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[Term]: Terminologie und Definitionen  » nicht erledigt Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
▶ Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?

29.03.2015, 13:30:51
Beitrag #1
Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Schichten-Modell und dem Kontinuum - Modell?
Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Schichten-Modell und dem Kontinuum - Modell? In welchem Augenblick wird der Code - shifting im Kontinuum - Modell und wozu benutzt? Was ist der Code - switching und der Code - mixing?


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30.03.2015, 12:26:59
Beitrag #2
Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?


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30.03.2015, 13:02:56
Beitrag #3
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
In vielen Theorien werden code-switching und code-mixing als dasselbe angesehen. Es bedeutet, dass man innerhalb einer Äußerung von einer (Matrix Language) in eine andere (Embedded Language) Sprache und wieder zurück wechselt.

Code-shifting hingegen ist der graduelle Übergang von einer Sprache zu einer anderen im Laufe eines Diskurses.

Siehe auch:
code-switching, code-mixing


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03.04.2015, 21:54:05
Beitrag #4
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
(30.03.2015 13:02:56)janwo schrieb:  In vielen Theorien werden code-switching und code-mixing als dasselbe angesehen.
So aus Interesse:
Manchmal wird 'Code Mixing' ja auch als Begriff für Sprachwechsel innerhalb eines Satzes bis hin zu einzelnen Wörtern verwendet. Du schreibst "in vielen Theorien". Wie sieht das denn im speziellen Kontext zu Lehnwörtern aus? Da wäre diese Unterscheidung ja vielleicht nützlich (als Vorstufe/notwendige Bedingung), oder werden da eher andere Konzepte bevorzugt?

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03.04.2015, 23:27:27
Beitrag #5
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
Lehnwörter sind per Definition keine Code-Switches (mehr), sondern etablierte Elemente der Empfängersprache, die auch von Leuten verwendet und verstanden werden, die keine Kompetenz in der Gebersprache haben.

Wohlgemuth (2009:53) schrieb:3.2.4 Nonce borrowings and code-switches
Furthermore, Haugen’s definition does not distinguish between code-switching,
so-called nonce borrowings and conventionalized borrowings. Nonce
borrowings are defined by Poplack, Sankoff, and Miller as borrowed forms
that are attested only once (in a corpus) or whose “frequency and acceptability
criteria are unclear or nonexistent” (Poplack, Sankoff, and Miller 1988: 52).
Muysken (1995: 190) uses the term nonce borrowings somewhat differently
for
Zitat:“elements [which] are borrowed on the spur of the moment, without yet having
any status in the receiving speech community”.
The boundaries between these different language contact phenomena are at
best fuzzy, and one should understand them as points on a scale rather than
two separate entities. This scale indicates the degree of conventionalization
a transferred entity has acquired in the recipient language. Well-established,
“old” loan words, for example, may not even be perceived by speakers of
the recipient language as something that originated in another language. At
the other end of the scale are transfers that occurred only once or rarely, under
specific circumstances, and are not commonly understood and used in
the speech community of the recipient language. As Sankoff, Poplack, and
Vannirajan (1990: 71) point out:
Zitat:“Nonce borrowings in the speech of bilinguals differ from established loanwords
in that they are not necessarily recurrent, widespread, or recognized by
host language monolinguals. “
The same is – of course – true for code-switches into another language. These
are instantiations of transfer, but are neither understood nor shared by other
speakers of the host language who do not happen to be bilinguals, too. Yet,
nonce borrowings as well as borrowings differ from code-switches inasmuch
as they both share the “characteristics of morphological and syntactic integration”
(Sankoff, Poplack, and Vannirajan 1990: 71, 94) into the recipient language
(cf. also Heath 1989: 41). Therefore, I did not include code-switches
that were either marked or clearly recognizable as such, but I did take into
account some nonce borrowings, e.g. when they illustrate the productivity of
an accommodation pattern. For a critical discussion of these terms cf. also
Myers-Scotton (1993: 181–182) or ch. 3 of Clyne (2003).


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04.04.2015, 11:45:31
Beitrag #6
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
(03.04.2015 23:27:27)janwo schrieb:  Lehnwörter sind per Definition keine Code-Switches (mehr), sondern etablierte Elemente der Empfängersprache, die auch von Leuten verwendet und verstanden werden, die keine Kompetenz in der Gebersprache haben.
Danke für deine Erläuterungen. Mir ging's vor allem darum, ob man Code Mixing vielleicht als Vorstufe zu Entlehnungen ansehen kann, vielleicht sogar noch den spontanen Bildungen vorgelagert. Ist aber vmtl. auch nicht so einfach Zwinker

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06.04.2015, 20:40:54
Beitrag #7
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
Doch, das nist sicher so. Spontane Bildungen werden "recycelt" und etablieren sich so langsam. Voraussetzung für die Entlehnung ist ja immer, wie auch bei Switches, eine zweisprachige Kompetenz.


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09.04.2015, 11:59:53
Beitrag #8
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
(06.04.2015 20:40:54)janwo schrieb:  Doch, das nist sicher so. Spontane Bildungen werden "recycelt" und etablieren sich so langsam. Voraussetzung für die Entlehnung ist ja immer, wie auch bei Switches, eine zweisprachige Kompetenz.

Okay Lächel Ich dachte halt folgendes:
Wenn ein fremdsprachiges Wort möglichst originalgetreu in einen Satz integriert wird, kann man das Code-Mixing nennen. Wenn das Wort integriert wird (phonologische Anpassung, die über reine Akzenthaftigkeit der Aussprache hinausgeht, morphsyntaktische Anpassung), dann kann man das Entlehnung nennen. Allerdings hat ein bilingualer Sprecher ja theoretisch die Wahl zwischen Code-Mixing und Entlehnung. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das von der Anzahl von Lehnwörtern aus der Ursprachesprache, bzw. der Bekanntheit von "Nativierungsmustern" abhängt, ob erst geswitched, oder gleich entlehnt wird. Daher meinte ich, dass das vielleicht nicht so leicht ist, Code-Mixing immer vorauszusetzen.

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09.04.2015, 15:29:01
Beitrag #9
RE: Was ist die Code-switching, code- mixing und code-shifting?
Aber was macht man dann mit Wörtern, die phonologisch nicht groß angepasst werden müssen? Beispiele. Mix, Bit, Weblog, E-mail, Büro, Döner, Lexikon usw.
Der Grad der Integration kann zwar informativ sein, ist aber ein ungenaues Diagnosemittel, denn es funktioniert nur, wenn die fraglichen Wörter Laute oder Lautgruppen enthalten, die der Empfängersprache fremd sind (frz. Nasalvokale, engl. th-Laute, slaw. Zischlaute etc.). Bei der morphologischen Integration kann man einen schleichenden Wandel weg von der Lehnmorphologie beobachten: Atlas, Atlanten > Atlas, Atlasse; Pizza, Pizze > Pizza, Pizzen/Pizzas; Christus, Christi > Christus, Christus usw.

Man kann Code-Switching und Entlehnung nicht immer sauber vorneinander trennen. Das sieht man im vorherigen Satz schon: Allein die Orthographie (angepasst an deutsche Großschreibungsregeln) mag einen Hinweis darauf geben, ob das unterstrichene Wort nun geswitched ist oder entlehnt.
Im Sprachsystem insgesamt funktioniert diese Entscheidung sowieso nicht, da das eine adhoc ist und nur das andere systematisch. Dazu muss man immer auch auf die jeweiligen Sprecher/Hörer schauen und ihre jeweiligen Kompetenzen. Beim bilingualen Sprecher/Hörer ist beides möglich. Beim monolingualen Sprecher/Hörer nicht. Für den sind diese Wörter stets Elemente der eigenen Muttersprache.

Es ist meiner Ansicht nach schon so, dass eine Entlehnung nur stattfinden kann, indem sie durch das Switchen bilingual kompetenter Sprecher eingeführt wird und sich dann "herumspricht". Erst wenn das Wort dann auch ohne bilinguale Kompetenz verstanden wird, kann man es getrost Lehnwort nennen. Wir verwenden heutzutage ja auch Lehnwörter, ohne deren quellsprachliche Bedeutung und überhaupt ihre Quellsprache zu kennen: Tomate, Schokolade, Anorak, Rattan, Amok, Ziegel, Eisen, Kaffee, Zucker, Admiral, Pastor usw.


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