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 » Erledigt: Heute Heute Promotion

10.01.2009, 18:45:46
Beitrag #1
Promotion
Hallo,

in etwas mehr als einem halben Jahr werde ich mein Studium abgeschlossen haben und möchte dann gern in der Sprachwissenschaft promovieren. Da muss ich mir natürlich überlegen wie und wo und worüber. Ich habe tausend Fragen und es wäre toll, wenn ihr mir ein paar beantworten könntet.

Zunächst einmal interessieren mich Phonetik, Computerlinguistik und Sprachpolitik besonders (ich studiere anglistische Sprachwissenschaft mit Nebenfächern Informatik und Jura). Was den Ort angeht, bin ich dazu geneigt, eher außerhalb Deutschlands zu promovieren. Eine Idee worüber ich dann schreiben möchte habe ich aber noch nicht, schließlich muss ich ja erstmal meine Magisterarbeit schreiben. Ich habe denn Eindruck, in Deutschland muss man meist bei der Bewerbung für eine Stelle schon ein Exposé einreichen, aber in Nordamerika ist das wohl eher unüblich und die lassen einem länger Zeit - habe ich jedenfalls gehört. Also, wie läuft das jetzt wirklich?

Andererseits, so eine Stelle wo man sich bewerben kann muss ja auch erstmal gefunden werden. Auf der linguistlist gibts ja auch Ausschreibungen für PhD, aber die Anzahl ist ja fast lächerlich, das kann doch nicht alles sein. Einige Länder, wie Spanien, tauchen da nie auf. Oder machen die keine Lingustik? *g* Also die Frage: Wo findet man Infos zu Angeboten die es an Unis gibt?

Bezüglich des durch mich wahrgenommenen Mangels an Angeboten hat ein Freund mir geraten, doch einfach Bewerbungen, ggf. ohne Exposé, dort hinzuschicken, wo ich meine, dass ich gut aufgehoben wäre (von den Forschungsschwerpunkten etc. her). Wenn die mich dann toll finden, findet sich ja vielleicht was, auch wenn akut keine Stelle offen ist. Was meint ihr, ist das eine gute Idee?

Für sonstige Hinweise bin ich natürlich auch dankbar!

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10.01.2009, 19:25:35
Beitrag #2
RE: Promotion
Ich kann zumindest etwas darüber sagen, wie es hier in Deutschland so allgemein läuft, denn das hab ich grad erst hinter mir.

Natürlich kannst du im Prinzip an jeder Uni promovieren, wenn du deinen Magisterabschluss gemacht hast und einen dich betreuenden Prof findest. Denn zur Einschreibung in einem Promotionsstudiengang reicht es, soviel ich weiß, erstmal aus, dass du einen Nachweis über diese Betreuung hast und eben ein Zeugnis vorlegen kannst.
Dein Thema musst du dann natürlich mit diesem Prof absprechen. Meine Erfahrung zeigt aber, dass sich ein dir bekannter Prof schnell auch erst einmal auf eine Betreuung an sich einlässt und das konkrete Thema später erst gefunden werden kann. Ich glaube aber, dass man zumindest in dieser Betreuung einen ersten Titel, den man dann aber später wieder ändern kann, eintragen soll.
Wenn aber das Thema deiner Magisterarbeit dir sehr viel Spaß macht/gemacht hat und du das vielleicht ausarbeiten möchtest, wäre das ja schon einmal ein Anhaltspunkt.
Ein Promotionsstudium hat - zumindest an den mir bekannten Unis - den Vorteil, dass man keine Studiengebühren zahlen muss. Aber man muss sich ja sonst irgendwie finanzieren. Immerhin ist die Zahl der Semester, in denen die Diss fertig sein muss, nicht vorgeschrieben.

Wenn du gerne promovieren und nebenbei auch noch Geld dazu verdienen/bekommen möchtest, brauchst du ein Stipendium (meist in einem Doktorandenkolleg, etc.) oder eben eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in, bei der du dann nebenher promovierst.
Stipendien werden regelmäßig und zu den verschiedensten Themen ausgeschrieben, sind dann aber eben auch sehr themengebunden. Hier muss man schon "Glück" haben, genau dort hinein zu passen oder sein Thema dem des Kollegs oder der Gruppe anzupassen.
Bei Bewerbungen auf solche Stipendien ist aber ein Exposé (oder mehr) schon meist Voraussetzung. Und es nicht einfach, "mal eben" und "einfach so" ein Exposé hervorzuzaubern zu einem Thema, das einem fremd ist...

In solchen Doktorandengruppen ist dann meist eine genaue Zielvorstellung gegeben, die in einem zeitlichen Rahmen erfüllt werden soll. Beispiel: 8 Stipendien werden ausgeschrieben, Beginn in naher Zukunft. Die Bewerber sollen alle dem Kernthema parallel arbeiten und innerhalb von 3 Jahren ihre Dissertation fertigen. Das zugehörige Doktorandenkolleg trifft sich regelmäßig, es gibt spezielle Veranstaltungen und so weiter.
Die Stipendienhöhe beträgt meistens übrigens rund 1.000 €.
Eine Bewerbung umfasst neben Lebenslauf und Zeugnissen eben ein ausführliches Exposé, ein Motivationsschreiben, einen Zeitplan für die Diss, Literaturliste. Das heißt, du musst schon eine konkrete Vorstellung haben.
Wenn du dann angenommen bist, kann sich dein Thema natürlich noch wieder ändern, aber es ist dem Kernthema verpflichtet.

Wie man solche Stipendien findet?
Ausgeschrieben werden sie auf jedenfall zum Beispiel in der ZEIT, sowohl online als auch in der Printausgabe. Auch die Möglichkeit, sich online bzw. bei dem Partnerprogramm academics.de ein Abo einrichten zu können, ist sehr gut! Da bekommt man jede Woche eine nette Mail mit für sich passenden Stellen.
Die Seite romanistik.de kann ich auch nur empfehlen. Dort gibt es auch einen RSS-Feed, den man abrufen kann.
Ansonsten: Augen und Ohren offen halten!

Zu den Bedingungen im Ausland kann ich leider nichts sagen. Da kenne ich mich nicht aus.
Allerdings, und das finde ich ganz generell so:
Wenn man seine Diss außerhalb der "eigenen" Uni schreibt, also nicht bei einem Prof, den man schon kennt, ist es sicherlich ein Stück weit schwieriger - vor allem wenn man nicht an ein Kernthema gebunden ist.
Ich für meinen Teil habe in einem Doktorandenkolleg dagegen sehr viel Glück mit meinem Betreuer, obwohl ich ihn vorher nicht kannte und total fremd an der Uni bin.

Viel Erfolg bei deiner Suche!

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11.01.2009, 16:14:18
Beitrag #3
RE: Promotion
Doktorandenstellen werden schon regelmäßig ausgeschrieben. Die sind dann aber meistens auch in ein Projekt eingebunden, d.h. mehr oder weniger thematisch festgelegt. Das ist bei anderen Geldgebern oft ähnlich. Wenn Du thematisch offen und flexibel bist, kannst Du Dich an verschiedenen Promotionskollegs und Unis einfach mal informieren, wer da was forscht.

Ausschreibungen stehen übrigens auch hier im Forum, wenn sie jemand einstellt, ansonsten bei http://www.academics.de oder auf den Homepages der Promotionskollegs oder in den jeweils einschlägigen Maillisten wie LingTyp, HistLing, Phonetics etc. (bei Linguistlist wird nur ein Bruchteil der Sachen ausgeschrieben, das meiste geht über thematisch passende Listen).

Ich musste für meine Stelle in Deutschland kein Exposé einreichen, und das definitive Thema habe ich auch erst nach ein paar Wochen im neuen Job festgelegt. In den USA sind PhD-Studiengänge zum Teil sehr durchstrukturiert und verschult, auch mit Seminararbeiten etc. Anders in Australien, dort wird im Grunde nur die Dissertation verlangt, aber kein "Coursework".


Generell ist es für die akademische Vita ganz gut, nach dem Magister die Hochschule zu wechseln und nicht am selben Ort bzw. in derselben Schule zu promovieren.


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11.01.2009, 23:34:27
Beitrag #4
RE: Promotion
in münster gibt es ein neues promotionskolleg, vielleicht ist das ja auch interessant:
http://www.uni-muenster.de/Promotionskol...senschaft/



gruß,
viola

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12.01.2009, 17:45:01
Beitrag #5
RE: Promotion
hast Du
http://linguistlist.org/issues/20/20-94.html
gesehen?
computerlinguistik in wolverhampton.


gruß,
viola

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13.01.2009, 18:36:33
Beitrag #6
RE: Promotion
Vielen Dank für eure Antworten! Habe mir alles mal angesehen.

Dass es noch so viele andere Listen gibt, wusste ich nicht, aber da gibts ja auch einiges an Ankündigungen. Die Zeit/Academics Seite sieht auch gut aus. Promotionsstellen habe ich zwar da nicht gefunden, aber habe das abonniert und werde ja dann merken, wenn es etwas gibt.

Generell ist mein Wunsch schon in ein Promotionskolleg zu kommen oder eine Stelle in einem Projekt zu haben. Das Kolleg in Münster ist schon interessant und bei der Stuts wurde da ja auch nur in höchsten Tönen von gesprochen (ok, war ja auch in Münster...), aber eigentlich will ich ja ins Ausland Zwinker Das Projekt in Wolverhampton klingt auch spannend, ist aber wohl zu zeitig für mich.

Ansonsten, Initiativbewerbung, haltet ihr das für sinnvoll?

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14.01.2009, 10:58:50
Beitrag #7
RE: Promotion
Initiativbewerbungen sind eigentlich nur bei größeren Instituten sinnvoll (z.B. Max-Planck-Gesellschaft), wo man schon mal ab und zu eine Stelle schaffen kann. Kleine Institute haben zumeist mehr eigenen Nachwuchs, als sie finanzieren können.


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09.11.2009, 18:27:25
Beitrag #8
RE: Promotion
Kleiner Nachtrag:


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