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 » nicht erledigt Rektionskomposita

28.11.2014, 10:55:01
Beitrag #1
Rektionskomposita
Hallo, ich wollte mich nur kurz vergewissern, dass ich das mit den Rektionskomposita auch wirklich verstanden habe...

Ich habe es so verstanden, dass Rektionskomposita wie alle Komposita aus zwei Einheiten bestehen. Das Determinans ist hier immer ein Derivat und fordert bei dem Determinatum einen bestimmten Kasus - richtig?
Das Verb kennen fordert den Akkusativ -> wen, oder was kennen -> die Frauen.
Also ist bei Frauenkenner Kenner ein deverbales, semantisch sättigungsbedürftiges Derivat was den Akkusativ forder, nämlich die Frauen?
Aber wenn ich das Ganze jetzt umstelle, so heißt es doch in der Wortbildungsparaphrase: Ein Frauenkenner ist ein Kenner der Frauen. Und wenn ich jetzt nach dem Kasus fragen würde, dann würde ich doch fragen: Ein Frauenkenner ist ein Kenner WESSEN - also den Genitiv somit erfragen und nicht den Akkusativ, was das Verb kennen ja eigentlich fordert?!?

Ich glaub ich steh gerade voll auf dem Schlauch... Kann mir das nochmal jemand ganz einfach an dem Beispiel hier erklären?


Hier könnte pippo289's Signatur stehen...
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28.11.2014, 11:14:00
Beitrag #2
RE: Rektionskomposita
Hallo,
der Akkusativ wird glaube ich eher vom zugrundeliegenden Verb als vom Nomen zugewiesen: er kennt die Frauen. Das sieht man auch besser an einem Wort wie: 'Wetterbeobachtung'. Ich beobachte das Wetter. Hier steht 'Wetter' im Akkusativ und wird daher als solches auch ins Kompositum eingebaut. Im Kompositum muss nicht die Genitivform vorliegen '*Wettersbeobachtung'. Erst wenn man danach fragt, steht dieser Teil im Genitiv: Die Beobachtung wessen (neudeutsch eher 'von was' als Genitivparaphrasierung) - Die Beobachtung des Wetters.


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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28.11.2014, 13:24:14
Beitrag #3
RE: Rektionskomposita
Ich kenne Rektionskomposita eigentlich nur in der Form, als dass die Bezeichnung schlicht besagt, dass der erste Bestandteil des Kompositums ein Argument des zweiten ist. In deinem Beispiel ist "Frauen" ein Argument von kennen, da das Verb kennen eben genau wie du gesagt hast, ein Akkusativobjekt als Argument fordert, das genauer beschreibt, wen oder was man denn kennt. In diesem Fall eben dann Frauen. Die immer gleiche Grundstruktur dieser Komposita sorgt dabei dafür, dass man immer weiß, welcher Teil welchen regiert. Schöner als "Rektionskompositum" oder "Rektionsbeziehung", kann man vielleicht Selektionsbeziehung sagen, die zwischen dem ersten und dem zweiten Bestandteil des Kompositums besteht. Bei deverbalen Rektionskomposita ist das, was du als Determinans bezeichnest, dann eben genau ein Derivat. Inwiefern das neben semantischer Determinierung auch noch mit Kasusrektion zusammenhängt, habe ich bei Rektionskomposita noch nie zu gelesen.

Das geht auch nicht nur deverbal, sondern auch bei nominaler Relation wie in Arbeiterkind. Hier wird das gleiche Prinzip: das Nomen Kind beinhaltet die Relation Kind von jemandem, damit ist klar, dass es sich um das Kind eines Arbeiters/von Arbeitern handelt - und nicht etwa um ein arbeitendes Kind o.ä.


Math puns are the first sine of madness.
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