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[Text]: Textlinguistik, Diskursforschung  » Erledigt: Heute Heute Mord und Totschlag im Mittelalter

27.12.2011, 15:51:50
Beitrag #1
Mord und Totschlag im Mittelalter
Hallo zusammen,

Ich fange gerade an, eine Hausarbeit im Fach Contrastive Grammar zu schreiben, und suche nach ein bisschen Input. Einen groben Rahmen habe ich schon: Mord und Totschlag im englischen Mittelalter. Das war '99 mal ein Projekt an meinem Lehrstuhl und wurde dann aufgegeben - nun will ich es vielleicht als Doktorarbeit verwursten und schonmal mit dieser 20-Seiten-Hausarbeit antesten, ob es mir liegt.

Das Projekt war eine Kombination aus Linguistik (Wortfeldanalyse würde ich sagen), Soziologie und Literaturwissenschaft.

Jetzt möchte ich also eine kontrastive Analyse zu diesem Themengebiet machen. Vergleichen könnte man Altenglisch <-> Mittelenglisch, Mittelenglisch <-> Mittel(?)französisch, oder auch AE <-> Modern English, etc.

Das so zum groben Rahmen. Was ich nachfragen wollte, wäre, ob jemand schonmal eine kontrastive Analyse gemacht hat, was man in 20 Seiten da schaffen kann, oder jegliche Anregungen Rolleyes

Ach ja. Ich werde das OED als Quelle heranziehen.


Starfleet Yeah
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28.12.2011, 10:01:33
Beitrag #2
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Moin,

ich denke, du hast dir schon sehr viele Gedanken gemacht - für eine Seminararbeit würde ich aber entweder zu einer Analyse zweier "benachbarter Sprachstufen" - also AE>ME, oder ME>EModE oder EModE>ModE - tendieren. Alternativ könntest du ein Wortfeld durch alle Sprachstufen beobachten. Mehr ist viel zu viel und artet ja nur aus.

Eine Verständnisfrage noch (oder ein Warnhinweis): Kontrastiv ist für mich primär ein Vergleich von zwei Sprachen - im deinem Falle müsste man also die Sprachstufen also als relativ distinkt betrachten. Ich habe damit so grobe Probleme - weil die Sprachstufen natürlich recht willkürlich getrennt sind. Wäre es also primär eine Sprachwandelbetrachtung und wo wäre dann das Kontrastive?

Gruß von suz

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28.12.2011, 10:35:46
Beitrag #3
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Hallo suz, danke für die schnelle Antwort!

Darüber habe ich auch schon mit meinem Dozenten gesprochen. Ich quetsche quasi das Thema in den Kurs, damit ich es schonmal ausprobieren kann, und da hat er bei mir mal eine Ausnahme gemacht, so dass ich nicht Eng<->Deu o.Ä. machen muss.

Ich dachte z.B. daran, AE und ME Gesetzestexte zu vergleichen. Durch den frz Einfluss muss sich da ja ziemlich viel verändert haben. Oder auch Literatur, falls die Gesetze erst im EModE wieder auf Englisch geschrieben wurden.


Starfleet Yeah
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28.12.2011, 14:25:32
Beitrag #4
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Mit ME und dem Einfluss des Französischen hast du natürlich ein sehr dankbares Thema - hier könnte man auch argumentieren, dass sich eine kontrastive Analyse lohnt. Immerhin hat wurde das Lexikon natürlich von Französischen komplett durcheinandergewirbelt, auch morphosyntaktisch/typologisch hat sich natürlich einiges getan.

Reicht dir das? Bzw. Frage beantwortet und Dinge geklärt? Lächel

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28.12.2011, 15:43:16
Beitrag #5
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Lustiges Thema Zwinker

Beim Übersetzen von (Passagen aus) altnordischen Texten fiel mir auf, dass auch die alten Skandinavier über ein reichhaltiges und differenziertes Inventar an Begriffen für "jemanden gewaltsam zu Tode bringen" und Verwandtes verfügten . Viel Literatur hatte ich dazu nicht gefunden, als ich vor einer Weile mal danach gesucht habe, aber vielleicht sieht das für's Englische ja besser aus.

Da vor den französischen auch die nordgermanischen Einflüsse auf das Englische nicht ganz gering waren (auf Orkney und Shetland wurde ja sogar mit Norn noch recht lange eine skandinavische Sprache gesprochen), könnte das ja zumindest mit Hinblick auf die Verarbeitung in einer weitergehenden Arbeit, wo du mehr Zeit hast, interessant sein.

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28.12.2011, 17:10:26
Beitrag #6
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Erinnert mich spontan daran:

http://www.youtube.com/watch?v=r9Tfbeqyu2U

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28.12.2011, 21:15:46
Beitrag #7
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Sehr anschaulich. Danke für den Hinweis. Lächel

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30.12.2011, 11:27:00
Beitrag #8
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
@suz: Ja, das Video wollte ich schonmal im Unterricht einbinden, hat mir dann aber die Zeit gefehlt. Habe dann stattdessen die von den Horrible Histories auf mehrere Stunden verteilt Lächel


Nochmal so eine ganz allgemeine Frage: Wie gehe ich denn eine kontrastive Analyse überhaupt an? Wenn ich jetzt, sagen wir mal, eine lexikalische Gegenüberstellung von OE<->ME machte? Unsere Kurse sind leider immer sehr theoretisch und bestehen fast nur aus Referaten, so dass wir über Methodiken garnicht gesprochen haben.

Ich würde jetzt intuitiv so anfangen: OED wälzen, für Literatur bzw. Gesetzestexte entscheiden, Wortfelder erstellen, gucken was gleich und was unterschiedlich ist, frz Entlehnungen identifizieren.

...Sekundärliteratur wird es wahrscheinlich kaum geben. Als das Projekt ins Leben gerufen wurde '99 war zumindest die Prämisse, etwas ganz Neues zu machen.


Starfleet Yeah
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30.12.2011, 16:23:09
Beitrag #9
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Die Methodik hängt natürlich vor allem von deiner Fragestellung und dem Theorierahmen ab, welche Daten du heranziehen möchtest etc. Na, ich hab selbst noch nie was zu Kontrastiver Linguistik gemacht - deshalb nur die Strategie, wie ich sie anwenden würde:

1.) Lässt sich aus den Referaten/Seminaren/der Literatur, die man da gelesen hat, eine Methodik ableiten? Wenn ja, wie sieht die aus? Ist sie verwendbar?

2.) Ein Blick in Aufsätze der Kontrastiven Linguistik. Wie gehen die Autoren/Wissenschaftler dort vor? Was wollen sie zeigen? Sind sie erfolgreich damit? Da lässt sich immer etwas abschauen, auf den eigenen Bereich anwenden, ggf. kombinieren, um eine weitergehende Fragestellung zu beantworten.

3.) Sekundärliteratur (Tertiär?!?) zur Methodik der Kontrastiven Linguistik. Da gibt es jetzt auf den ersten Gloogle-Blick nicht so ultra viel (und vor allem scheinen einige Sachen doch recht veraltet zu sein), aber mit etwas Ausdauer wirst du hier sicher fündig.

Beim Rest weißt du vermutlich besser Bescheid, als ich Lächel - Wie gesagt, ich halte die Aufgabe generell und tendenziell eher für eine diachrone denn eine kontrastive Frage.

Gruß von suz

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31.12.2011, 13:08:20
Beitrag #10
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
dankeschön Applaus Ich werde mich dann wohl wieder melden, wenn ich ein paar Schritte weiter bin :-)

...aber es ist schon irgendwie traurig, dass man in einem Forum von fremden Leuten mehr Hilfe erwarten kann, als von seinem Professor Motzrot


Starfleet Yeah
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20.02.2012, 21:38:25
Beitrag #11
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Wie versprochen melde ich mich hiermit wieder :-)

Ich möchte mir das Wortfeld murder/morðor näher anschauen. Da wir in dem Kurs (contrastive grammar) viel über Übersetzungstheorie gesprochen haben, kam mir die Idee, moderne englische Übersetzungen von Altenglischen Texten zu untersuchen.* Jetzt bin ich gerade dabei, die Daten zusammen zu tragen.

Meine Frage: Wie würdet ihr das speichern?
Probeweise habe ich mir ein Citavi-Projekt angelegt. Pro Text einen Eintrag, und dann die Textstellen mit morðor als Zitate, jeweils darunter Übersetzungen in blau, die Bedeutung als Kernaussage. Dazu verteile ich fleißig Kategorien, damit ich zum Beispiel mit einem Klick alles aus dem OED beisammen habe.
[Bild: citavi.jpg]

Hat jemand eine bessere Idee? Die kompletten Texte habe ich momentan in verschiedenen Dateiformaten abgespeichert und öffne sie bei Bedarf parallel.

Die letzte halbe Stunde habe ich versucht, Programme zu googlen, und mir zum Beispiel auch mal R runtergeladen. Das war aber eher Overkill... Wollte aber doch lieber mal nachfragen, bevor ich wertvolle Stunden meines Lebens ver-Citavi-e.

Danke Greet



*Mein Startpunkt: morðor hat drei Bedeutungen - murder, mortal sin/great wickedness, torment/deadly injury/great misery (lt. Bosworth/Toller). Ich schaue, wie das übersetzt wird - und dann sehe ich weiter, je nachdem wieviel Platz ich noch in der Hausarbeit habe.


Starfleet Yeah
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22.02.2012, 20:20:28
Beitrag #12
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
(20.02.2012 21:38:25)LeaRebecca schrieb:  Meine Frage: Wie würdet ihr das speichern?

Für mich klingt das so, als würdest du Citavi wie einen Zettelkasten (Zwinker ) verwenden. Dafür gibt es eine Reihe von Programmen, ich nehme ZIM. Kannst ja mal schauen, ob das was für dich ist. Der offensichtlichste Nachteil dürfte sein, dass da Bibliographie und Eintrag getrennt sind - aber vielleicht ist das auch nicht so schlimm.

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23.02.2012, 15:59:26
Beitrag #13
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
Das Programm sieht schonmal sehr vielversprechend aus, Dankeschön. Da ist nicht so viel Klimbim drumrum :-)


Starfleet Yeah
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27.02.2012, 10:03:57
Beitrag #14
RE: Mord und Totschlag im Mittelalter
guten morgen in die runde!


als alternative programme noch interessant sein könnten z.B. bibliographix, zotero oder litw3.
die literatur-abspeicher-komponenten von bibsonomy ist für Deine zwecke vermutlich nicht ausreichend.

falls Du noch anregungen zu anderen literaturverwaltungsprogramm suchst, kann vielleicht dieses blog weiterhelfen:
http://literaturverwaltung.wordpress.com/


den vorschlag von LeaRebecca zu zettelkasten-software finde ich auch gut.
weitere beispiele für solche software wären z.b. synapsen, lit-link oder zkn3.


was ich mir zum komfortablen datensammeln als "erweiterten zettelkasten" auch vorstellen könnte: man setzt sich ein kleines wiki auf. z.b. dokuwiki, das kommt ohne datenbank aus. man kann sich die volltexte da dann auch mit ablegen und hat von überall zugriff drauf.
diese variante setzt allerdings voraus, daß man webspace mit php zur verfügung hat.




gruß,
viola

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