnverben handelt es sich überwiegend um Romania (Lateinisch, (Alt-)Französisch), bei Germania findet man es gerade nicht, Ausnahmen sind Schweizerdeiutsch parkieren, grillieren.
Das {-en} ist kein Lehnwortakkommodator, das ist eine Infinitivendung, die auch native Verbstämme brauchen. Zwinker

Im Hawaiianischen und auch im Māori (um mal aufs Thema zurück zu kommen) haben wir eine starke phonologische Anpassung der Wörter an das - verglichen mit dem Englischen - kleinere Phoneminventar der beiden Sprachen. Da fallen "naturgegeben" einige Laute aus der Gebersprache in ein Phonem der Nehmersprache zusammen. So hat man dann eben haw. kopi für engl. coffee und copy, etc.
Das ist etwas ganz anderes als die Verändeungen alter Lehnwörter im Deutschen. In den beiden Ozeanischen Sprachen wird diese Anpassung direkt bei der Entlehnung vorgenommen. Bei den LW im Deutschen ist es so, dass die Wörter in den Jahr(hundert)en nach der Entlehnung der innersprachlichen Lautgeschichte unterworfen waren. Wenn wir heute etwas neu entlehnen, wenden wir beispielsweise die zweite Lautverschiebung oder irgendwleche Mono- und Diphthongierungen nicht mehr nachträglich an. Ganz im Gegenteil: Das deutsche Phoneminventar wurde sogar durch Entlenung erweitert: [ʒ] füllt eine systematische Lücke beim sonst alleinstehenden stl. Frikativ [ʃ], es passt also gut ins System, kommt aber erst durch Entlehnung aus dem Französischen ins Deutsche, vgl. Journal, Garage. Bei anderen lauten (Nasalvokale, englische r- und th-Laute) ist es noch streitbar, aber zumindest das /ʒ/ ist etabliert.
Māori und Hawaiianisch handhaben es meines Wissens nach anders. Da wird viel stärker der eigenen Phonologie angepasst.


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
Webseite des Benutzers besuchenAlle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
Antwort schreiben 


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema:VerfasserAntworten:Ansichten:Letzter Beitrag
  Kennt jemand einen pragmatischen Aufsatz über die Unmöglichkeit des Neins der Frau? Spracherkennung 6 2.544 19.02.2016 19:35:59
Letzter Beitrag: lingucat
  neuere wissensch. Aufsätze pippo289 4 1.534 27.04.2015 22:52:10
Letzter Beitrag: pippo289
91_heart Gotische Sprache - Kennt sich hier jemand aus? :-) Sophie 14 3.718 11.03.2015 15:23:05
Letzter Beitrag: Kevin
  [Text] Wer kann eine brauchbare Freeware/Testversion zum transkribieren in GAT empfehlen? KasselerGermanist 6 17.322 06.06.2012 10:56:43
Letzter Beitrag: janwo

Gehe zu:


1 Benutzer in diesem Thread: (0 Mitglieder, und 1 Besucher). 1 Gast/Gäste