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 » nicht erledigtSprachnörgler des Jahres
05.09.2013, 12:37:00,
Beitrag #16
RE: Sprachnörgler des Jahres
Es finden sich ja durchaus doch einige Linguisten, die dem VDS, Herrn Sick et al. mit fachlichen Argumenten entgegen treten. Was ich noch nicht so oft (eigentlich nie) gesehen/gelesen habe ist, dass auch "Sprachnörgelei" ein wissenschaftlich untersuchbares Phänomen ist, das zumindest teilweise auch in den Aufgabenbereich der (Sozio)Linguistik fällt.

Daher fände ich es wichtig, bei so einem "Negativ-Preis", das irgendwie auseinander zu halten.

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05.09.2013, 12:43:31,
Beitrag #17
RE: Sprachnörgler des Jahres
Zitat:Was ich noch nicht so oft (eigentlich nie) gesehen/gelesen habe ist, dass auch "Sprachnörgelei" ein wissenschaftlich untersuchbares Phänomen ist, das zumindest teilweise auch in den Aufgabenbereich der (Sozio)Linguistik fällt



Gibt's da Material dazu? Gibt's (Sozio)Linguisten, die sich damit beschäftigen? [/quote]Das klingt interessant...


Lächel
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05.09.2013, 12:44:14,
Beitrag #18
RE: Sprachnörgler des Jahres
Oh, zur "Kritik der Sprachkritik" sind auch schon wissenschaftliche Abhandlungen geschrieben worden.


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05.09.2013, 12:45:21,
Beitrag #19
RE: Sprachnörgler des Jahres
Aus der Sozio-Richtung? Kennst du ein Beispiel?


Lächel
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05.09.2013, 12:54:52,
Beitrag #20
RE: Sprachnörgler des Jahres
Würd mich auch interessieren Lächel


Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.
(Wittgenstein)
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05.09.2013, 13:32:17,   Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.09.2013, 21:36:25 von janwo
Beitrag #21
RE: Sprachnörgler des Jahres




Ein Querverweis: http://www.linguisten.de/Thread-Sprachpf...9#pid10069


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08.09.2013, 09:44:32,
Beitrag #22
RE: Sprachnörgler des Jahres
Eine lesenswerte, herrlich böse Glosse zum Thema steht heute in der "Welt"

Handke hoch, VDS runter
Von Andreas Rosenfelder

http://www.welt.de/print/wams/kultur/art...unter.html


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09.09.2013, 09:52:21,
Beitrag #23
RE: Sprachnörgler des Jahres
Und dann war da noch der Provinzkolumnist, der glaubt, Versprecher machten die Sprache seltsam:
http://www.shz.de/nachrichten/themen/the...08531.html Wand


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09.09.2013, 10:12:09,
Beitrag #24
RE: Sprachnörgler des Jahres
(09.09.2013, 09:52:21)janwo schrieb: Und dann war da noch der Provinzkolumnist, der glaubt, Versprecher machten die Sprache seltsam:
http://www.shz.de/nachrichten/themen/the...08531.html Wand
Ich frage mich gerade, ob es Absicht war, dass er diesem Institut statt des Deppenleerzeichens einen Deppenapostroph verpassen will. Doch wohl kaum, da ist ihm doch wohl selbst ein Verschreiber unterlaufen:
Kolumnist Gerhard Hildenbrand schrieb:Mit einer kleinen Geldspende dürfte dem Münchner "Robert Koch-Institut" geholfen sein. Es könnte sich endlich einen zweiten Bindestrich leisten oder sich wenigstens in "Robert's Koch-Institut" umbenennen.


Ich bin ein Star Cool; holt mich hier raus!
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09.09.2013, 22:39:16,
Beitrag #25
RE: Sprachnörgler des Jahres
Ich finde auch, da§ der VdS einseitig nur auf englisches Wortgut abzielt. Ich habe einmal an den VdS geschrieben und meine Meinung geschrieben, daß Sprachpflege nur dann glaubwürdig ist, wenn man sich gegen überflüssige Fremdwörter jeder Herkunft richtet. Mich àrgern nicht nur die englischen Brocken, sondern auch, wenn in Schriftstücken jedes zweite Wort ein griechisches oder lateinisches Fremdwort ist. Die Antwort war recht ablehnend. Da
habe ich von der Deutschen Sprachwelt eine weitaus stärker zustimmende Antwort auf meine Zuschrift bekommen. Dort verfolgt man einen stärker ganzheitlichen Ansatz. Wem es um Sprachpflege geht, empfehle ich die Deutsche Sprachwelt. Island geht mit gutem Vorbild voran.m



Der Klage darüber, daß im VdS kaum Fachleute tätig sind, kann ich nicht zustimmen. So weit ich das verstehe, versteht sich der VdS als Zusammenschluß von Bürgern wie auch die Deutsche Sprachwelt. Nicht nur Fachleute haben das Recht, sich zum Sprachgebrauch zu Wort zu melden. Es ist neben den Regionalsprachen unser aller Sprache.


Wer jede Menge englische Brocken verwendet, zeigt mir, daß er oder sie sich an Zeiterscheinungen und den Geist des wirtschaftlichen Nutzen anbiedert. Wer jede Menge griechisches und lateinisches Wortgut benutzt, kommt mir auch als etwas abgehoben vor. Eigenes Wortgut steht für mich für Bodenstàndigkeit und sprachlicher Reichtum. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern. Letzere rechne ich zum eigenen Wortgut.

Alex


Hallo, ich bin AlexderFranke und seit 17.01.2012 19:15 hier angemeldet.
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10.09.2013, 10:17:04,
Beitrag #26
RE: Sprachnörgler des Jahres
(09.09.2013, 22:39:16)AlexderFranke schrieb: Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern. Letzere rechne ich zum eigenen Wortgut.
Wie kommt es denn wohl zu solchen Entlehnungen und woran machst du es fest, ob ein Wort noch ein Fremdwort oder schon ein Lehnwort ist; etwa an der Schreibung und der Flexion, z.B. Keks(e) statt Cakes? Was ist dann ein Handy? Sollten wir es nicht als urdeutsche Wortschöpfung auch mit <e> und <i>, also Hendi schreiben?


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10.09.2013, 10:26:37,   Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.09.2013, 10:29:00 von janwo
Beitrag #27
RE: Sprachnörgler des Jahres
(09.09.2013, 22:39:16)AlexderFranke schrieb: Der Klage darüber, daß im VdS kaum Fachleute tätig sind, kann ich nicht zustimmen. So weit ich das verstehe, versteht sich der VdS als Zusammenschluß von Bürgern wie auch die Deutsche Sprachwelt. Nicht nur Fachleute haben das Recht, sich zum Sprachgebrauch zu Wort zu melden. Es ist neben den Regionalsprachen unser aller Sprache.

Meine Klage war eher, dass es Fachleute gibt, die sich da vor den Karren spannen lassen. Und genau weil es unser aller Sprache ist, darf es nicht angehen, dass irgendjemand, ob Laie oder Fachleut, sich anmaßt festzulegen, was für die über 100 Millionen Mitglieder dieser Sprachgemeinschaft richtig ud gut und akzeptabel ist.


(09.09.2013, 22:39:16)AlexderFranke schrieb: Wer jede Menge englische Brocken verwendet, zeigt mir, daß er oder sie sich an Zeiterscheinungen und den Geist des wirtschaftlichen Nutzen anbiedert. Wer jede Menge griechisches und lateinisches Wortgut benutzt, kommt mir auch als etwas abgehoben vor. Eigenes Wortgut steht für mich für Bodenstàndigkeit und sprachlicher Reichtum. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern. Letzere rechne ich zum eigenen Wortgut.
Es muss übrigens sprachlichen Reichtum heißen in Deinem drittletzten Satz oben. Teach

Wir haben es hier offenkundig mit Deiner Meinung und Deiner Interpretation zu tun. Die will Dir niemand nehmen (hoffe ich). Aber verfalle bitte nicht dem Irrtum, die von Dir unterstellten Motive und Intentionen als einzg mögliche Wirklichkeit/Interpretation derselben anzusehen. Deine Sprachgepflogenheiten und -ansichten sind eben Deine. Niemand darf sie Dir nehmen und niemand ist verpflichtet, sie zu übernehmen. Es ist auch eine Form sprachlichen Reichtums, Fremdgut zu absorbieren. Es ist auch eine Form sprachlichen Reichtums, verschiedene Sprachgewohnheiten zu haben. Es wäre doch langweilig, wenn alle gleich redeten.


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10.09.2013, 13:41:59,
Beitrag #28
RE: Sprachnörgler des Jahres
P.S.: Ein lieber Freund machte mich gerade auf diese herrliche Glosse der taz aufmerksam:

http://taz.de/Die-Wahrheit/!123345/

taz schrieb:Die Wahrheit
Die Sprache ist voll

Öffentliche Dudenverbrennungen in Berlin: Unterstützer des Vereins Deutsche Sprache demonstrieren für eine Vernichtung unwerter Fremdwörter.


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10.09.2013, 14:48:23,   Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.09.2013, 15:06:06 von thf
Beitrag #29
RE: Sprachnörgler des Jahres
(09.09.2013, 22:39:16)AlexderFranke schrieb: Wer jede Menge englische Brocken verwendet, zeigt mir, daß er oder sie sich an Zeiterscheinungen und den Geist des wirtschaftlichen Nutzen anbiedert. Wer jede Menge griechisches und lateinisches Wortgut benutzt, kommt mir auch als etwas abgehoben vor. Eigenes Wortgut steht für mich für Bodenstàndigkeit und sprachlicher Reichtum. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern. Letzere rechne ich zum eigenen Wortgut.
Wo du bei Island bist: Das ist eigentlich auch ein ganz gutes Beispiel dafür, dass eine wissenschaftliche Betrachtung angebracht ist; der Blick, den (nach meiner Einschätzung) viele Isländer auf ihre Muttersprache haben, ist nämlich idealisiert und nicht deckungsgleich mit dem wissenschaftlichen Wissensstand. Auch dürfte die Reflexion der Wurzeln des Sprachspurismus in der Bevölkerung eher gering sein; ich denke nicht, dass Island ein gutes, nachahmenswertes (bzw. -bares) Beispiel ist, auch wenn es neben Frankreich gerne angeführt wird.

(10.09.2013, 13:41:59)janwo schrieb: P.S.: Ein lieber Freund machte mich gerade auf diese herrliche Glosse der taz aufmerksam:

http://taz.de/Die-Wahrheit/!123345/
Tragischerweise hat es ein paar Sätze gedauert, bis ich merkte, dass es sich um Satire handelt; dachte bei der Überschrift zuerst, jetzt wird auch noch Fahrenheit 451 (wieder) real... :/

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10.09.2013, 19:47:29,
Beitrag #30
RE: Sprachnörgler des Jahres
Fremdwörtern sieht man die fremde Herkunft deutlich an. Lehnwörter haben einheimische Gestalt angenommen, weshalb vielen Sprechern die anderssprachliche Herkunft gar nicht mehr bekannt ist. Wer weiß heute noch, daß "Küche" vom lateinischen "cucina" kommt? Sie haben auch fremde Vorsilben und Endungen abgelegt und einheimische angenommen. Die Kirsche hat das lateinischd "us" abgelegt und ein "e" für weibliche Hauptwörter erhalten. Sogar das Geschlecht hat sich in diesem Fall verändert. Vorsilben wie "Ex-" oder "inter-" oder Endungen auf "ieren-" weisen immer auf lateinisches Wortgut hin. Trotz eindeutschender Schreibweise kann ich Wörter mit solchen Bestandteilen niemals als eigenes Wortgut anerkennen. Dafür müßten diese jene Bestandteile ablegen. Es gibt auch heute Fremdwörter, für die es keine passenden Neuschöpfungen gibt und bei denen eine Anverwandlung sinnvoll wäre, um daraus Lehnwörter zu machen. Ein Beispiel ist das Wortfeld rund um "Kultur". Wie bei "natürlich" könnte man "kulturell" zu "kultürlich" eindeutschen.


Nicht nur Kleider, sondern auch Wörter machen Leute. Aus beidem läßt sich zum Teil auf Wesen und Einstellung eines Menschen schließen.


Englisch ist ein Beispiel dafür, wie Fremdwörter auf Dauer einheimisches Wortgut zu verdrängen drohen. Das nenne ich schlicht und einfach Sprachverarmung. Ein Stück sprachliche Vielfalt und bodenständiger Kultur ist durch die Verdrängung angelsächsischer Wörter in Europa verlorengegangen.


Alex


Hallo, ich bin AlexderFranke und seit 17.01.2012 19:15 hier angemeldet.
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