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 » nicht erledigtMonats- und Tagesnamen als Nachnamen
29.05.2016, 01:42:54,
Beitrag #1
Monats- und Tagesnamen als Nachnamen
Hallo allerseits,

schon lange frage ich mich, warum nur manche Monatsnamen auch als Nachnamen verwendet werden. Es gibt Leute, die heißen 'Merz'/'März', 'April(l)' oder 'August', aber keine, die den Nachnamen 'Januar' oder 'Dezember' tragen, warum?
Ebenso verhält es sich mit den Namen von Wochentagen. Zwar ist mir der Nachname 'Samstag' bekannt, aber ansonsten kenne ich 'Freitag' auch nur von Robinson Crusoe, geschweige denn einen Herrn 'Mittwoch'.
Ähnliches frage ich mich bei Namen, die auf '-hart' enden, warum gibt es keine mit '-weich'?

Vielen Dank mal für Eure Antworten, auch wenn meine Fragen vielleicht etwas kurios erscheinen sollten. :-)

Viele Grüße
Robbi

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29.05.2016, 07:05:51,
Beitrag #2
89_rainbow RE: Monats- und Tagesnamen als Nachnamen
Ich habe auch Sonntag und Mittwoch schonmal als Nachnamen gehört.


Hallo, ich bin loca und seit 19.01.2012 13:17 hier angemeldet.
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29.05.2016, 10:17:24,
Beitrag #3
RE: Monats- und Tagesnamen als Nachnamen
Aus der Intuition heraus würde ich mal sagen, dass das mit den Monatsnamen auch damit zusammenhängt, dass die Fammiliennamen in frühen Mittelalter entstanden, als manche Monate noch ihre alten, nicht-lateinischen Namen hatten (siehe hier). Da müsste man also Namen wie Lenz, Hartung, usw. dazuzählen und natürlich auch alternative Schreibungen (Mey) auswerten.

Sonntag als Familienname ist nicht so ungewöhnlich. Der seltenste ist Dienstag. Aber geben tut's sie alle, auch Sonnabend. Beim Freitag sollte man die abweichende Schreibung Freytag mit berücksichtigen (siehe Gustav Freytag).


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30.05.2016, 11:53:38,
Beitrag #4
RE: Monats- und Tagesnamen als Nachnamen
P.S.: Das mit dem Namensbestandteil -hart hatte ich irgendwie aus den Augen verloren. Nun aber:
Das Wort hart hatte zu der Zeit, als die meisten Namen mit ihm gebildet wurden, neben der Bedeutung 'fest' auch und vor allem die Bedeutung 'kräftig, stark' und dann auch 'mutig, kühn'. Und das sind ja Eigenschaften, die man durchaus gerne für den zu benennenden Nachwuchs wünscht. Insofern gibt es dazu neben weich noch mehrere andere mögliche Antonyme, aber die sind wohl kaum in Namen zu finden, da sie wenig schmeichelhaft sind. Nun kann man einräumen, dass ja auch andere Eigeschaften wie 'klein', 'lahm', usw. in der Namenlandschaft etabliert sind. Das sind aber, bis auf ganz wenige Ausnahmen Familiennamen, die später entstanden sind als die germanisch-althochdeutschen Rufnamen wie Hartmut oder Willehart, die in einer Zeit und Kultur enstanden sind, wo negativ konnotierte Namen als viel Unheilvoller empfunden wurden. Wenn man dann noch hinzu nimmt, dass im Althochdeutschen 'weich' und 'Kampf' beide die Form wîk hatten und gleich geklungen haben dürften, muss man davon ausgehen, dass wohl spätestens im Nachhinein Namen mit diesem Bestandteil eher in Richtung Macho als Richtung Softie interpretiert wurden. Hartwig ist demnach also auch nicht 'hart-weich', sondern eher 'kampfstark'.


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