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 » nicht erledigt Morphologische Analyse eines Wortes / Wortartbestimmung
▶ Morphologie, Analyse, Morphologische Analyse

17.09.2012, 18:44:59
Beitrag #1
Morphologische Analyse eines Wortes / Wortartbestimmung
Hallo Leute,

ich wollte das Wort "Entführer" einer morphologischen Analyse unterziehen. Ist dabei das Folgende richtig:
al:[fm:entführ+gm:er]

al: Ableitung
fm: freies Morphem
gm: gebundenes Morphem

Oder kann man "entführ" noch aufsplitten in
al:[gm:ent+fm:führ],
wonach dann letztendlich
al:[al:[gm:ent+fm:führ]+gm:er]
rauskommen würde?
Ich fände das nicht so logisch, weil man ent- und führen zwar kombinieren kann, aber niemand würde doch sagen, dass das Wort "entführen" von "führen" kommt, oder?

Danke schon mal im Voraus Zwinker


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17.09.2012, 19:04:11
Beitrag #2
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 18:44:59)MeMeansMe schrieb:  Ich fände das nicht so logisch, weil man ent- und führen zwar kombinieren kann, aber niemand würde doch sagen, dass das Wort "entführen" von "führen" kommt, oder?

Doch, natürlich kommt "entführen" von "führen", das Präfix ent- ist zwar nicht mehr produktiv, ich finde, die Bildung ist aber noch ziemlich transparent.

Also ent-führ-er.


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17.09.2012, 19:07:10
Beitrag #3
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 19:04:11)Mindaugas schrieb:  
(17.09.2012 18:44:59)MeMeansMe schrieb:  Ich fände das nicht so logisch, weil man ent- und führen zwar kombinieren kann, aber niemand würde doch sagen, dass das Wort "entführen" von "führen" kommt, oder?

Doch, natürlich kommt "entführen" von "führen", das Präfix ent- ist zwar nicht mehr produktiv, ich finde, die Bildung ist aber noch ziemlich transparent.

Also ent-führ-er.

Ok, danke Lächel


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17.09.2012, 19:39:47
Beitrag #4
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 19:04:11)Mindaugas schrieb:  das Präfix ent- ist zwar nicht mehr produktiv,

Hm. Mit einem neuen eindeutigen Verbstamm fällt mir nix ein, aber entspammen ist doch ok?


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17.09.2012, 19:55:27
Beitrag #5
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 19:39:47)janwo schrieb:  Hm. Mit einem neuen eindeutigen Verbstamm fällt mir nix ein, aber entspammen ist doch ok?

Ja, das versteht man, auch wenn man es noch nie gehört hat.

Klar, ist noch sehr produktiv, nur nicht mehr in der ursprünglichen lokalen Bedeutung "weg von" (bei Bewegungsverben, also entführen = wegführen).
entstören und entkalken sind ja auch sicher jüngere Bildungen, hier hat das Präfix eine andere, übertragene Bedeutung angenommen, mittels derer man entführen nicht mehr bilden kann.

Aber könnte man entfahren sagen, wie entlaufen? Eher nicht.

Edit: entfahren gibt's ja schon, bezieht sich nur nicht auf Fahrzeuge ... sagen wir ... entschwimmen.


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17.09.2012, 20:24:45
Beitrag #6
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 19:04:11)Mindaugas schrieb:  das Präfix ent- ist zwar nicht mehr produktiv,(...)
Das würde ich nicht sagen:
http://books.google.com/ngrams/graph?con...moothing=3


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17.09.2012, 20:44:24
Beitrag #7
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 20:24:45)Gernot Back schrieb:  
(17.09.2012 19:04:11)Mindaugas schrieb:  das Präfix ent- ist zwar nicht mehr produktiv,(...)
Das würde ich nicht sagen:
http://books.google.com/ngrams/graph?con...moothing=3

Na ich weiß ja nicht... ursprünglich mag entsorgen sicher "sich von Sorge befreien, sorglos werden" bedeutet haben - das muss aber lange her sein. Die aktuelle Bedeutung ist eindeutig Resultat einer Entwicklung.

Produktiv wäre, wenn ich ein beliebiges Verb nehmen könnte, z.B. "greifen" und "entgreifen" wäre sofort transparent. Ich hätte aber keine Ahnung, was es heißen würde, obwohl es mit verwandten Verben wie "nehmen" und "halten" geht.


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17.09.2012, 20:53:07
Beitrag #8
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(17.09.2012 20:44:24)Mindaugas schrieb:  Na ich weiß ja nicht... ursprünglich mag entsorgen sicher "sich von Sorge befreien, sorglos werden" bedeutet haben - das muss aber lange her sein. Die aktuelle Bedeutung ist eindeutig Resultat einer Entwicklung.
Nein entsorgen ist das Gegenteil von versorgen und trat, wie du siehst, erst Mitte des vorigen Jahrhunderts im Rahmen des damals aufkommenden ökologischen Denkens auf. Das Präfix ent- ist also eindeutig produktiv; oder in wie kurzen Zeiträumen möchtest du eigentlich denken, um es für nicht-mehr-produktiv zu erklären?

Dass man technologisch in der Lage ist, Mineralwässer zu enteisen (im Sinne von Eisen entziehen), geschweige denn dies geschmacklich und optisch überhaupt für nötig erachtet (Eisen ist als Mineral ja durchaus von Vorteil für die menschliche Ernährung), ist -so glaube ich- auch noch nicht so lange her.

http://books.google.com/ngrams/graph?con...moothing=3


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18.09.2012, 09:04:00
Beitrag #9
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
Das Muster ist ja ent- + Substantiv-Stamm + en und bedeutet "eine Sache von dem entsprechenden Substantiv befreien".

So funktionieren enthaaren, entkalken, entstauben, enteisen, entlausen, entwässern, entspammen, oft als Antonym zu entsprechenden Bildungen mit ver-.

Ich könnte sagen "ich habe meine Schublade entbleistiftet" und man würde es verstehen.

Meine Frage ist aber, kann ent- noch an reine, primäre Verben antreten, ist es also in dem Sinne produktiv wie in entführen? Und da denke ich, ist die Antwort nein, so dass dem Threadersteller die Bildung nicht mehr transparent erscheint. Oder würdest du sagen, "entführen" ist das Antonym zu "verführen" und "entscheiden" zu "verscheiden"?


Meines Erachtens sollte man von einem ent-1 und einem ent-2 ausgehen.
In ersterem Sinne finden sich im Grimm einigeVerben, im zweiteren aber deutlich mehr, die meisten davon heute ungebräuchlich oder sogar unverständlich (wie entdampfen "entweichen, austreten (vom Dampf), entdonnern "donnern".


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18.09.2012, 15:47:54
Beitrag #10
RE: Morphologische Analyse eines Wortes
(18.09.2012 09:04:00)Mindaugas schrieb:  Meines Erachtens sollte man von einem ent-1 und einem ent-2 ausgehen.
Nur zwei ent-? Damit gibt sich der DUDEN aber nicht zufrieden!
http://www.duden.de/rechtschreibung/ent_...edeutung-1


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19.09.2012, 11:15:46
Beitrag #11
Morhpologische Analyze
Hallo Leute,

ich habe mal eine morhpologische Analyse für euch. Es geht um das Wort "Studiendauerverkürzung". Das Wort besteht ja auch den Morphemen "Studien" (wir lassen es mal so durchgehen), "dauer", "ver", "kurz" und "ung".
Ist dafür dann die folgende Analyse richtig?
abl:[zs:[fm:studien+fm:dauer]+abl:[abl:[gm:ver+fm:kurz]+gm:ung]]

abl = Ableitung
zs = Zusammensetzung
fm = freies Morphem
gm = gebundenes Morphem

Mir scheint das alles ein bisschen zu kompliziert :/

Danke im Voraus für die Hilfe Zwinker

janwo bearbeitete 19.09.2012 12:56:32 diesen Beitrag. Grund:

Themen zusammengeführt. Wir brauchen nicht für jedes Wort 'nen neuen Thread.



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19.09.2012, 11:49:10
Beitrag #12
RE: Morhpologische Analyze
(19.09.2012 11:15:46)MeMeansMe schrieb:  Das Wort besteht ja auch den Morphemen "Studien" (wir lassen es mal so durchgehen),
... das heißt wir lassen das Fugenelement unter den Tisch fallen? Wir reden ja jeweils immer nur über die Verkürzung der Dauer eines bestimmten Studiengangs (Studiums) und nicht über eine Verkürzung der Dauer von gleich mehreren solcher Studien(gänge)
http://www.canoo.net/services/Controller...rk%FCrzung

(19.09.2012 11:15:46)MeMeansMe schrieb:  Ist dafür dann die folgende Analyse richtig?
abl:[zs:[fm:studien+fm:dauer]+abl:[abl:[gm:ver+fm:kurz]+gm:ung]]
Mir ist eine solche Notation zwar (inzwischen?) vollkommen fremd, aber müsste das Ganze (also die erste Marke denn dann nicht eine Zusammensetzung (Komposition) aus zwei freien Formen Studiendauer und Verkürzung markieren, also zs: statt abl:?


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29.09.2012, 14:19:02
Beitrag #13
Wortart des Wortes "zurück"
Hallo Leute,

in dem Wort "Zurückkunft" (einfach wörtlich übersetzt aus dem ursprünglichen niederländischen Wort "terugkomst") findet man das Wort "zurück". Die Frage ist, ob es in diesem eine Präposition, ein Verb, ein Substantiv oder ein Adjektiv ist.

Substantiv, Präposition und Verb kann man ja eigentlich ausschließen, aber dennoch find ich es seltsam zu sagen, dass "zurück" ein Adjektiv ist. Ich würde es eher als Adverb bezeichnen, aber es gibt nur die oben genannten Möglichkeiten.

Was würdet ihr sagen?

Danke schon mal im Voraus.

janwo bearbeitete 29.09.2012 15:59:41 diesen Beitrag. Grund:

Verwarnung. Themen zusammengeführt. Wir brauchen nicht für jedes Wort 'nen neuen Thread.



Hallo, ich bin MeMeansMe und seit 15.09.2012 13:28 hier angemeldet.
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29.09.2012, 15:47:57
Beitrag #14
RE: Wortart des Wortes "zurück"
(29.09.2012 14:19:02)MeMeansMe schrieb:  in dem Wort "Zurückkunft"

Ich meine ja im Einklang mit canoo.net und in Widerspruch zu duden.de: Das Wort gibt es nicht im Deutschen; es heißt hier Rückkehr.

Es handelt sich hier um eine Präfigierung, wobei das Präfix rück dieselbe Bedeutung trägt wie das Adverb zurück.

http://www.canoo.net/services/Wordformat...rueck.html
http://www.canoo.net/services/Wordformat...rueck.html


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29.09.2012, 16:03:50
Beitrag #15
RE: Wortart des Wortes "zurück"
(29.09.2012 15:47:57)Gernot Back schrieb:  Ich meine ja im Einklang mit canoo.net und in Widerspruch zu duden.de: Das Wort gibt es nicht im Deutschen;

Aus welcher Sprache soll es denn dann sein?


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