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 » nicht erledigt Linguistisches Argumentieren

17.12.2014, 11:25:59
Beitrag #1
Linguistisches Argumentieren
Hallo,

für eine Prüfung im Fach Sprachwissenschaft brauche ich eure Hilfe. Das Thema sind leere Kategorien bzw. Nullelemente in der Grammatiktheorie. Hierzu sollen wir uns drei solcher Elemente auswählen und dann "linguistisch argumentieren" was jeweils dafür oder dagegen spricht.
Mein Problem: Ich kann mir unter den linguistischen Elementen nichts vorstellen.
Wie würde das ganze an einem Beispiel aussehen??? Bin schon ein bissel verzweifelt :-(
Danke schon mal im voraus :-)

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17.12.2014, 11:28:00
Beitrag #2
RE: Linguistisches Argumentieren
Ich meinte, ich kann mir unter dem linguistischen Argumentieren, nicht unter den Nullelementen nichts vorstellen. Sorry...

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17.12.2014, 19:21:30
Beitrag #3
RE: Linguistisches Argumentieren
Geht es um eine bestimmte Sprache, oder dürfen die Beispiele aus beliebigen kommen?
Hattest du das hier schon gefunden, und dir mal angesehen?
http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/...ullkat.htm

Dort gibt es u.a. eine (syntax-lastige) Auflistung.

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18.12.2014, 10:10:17
Beitrag #4
RE: Linguistisches Argumentieren
Hallo,

ja, die Auflistung kenne ich ;-) Es geht um die deutsche Sprache (Grammatiktheorie), es gibt aber auch solche Nullelemente in anderen Sprachen (z.B. bei der Liaison im Französischen oder im Italienischen das "raddoppiamento fonosintattico")

Mein Problem ist: Angenommen man nimmt die Liaison als Beispiel - wie argumentiere ich dann linguistisch??? Ich verstehe diese Vorgehensweise irgendwie nicht. Argumentieren heißt ja, Argumente für/dagegen zu finden. Aber ich finde keine wirklich die für oder gegen ein Nullelement sprechen.

Du kannst es mir auch gern an einem anderem Beispiel erklären, thf!

Danke! :-)

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18.12.2014, 21:27:22
Beitrag #5
RE: Linguistisches Argumentieren
Solche Argumentationen haben oft etwas damit zu tun, wie "eleganT" oder wie simpel, jminimalistisch, unkompliziert, einleuchtend, plausibel etc. bestimmte Analysen oder Interpretationen gemäß der jeweils bevorzugten Denkschule sind.


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19.12.2014, 15:56:41
Beitrag #6
RE: Linguistisches Argumentieren
Also "reicht" für eine linguistische Argumentation, dass ich einen Sachverhalt möglichst exakt und plausibel vor dem Prof. erläutere?! Es geht also nicht darum, pro und contra zu geben, richtig?

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20.12.2014, 00:29:39
Beitrag #7
RE: Linguistisches Argumentieren
Doch doch, Pro und Contra gehört da schon zu, wenn man verschiedene Analysen gegeneinander abwägt.


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20.12.2014, 13:11:34
Beitrag #8
RE: Linguistisches Argumentieren
Nullelemente sind ja im Grunde Entitäten, die eigentlich gar nicht da sind, und die man aus theoretischen Gründen annimmt. Da ist es irgendwie nachvollziehbar, dass man nicht einfach so irgendwelche unichtbaren Sachen postuliert, sondern erklärt warum man das macht. Zwinker

Deine Frage klingt für mich ein wenig so, als sei "linguistisches Argumentieren" ein fester Begriff; das ist meines Wissens nach aber nicht so. Diese Argumentation kann auf unterschiedlicher Wissens/- Theoriegrundlage beruhen und sieht für die verschiedenen Bereiche, also z.B. Phonologie, Morphologie, Syntax etc. jeweils anders aus. 4 von 6 Beispielgruppen, die in der Liste unter dem Link oben genannt werden, stammen aus der Syntax. Generell macht es den Eindruck, als würde der Autor mit Grammatiktheorie ein formales (generatives) Paradigma meinen. Entsprechend würde ich annehmen, dass, wenn du dir etwa ein beliebiges Beispiel aus dieser Liste, etwa "leere Phrasen" auswählst, deine Argumentation in diesem theoretischen Rahmen stattfinden sollte.

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20.12.2014, 13:13:45
Beitrag #9
RE: Linguistisches Argumentieren
Danke janwo,

trotzdem brauche ich mal ein Beispiel, um das Ganze zu kapieren. Angenommen man geht davon aus, dass Nullelemente in Relativkonstruktionen auftreten. Wie sähe dann so eine Argumentation aus? Ich versteh das immer noch nicht. Das Beispiel kann auch aus einem anderen Bereich stammen, Hauptsache es geht um Nullelemente!

Vielen Dank schon mal :-)

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22.12.2014, 10:25:26
Beitrag #10
RE: Linguistisches Argumentieren
Kann mir keiner mehr helfen? Ich wäre sehr dankbar für eure Hilfe :-)

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22.12.2014, 12:10:46
Beitrag #11
RE: Linguistisches Argumentieren
Hallo poppi1990,

du musst dir erstmal klar machen, dass man sich mit bestimmten grammatikalischen Problemen auseinandersetzt, für deren Erklärung man mit dem, was man sieht, nicht weiter kommt. Um das zu erklären werden phonetisch leere Kategorien angenommen, die zwar nicht ausgesprochen werden, jedoch trotzdem Auswirkungen haben.
Wenn du also Relativsätze ansprichst: Wo ist da das Problem und warum kann man das nur unter Annahmen solcher Nullelemente lösen?
In der Syntax geht es meistens darum, dass Elemente verschoben werden, oder Kasus erhalten, ohne dass man einen Grund dafür sieht. Typisches Beispiel im Deutschen ist die V2-Stellung in Hauptsätzen und VL in Nebensätzen: Warum gibt es diesen Unterschied im Deutschen und nicht in anderen Sprachen?
Es kommt immer sehr darauf an, welche Grammatik-Modelle man verwendet und welche Nullelemente sich daraus ergeben. Wenn du also linguistisch argumentieren möchtest, musst du das Modell verstehen, das spezielle Problem und somit die Notwendigkeit von Nullelementen. Gegenargumente findet man am einfachsten unter der Berücksichtigung anderer Modelle, wo das gleiche Problem ohne Nullelemente gelöst wird.
Such dir also was aus der Liste der Nullelemente aus und vertiefe dich mal in die Fachliteratur Lächel

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22.12.2014, 16:27:25
Beitrag #12
RE: Linguistisches Argumentieren
Hallo Anna K.

vielen vielen Dank für deine Antwort :-) Ich will mal versuchen, die "Argumentation" an einem Beispiel zu erläutern. Wäre nett, wenn du mir eine kurze Rückmeldung geben könntest, ob die Herangehensweise zum argumentieren so richtig ist, damit ich weiß, ob ich nicht auf dem Holzweg bin :-D

Bsp. für Nullelemente in der Phonologie: Die consonnes muettes im Französischen oder auch "Liaison"

Also, die Grundannahme ist ja, dass der Stamm eines Wortes in bestimmten Kontexten manchmal mit einem schließenden Konsonant,manchmal aber auch ohne artikuliert wird.

Vgl. hierzu:
ohne: le petit professeur (das "t" in petit wird nicht realisiert, da das darauffolgende Wort mit Konsonant beginnt. Der Konsonant ist (heimlich) da, bleibt aber unrealisiert)

mit: le petit étudiant (das "t" in petit wird realisiert, da das darauffolgende Wort mit einem Vokal beginnt), es kommt zur sogenannten Liaison im Französischen

"Argumenatation":
Für ein Nullelement (genauer; ein Nullkonsonant) spricht, dass der stammauslautende Konsonant in "petit" unterschwellig da ist und nur in bestimmten Kontexten (das folgende Wort beginnt mit einem Vokal) realisiert wird.

Gegen ein Nullelement spricht, dass die Bedingung ein Wort ist, welches mit Konsonant beginnt.

Werde mich noch genauer in die Lektüre einarbeiten...Und ich nehme an, dass du mit grammatischen Modellen die generative Grammatik (GG) meintest?!

Vielen Dank und Viele Grüße

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28.12.2014, 13:34:08
Beitrag #13
RE: Linguistisches Argumentieren
Das Beispiel ist schon mal ein Anfang. Was natürlich fehlt, ist die Begründung, warum ein "t" in petit mal sichtbar wird und mal nicht. Dafür müsstest du dich mit den Silbenstrukturen für Wörter auseinandersetzen. Was gegen ein Nullargument spricht, ist das Konzept der Wörter bzw. der Wortgrenzen.
Ich finde, dass die syntaktischen Analysen der GG bessere Beispiele liefern. Schau dir mal die PRO-Annahme an, weil es hier wirklich leere Kategorien sind. Oder auch die Topikalisierung bzw. die Vorfeldbesetzung im Deutschen an. Vllt. verstehst du das dann besser als phonologische Beispiele.
In der Phonologie kann man vieles durch Tilgungen und Epenthesen lösen, sodass meiner Meinung nach nicht viel vom Konzept der leeren Kategorie bleibt.

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