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 » nicht erledigt Schwierige syntaktische Analyse

01.03.2015, 00:38:32
Beitrag #1
Schwierige syntaktische Analyse
Darf ich euch bitten, hier mal einen Blick drüber zu werfen und etwas zu kommentieren. Ich schreibe euch nur die Punkte, die mir Kopfzerbrechen bereiten:

Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die Leistungen der Schüler habe, sei eine bestimmte Haltung der Lehrkraft: gezielt die Aufmerksamkeit auf die Schüler zu lenken, ob die gerade gewählte methode sie erreiche, also gezielt die eigene wirksamkeit zu überprüfen.

[Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die leistungen der schüler habe] = E(NOM)/Präd.nomen (m.E.!) => Topikalisierung

im positiven Sinne / auf die Leistungen der Schüler = zwei Attribute 1. O. zu Wirkungen (im positiven Sinne ist ein sehr eigenartiges "Präpositionalattribut", evtl. ist es gar eine Angabe, die zwischen Nukleus und Attribut tritt)

[gezielt die Aufmerksamkeit auf die Schüler zu lenken, ob die gerade gewählte Methode sie erreiche, also gezielt die eigene Wirksamkeit zu überprüfen]
zwei zu-Infinitive, koordiniert (Konjunktionaladverb also beim zweiten) (Kann ein Infinitiv Apposition zu einem anderen sein?, vgl. Hans, also ein netter Mensch, ...)
Satzwertigkeit der Infinitiv unsicher (??Transformation in dass-Satz)

Die Infinitive bilden einen Nachtrag (in dem ja Angaben, Attribute u.a. stehen können), angekündigt durch den Doppelpunkt. Zwei Möglichkeiten der syntaktischen Funktion:
- normales Attribut (satzförmiges Attribut? "Infinitivattribut"?): (und zwar) (die Haltung), ... zu lenken
- Apposition mit Referenzidentität (die Aufmerksamkeit ... zu lenken, ist eine bestimmte Haltung // Was ... Wirkungen ... habe, ist, ... die Aufmerksamkeit ... zu lenken).

Status des ob-Satzes:
- entweder "normales" (Satz-)Attribut zu Aufmerksamkeit - eher unwahrscheinlich (??Verschiebeprobe zusammen mit vermeintlichem Nukleus)
- offenbar ist die Aufmerksamkeit (auf x) lenken hier ein verbaler Phraselogismus, der einen indirekten Fragesatz regieren kann (Welche Art der Ergänzung?)

Danke euch :-)


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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01.03.2015, 07:17:06
Beitrag #2
RE: Schwierige syntaktische Analyse
Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die Leistungen der Schüler habe, sei eine bestimmte Haltung der Lehrkraft: gezielt die Aufmerksamkeit auf die Schüler zu lenken, ob die gerade gewählte methode sie erreiche, also gezielt die eigene wirksamkeit zu überprüfen.

[Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die leistungen der schüler habe] = E(NOM)/Präd.nomen (m.E.!) => Topikalisierung

Warum siehtst du das als die prädikative Enom? Würde es als die einfache Enom sehen und "eine Haltung der Lehrkraft" als Prädikativergänzung -> keine Topikalisierung

im positiven Sinne / auf die Leistungen der Schüler = zwei Attribute 1. O. zu Wirkungen (im positiven Sinne ist ein sehr eigenartiges "Präpositionalattribut", evtl. ist es gar eine Angabe, die zwischen Nukleus und Attribut tritt)

Du könntest auch "Wirkungen haben" als Phraseologismus sehen. Dann wäre "auf die Leistungen der Schüler" eine Präpositionalergänzung und "im positiven Sinne" eine Restriktivangabe.

[gezielt die Aufmerksamkeit auf die Schüler zu lenken, ob die gerade gewählte Methode sie erreiche, also gezielt die eigene Wirksamkeit zu überprüfen]
zwei zu-Infinitive, koordiniert (Konjunktionaladverb also beim zweiten) (Kann ein Infinitiv Apposition zu einem anderen sein?, vgl. Hans, also ein netter Mensch, ...)
Satzwertigkeit der Infinitiv unsicher (??Transformation in dass-Satz)

Die Infinitive bilden einen Nachtrag (in dem ja Angaben, Attribute u.a. stehen können), angekündigt durch den Doppelpunkt. Zwei Möglichkeiten der syntaktischen Funktion:
- normales Attribut (satzförmiges Attribut? "Infinitivattribut"?): (und zwar) (die Haltung), ... zu lenken
- Apposition mit Referenzidentität (die Aufmerksamkeit ... zu lenken, ist eine bestimmte Haltung // Was ... Wirkungen ... habe, ist, ... die Aufmerksamkeit ... zu lenken).

Das ist wohl das Problematischte an diesem Satz, dass durchaus nicht wirklich zu entscheiden ist, auf welche Enom diese Infinitivkonstruktionen zu beziehen sind. Syntaktisch hält man sie eher für Attribute zur Haltung, semantisch auf den Was-Satz.

Status des ob-Satzes:
- entweder "normales" (Satz-)Attribut zu Aufmerksamkeit - eher unwahrscheinlich (??Verschiebeprobe zusammen mit vermeintlichem Nukleus)
- offenbar ist die Aufmerksamkeit (auf x) lenken hier ein verbaler Phraseologismus, der einen indirekten Fragesatz regieren kann (Welche Art der Ergänzung?)

Da würde ich letzterem zustimmen Zwinker

[/font][/i][/color]


Hier könnte Unkaputtbar's Signatur stehen...
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01.03.2015, 15:07:43
Beitrag #3
RE: Schwierige syntaktische Analyse
Hey Unkaputtbar!
Danke für deine Antwort :-)
Warum ich von Topikalisierung ausgegangen bin, kann ich vielleicht über ein paar ähnliche Sätze veranschaulichen:

Was große Wirkungen hat, ist eine bestimmte Haltung

Etwas sehr wirkungsvolles ist eine bestimmte Haltung

Etwas sehr Wirkungsvolles SIND bestimmte Haltungen

Sehr wirkungsvoll sind bestimmte Haltungen

DAS SIND bestimmte Haltungen

Was große Wirkungen hat, SIND bestimmte Haltungen


Was denkst du? :-)
GS


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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01.03.2015, 16:10:11
Beitrag #4
RE: Schwierige syntaktische Analyse
(01.03.2015 15:07:43)Glottisschläger schrieb:  Hey Unkaputtbar!
Danke für deine Antwort :-)
Warum ich von Topikalisierung ausgegangen bin, kann ich vielleicht über ein paar ähnliche Sätze veranschaulichen:

Was große Wirkungen hat, ist eine bestimmte Haltung

Etwas sehr wirkungsvolles ist eine bestimmte Haltung

Etwas sehr Wirkungsvolles SIND bestimmte Haltungen

Sehr wirkungsvoll sind bestimmte Haltungen

DAS SIND bestimmte Haltungen

Was große Wirkungen hat, SIND bestimmte Haltungen


Was denkst du? :-)
GS

Ich überlege, ob sich drüber streiten lässt. Wohl eher nicht Zwinker
Was ist eigentlich das "also"? Konjunktionaladverb?


Hier könnte Unkaputtbar's Signatur stehen...
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01.03.2015, 17:37:53
Beitrag #5
RE: Schwierige syntaktische Analyse
also "ja" zur topikalisierung? Zwinker
ist Konjunktionaladverb okay? vllt oben etwas untergegangen


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02.03.2015, 17:10:09
Beitrag #6
RE: Schwierige syntaktische Analyse
mich interessiert der Ausdruck "Restriktivangabe". Könntest du mir für den eine kurze Beschreibung geben?

Ein paar Beispiele, wo er passen könnte:

Laut Markus ist das wahr.
Juristisch hat mir das geholfen.
Juristisch ist das wahr.
Deiner Meinung nach ist das wahr
(vgl. meiner Meinung nach??).

Mir fällt es hier oft schwer, eine Grenze zur Modalitätsangabe zu ziehen (benutzt ihr den Begriff?), die den Satz als ganzen kommentiert (zum Bespiel hinsichtlich des Wirklichkeitsgehalts, z.B. vermutlich) und oft mit 'Sprechereinstellung' in Verbindung gebracht wird.


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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29.03.2015, 10:58:01
Beitrag #7
83_shocked RE: Schwierige syntaktische Analyse
Hallo,
Ich habe ebenfalls einen langen Satz. Bin mir bei den Satzgliedern nicht sicher und bräuchte Hilfe:
Petra behauptet, dass die Lehrerin abschließend sehr unmotiviert gewesen sei, weshalb sie von ihr und den anderen Schülern, besonders von Anna, nicht wirklich respektiert wurde.
Danke


Hier könnte bj86's Signatur stehen...
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30.03.2015, 13:55:42
Beitrag #8
RE: Schwierige syntaktische Analyse
Hallo bj86,

wenn du eine Analyse zum disskutieren anbietest, könnte man sehen, wo das Problem liegt. Lösungen präsentieren und somit deine Aufgabe erledigen ist nicht die Aufgabe des Forums.

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30.03.2015, 14:12:17
Beitrag #9
RE: Schwierige syntaktische Analyse
Hallo Glottisschläger,

ich habe irgendwie das Gefühl, dass du den Begriff "Topikalisierung" anders verwendest, als ich es kenne
Zitat: [Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die leistungen der schüler habe] = E(NOM)/Präd.nomen (m.E.!) => Topikalisierung

Ich betrachte hier nur den Hauptsatz;

Was überdurchschnittliche Wirkungen im positiven Sinne auf die Leistungen der Schüler habe, sei eine bestimmte Haltung der Lehrkraft.

Sinngemäß paraphrasiert: Das, was eine Wirkung hat, ist eine bestimmteHaltung.
Daher meine Analyse: [Das, was eine Wirkung hat,] Subjekt [ist eine bestimmte Haltung] Prädikat.
Jetzt zum Subjekt: Das, was eine Wirkung hat => freier Relativsatz, der als Subjekt fungiert.

Von Topikalisierungen spricht man in der Regel, wenn Konstituenten in die erste Position angehoben werden und dabei eine besondere sematische/prosodische Hervorhebung erhalten.

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30.03.2015, 20:32:07
Beitrag #10
RE: Schwierige syntaktische Analyse
Mit Pittner/Bermann spreche ich von Topikalisierung dann, wenn NICHT das Subjekt in erster Position steht (P/B weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie den Begriff auch dann verwenden, wenn keine besondere Hervorhebung geschieht). Und ich hatte ja aben die Position zu verteidigen versucht, dass der Relativsatz hier Prädikativum ist (vgl. die Antwort von Unkaputtbar ^^).


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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