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[Syn]: Syntax, Phraseologie  » Erledigt: Heute Heute Oberflächen- und Tiefenstruktur

15.02.2013, 14:53:18
Beitrag #1
Oberflächen- und Tiefenstruktur
Hallo ihr Lieben,


wie könnte man die Termini Oberflächen- und Tiefenstruktur anhand dieses Beispiels erklären:
"Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht."

Der Satz enthält zwei unterschiedliche syntaktische Sätze, da durch Verschiebungen der Satzglieder die Bedeutung erhalten bleibt:

Die Satzglieder sind:
Glücklicherweise = (weiß ich nicht, entweder adjektivphrase oder adverbialphrase mit einer adverbialen Bestimmung als Funktion)
schmeckt nicht (Verbalphrase als Prädikat)
Ihr selbst gebackener Keks (Nominalphrase mit der Funktion eines Akkusativ-Objekts)


"Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht."
--> " Ihr selbst gebackener Keks schmeckt glücklicherweise nicht.



Okay, und wie packe ich das alles jetzt in einer schönen Definition, in der die Oberflächenstruktur und Tiefenstruktur erklärt wird?

Ich versuche es mal: Die Oberflächenstruktur des Satzes, welche die äußere Gestalt repräsentiert, hat zwei Tiefenstrukturen, da die Oberflächenstruktur zwei syntaktische Sätze enthält. (?)


Und zudem, wie erkenne ich eine Adjektivphrase und eine Adverbialphrase.
Und was haben sie für eine syntaktische Funktion? Jeweils eine averbiale Bestimmung oder?


Auf Fehlerkorrekturen und Verbesserungen bin ich euch sehr dankbar.


Liebe Grüße
FLorian


Hallo, ich bin FlorianAir und seit 11.01.2013 19:25 hier angemeldet.
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15.02.2013, 18:53:15
Beitrag #2
RE: Oberflächen- und Tiefenstruktur
Zitat:Der Satz enthält zwei unterschiedliche syntaktische Sätze, da durch Verschiebungen der Satzglieder die Bedeutung erhalten bleibt:
Meinst du damit deine beiden Sätze:
Zitat:"Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht."
--> " Ihr selbst gebackener Keks schmeckt glücklicherweise nicht.
???

Zitat:Die Oberflächenstruktur des Satzes, welche die äußere Gestalt repräsentiert, hat zwei Tiefenstrukturen, da die Oberflächenstruktur zwei syntaktische Sätze enthält. (?)
Viel eher ist es anders herum. Zwinker Ein Satz besitzt zuerst immer eine Tiefenstruktur. Dies ist die erste Generierung des Satzes, hier werden die Satzglieder alle basisgeneriert. Aus einer Tiefenstruktur können sich dann meistens mehrere Oberflächenstrukturen ergeben.
Der umgekehrte Fall ist es, wenn einer Oberflächenstruktur zwei mögliche Tiefenstrukturen zugrunde liegen können. Diesen Fall haben wir aber nicht. Das ist zum Beispiel bei: "Ich sehe den Mann mit dem Fernrohr." (Der Mann kann das Fernrohr besitzen oder ich kann ihn dadurch sehen.)
Die Tiefenstruktur ist also die erste Basis-Generation. Alle weiteren erforderlichen und nicht erforderlichen Transformationen resultieren als Oberflächenstruktur. In Definitionen bin ich nicht gut. Aber vielleicht ist es dir etwas klarer geworden.

Zitat:Und zudem, wie erkenne ich eine Adjektivphrase und eine Adverbialphrase.
Und was haben sie für eine syntaktische Funktion? Jeweils eine averbiale Bestimmung oder?
Eine Adjektivphrase tritt auch wirklich als Adjektiv auf: der schöne Baum, er ist klug. Adverbialphrasen immer als Adverbien: Glücklicherweise, das hast du schön gemacht.
Im Falle der Adjektive dienen sie einfach als Attribut zur Nominalphrase und beschreiben dessen Kopf näher, bzw. das Subjekt im Falle einer Kopula.
Die Adverbien bezeichnen adverbiale Bestimmungen, wie der Name sagt.


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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15.02.2013, 19:48:36
Beitrag #3
RE: Oberflächen- und Tiefenstruktur
Hallo Kevin,
vielen Dank für deine Antwort

Zitat:Meinst du damit deine beiden Sätze:

Ja Zwinker.

Eine andere Vorgehensweise:
Erklären Sie, warum folgende Oberflächenstruktur mindestens 2 syntaktische Sätze enthält?
"Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht."

Antwort:
Durch die Umstellung der Satzglieder kommt es zu keinem Bedeutungsunterschied.
Satzglieder:
Glücklicherweise = (Adverbialphrase mit einer adverbialen Bestimmung als Funktion)
schmeckt nicht (Verbalphrase als Prädikat)
Ihr selbst gebackener Keks (Nominalphrase mit der Funktion eines Akkusativ-Objekts)
Sind die Satzglieder + Funktionen von mir richtig genannt worden?


Also kann der Satz "Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht." wie folgt geäußert werden: "Ihr selbst gebackener Keks schmeckt glücklicherweise nicht."

Deswegen hat die Oberflächenstruktur auch (mindestens) zwei syntaktische Sätze. (?)


Hallo, ich bin FlorianAir und seit 11.01.2013 19:25 hier angemeldet.
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15.02.2013, 20:48:16
Beitrag #4
RE: Oberflächen- und Tiefenstruktur
Achso. Ich hätte jetzt die Frage dahingehend interpretiert, dass die Oberflächenstruktur aus zwei syntaktschen Sätzen, nicht einem, besteht. Undecided


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26.06.2013, 22:36:07
Beitrag #5
RE: Oberflächen- und Tiefenstruktur
Hallo,
zwar etwas spät, aber soweit stimmt alles. Nur dass ich "ihr gebackener Keks" nicht als Akkusativ-Objekt einstufen würde, sondern schlichtweg als Subjekt. Denn es ist ja der Agens der Handlung und das Verb erfordert etwas "Schmeckendes" als Nominativ-Argument, nicht als Objekt.


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Martin Solveig ~ Heart of Africa
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27.06.2013, 11:25:50
Beitrag #6
RE: Oberflächen- und Tiefenstruktur
(15.02.2013 19:48:36)FlorianAir schrieb:  "Glücklicherweise schmeckt ihr selbst gebackener Keks nicht."
(...)
Durch die Umstellung der Satzglieder kommt es zu keinem Bedeutungsunterschied.
Satzglieder:
Glücklicherweise = (Adverbialphrase mit einer adverbialen Bestimmung als Funktion)
schmeckt nicht (Verbalphrase als Prädikat)
Ihr selbst gebackener Keks (Nominalphrase mit der Funktion eines Akkusativ-Objekts)
Sind die Satzglieder + Funktionen von mir richtig genannt worden?
Ich meine, es kann durch Umstellung sehr wohl zwei Lesarten dieses Satzes geben mit entsprechend zwei unterschiedlichen zu Grunde zu legenden Tiefenstrukturen dieses Satzes. Der Satz ist ambig, wenn man die Satzglieder und deren Grenzen anders definiert als du. Ihr kann sowohl als Possessivartikel als auch als Personalpronomen im Dativ angesehen werden. Als Personalpronomen ist es ein eigenes Satzglied.

Ihr schmeckt selbstgebackener Keks glücklicherweise nicht
(...,sodass ich nicht befürchten muss, dass sie ihn mir, der ich diese Kekse liebe, wegisst).

Ihr selbst gebackener Keks schmeckt glücklicherweise nicht.
(Nachdem eine Analyse ergeben hat, dass er Spuren von Arsen und Kadmium enthält, ist das auch gut so.)

Keks ist ja ursprünglich ein Pluraletantum ( dt. Keks < engl. cakes). Daraus wurde dann ein Singular. Ob der Gebrauch des Wortes als nicht stückweise zählbarer Singular aus der Übergangsphase des Plurals zu einem Singular mit Bildung eines neuen Ersatzplurals (also der Betrachtung von einzelnen Keksen) stammt, weiß ich nicht.

Ich fände es jedenfalls nicht falsch zu fragen:
Möchten Sie Keks?
(eine unbestimmte Menge von Keksen)
statt
Möchten Sie Kekse?

http://www.duden.de/rechtschreibung/Keks#Bedeutung1a


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