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 » Erledigt: Heute Heute "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"

09.05.2012, 20:57:35
Beitrag #1
"Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Ein besonders bekanntes Beispiel für Sprachwandel ist "weil".
Es hat eine lange Laufbahn hinter sich.
Eine relativ neue Form ist:
"Weil, ich will das wissen"
oft auch geschrieben: "Weil ich will das wissen"
Haben "Weil, ich will das wissen" und "weil ich das wissen will" die gleiche Bedeutung?

Ich denke, die Bedeutung ist leicht unterschiedlich, bin aber unsicher. "Weil" scheint hier die Bedeutung von "denn" zu erhalten und "denn" zu ersetzen, also eine Begründung statt einen Grund zu repräsentieren.

Klareres Beispiel:

1) Der Motor scheint kaputt zu sein, weil ich ihn nicht höre.
2) Der Motor scheint kaputt zu sein, weil, ich höre ihn nicht.
3) Der Motor scheint kaputt zu sein, denn ich höre ihn nicht.

Der erste Satz beinhaltet eine falsche Ursache-Wirkungs-Beziehung.
der zweite Satz beinhaltet eine Begründung für die Vermutung.

Beim Sprechen sieht man von dem Komma in (2) nichts und oft wird es auch nicht geschrieben.


Hallo, ich bin Hutschi und seit 28.04.2012 10:13 hier angemeldet.
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09.05.2012, 21:14:19
Beitrag #2
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Hallo,
also nach meinem Verständnis würde man nicht "Weil, ich will nicht." schreiben. Das grundlegende Problem hier ist ganz einfach. Das Wort "weil" ist geschichtlich eine subordinierende Konjunktion, was heißt, dass es einen Hauptsatz und einen Nebensatz verbindet. In einem Nebensatz steht das konjugierte Verb am Ende des Satzes. Aus dieser Konjunktion ist aber nun bei manchen Sprechern eine koordinierende Konjunktion geworden, die zwei Hauptsätze verbindet; daher auch kein Komma nach dem "weil". In einem Hauptsatz steht das flektiere Verb nun an zweiter Stelle. Die Bedeutung ist bei beiden eigentlich komplett gleich, die Art der Konjunktion ist bloß unterschiedlich:
Ich will nach Hause, weil ich habe keine Lust mehr. = Ich will nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe.
Meiner Beobachtung nach benutzt so gut wie jeder manchmal das "weil" als koordinierend, vor allem wenn nach dem "weil" eine kleine Sprechpause kommt oder wenn man gerade keinen höheren Sprachstil zu sprechen pflegt.
Das ist natürlich kein Einzelfall, Sprache ändert sich immer. Die Konjunktion "trotzdem" wurde früher auch suboordinierend benutzt: "Trotzdem ich nicht nach Hause will, hat meine Mutter mich gezwungen."


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
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09.05.2012, 23:31:06
Beitrag #3
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Ein Punkt ist: In meinem inneren System (mein eigenes internes Wörterbuch) - das nicht repräsentativ ist, sich aber auf Grund meiner Erfahrungen gebildet hat, sehe ich eigentlich hinter "weil" in
"Weil, ich will das wissen" einen Doppelpunkt und eine Liste aus einem (oder mehreren) Stichpunkten oder Sätzen.
"Weil: ich will das wissen"

"Weil" repräsentiert dann in dieser Konstruktion einen ganzen Satz.
"das frage ich, weil ich es wissen will."

Ich gehe nicht hinaus, weil es regnet. (mehrdeutig)
Ich gehe nicht hinaus, weil ( : ) es hat geregnet. = Ich gehe nicht hinaus, weil ich erfahren habe, dass es geregnet hat.
Ich gehe nicht hinaus, weil es geregnet hat.

Ich denke, dass "weil" in den neuen Sätzen mehr bedeutet:

Ich will nach Hause, weil ich habe keine Lust mehr. <> Ich will nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe.

Ich will nach Hause, weil ich habe keine Lust mehr. = Ich will nach Hause, jetzt teile ich dir den Grund mit: ich habe keine Lust mehr.

Ich will nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe. (einfache Ursache-Wirkungsbedingung).


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10.05.2012, 07:50:08
Beitrag #4
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
(09.05.2012 23:31:06)Hutschi schrieb:  Ich denke, dass "weil" in den neuen Sätzen mehr bedeutet:

Ich will nach Hause, weil ich habe keine Lust mehr. <> Ich will nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe.

Ich will nach Hause, weil ich habe keine Lust mehr. = Ich will nach Hause, jetzt teile ich dir den Grund mit: ich habe keine Lust mehr.

Ich will nach Hause, weil ich keine Lust mehr habe. (einfache Ursache-Wirkungsbedingung).

Ich kann nicht sehen, wo die beiden weil-Sätze sich jeweils in ihrer Proposition (grob: der Aussage des Satzes) unterscheiden sollen. Ich stimme @Kevin zu, es hat einfach etwas damit zu tun, ob der Sprecher weil als subordinierend oder koordinierend auffasst. Wenn die beiden weil-Wortstellungen unterschiedliche Bedeutungen haben, dann sollte man finden, dass Sprecher beide Konstruktionen benutzen, dass sie also nicht frei verteilt sind.

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10.05.2012, 09:12:37
Beitrag #5
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
(10.05.2012 07:50:08)Sebastian schrieb:  ...

Ich kann nicht sehen, wo die beiden weil-Sätze sich jeweils in ihrer Proposition (grob: der Aussage des Satzes) unterscheiden sollen. Ich stimme @Kevin zu, es hat einfach etwas damit zu tun, ob der Sprecher weil als subordinierend oder koordinierend auffasst. Wenn die beiden weil-Wortstellungen unterschiedliche Bedeutungen haben, dann sollte man finden, dass Sprecher beide Konstruktionen benutzen, dass sie also nicht frei verteilt sind.

Ich verwende es so und verstehe es so.
Ich habe sehr selten die "neue" weil-Konstruktion zur Beschreibung "echter" Ursache-Wirkungsbeziehungen gehört. Meist wird sie für umgangssprachliche Sachverhalte verwendet, oft auch instinktiv von Personen, die sie vermeiden wollen. Das zeigt, dass sie im Gehirn auf andere Weise verankert ist, als die ältere Struktur.
Das "neue weil" ist synonym zu "denn".
Ich habe das Gefühl, dass die neue Struktur öfter für Begründungen verwendet wird, genau wie "denn" - aber "denn" scheint in der Umgangssprache seltener geworden zu sein. Und es ist nur "ungefähr" synonym.

Beispiel:

Es hat geregnet, weil die Straße nass ist. - Das ist eindeutig (fast immer) eine falsche Aussage.
Es hat geregnet, weil die Straße ist nass. - das bedeutet sehr eindeutig etwas anderes. Es hat geregnet, ich weiß dass, denn die Straße ist nass.

Man sieht hier deutlich, dass die Konstruktionen nicht in gleicher Weise verwendet werden.
Das Beispiel ist auch klarer als die anderen, weil die erste Konstruktion zu einer falschen Aussage führt.


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10.05.2012, 14:02:14
Beitrag #6
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Susanne Günthner hat sich sehr intensiv mit genau diesen Fragestellungen auseinandergesetzt, die ihr hier diskutiert - in verschiedenen Aufsätzen, die ich der Einfachheit halber hier angebe, ohne sie groß zusammenzufassen:

"'. . . weil - man kann es ja wissenschaftlich untersuchen' - Diskurspragmatische Aspekte der Wortstellung in WEIL-Sätzen". In: Linguistische Berichte 143 (1993): 37-59.

(in Zusammenarbeit mit Christine Gohl): "Grammatikalisierung von weil als Diskursmarker in der gesprochenen Sprache". In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18 (1) (1999): 39-75.

"Sprechen wir ungrammatisch? Zur Verwendung von weil und obwohl mit Hauptsatzstellung im gesprochenen Deutsch". In: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) (Hrsg.): Germanistentreffen Deutschland-Indien-Indonesien-Philippinen-Taiwan-Thailand-Vietnam 1999: Tagungsband. Bonn: Rosch. 243-260.

"'weil – es ist zu spät'. Geht die Nebensatzstellung im Deutschen verloren?" In: Denkler, Markus/Günthner, Susanne/Imo, Wolfgang et al. (Hrsg.) (2008): Frischwärts und Unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen? Münster: Aschendorff. 103-128.

Sie hat außerdem auch über "wobei" geschrieben, siehe die Auflistung ihrer Publikationen hier.


Vielleicht auch noch interessant, aber auch eher älter:
WEGENER, HEIDE (1993): weil – das hat schon seinen Grund. Zur Verbstellung in Kausalsätzen
mit weil im gegenwärtigen Deutsch. In: Deutsche Sprache 21, S. 289-305.

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10.05.2012, 16:21:51
Beitrag #7
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Nehmen wir mal ein eindeutigeres Beispiel:

Hast du Hunger, weil(,) es ist noch was im Kühlschrank.

Hier fungiert "weil" überhaupt nicht mehr als kausale Konjunktion, sondern als Partikel/Diskursmarker.
Mit "denn" ginge es meiner Meinung nach auch:

Hast du Hunger, denn es ist noch was im Kühlschrank.

Auch hier nicht kausal. Deshalb geht es mit "weil" und Nebensatz auch nicht:
*Hast du Hunger, weil noch was im Kühlschrank ist.

Man könnte höchsten ergänzen: "Hast du Hunger? Ich frage das, weil noch was im Kühlschrank ist, das du essen könntest."
Aber eben weil das nicht mitgesagt wird, ist es keine Konjunktion mehr, sondern Diskurspartikel.


Hallo, ich bin Mindaugas und seit 14.11.2011 19:21 hier angemeldet.
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10.05.2012, 17:18:38
Beitrag #8
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Ja, aber wie du gesagt hast, es wird einfach nur ausgelassen. Ich würde es dennoch als kausal einstufen, halt mit Ellipse. Dass das nur in gesprochener Sprache vorkommt, wäre auch ein weiter Grund dafür, solche Ellipsen sind im Schriftgebrauch seltener, mag ich meinen.

Zitat:Es hat geregnet, weil die Straße nass ist. - Das ist eindeutig (fast immer) eine falsche Aussage.
Es hat geregnet, weil die Straße ist nass. - das bedeutet sehr eindeutig etwas anderes. Es hat geregnet, ich weiß dass, denn die Straße ist nass.
Natürlich ist das eine falsche Aussage. Aber trotzdem sind die beiden Sätze das gleiche, nur mit Ellipsen.
"Es hat geregnet. Ich sehe das, weil die Straße nass ist."
Du siehst wohlmöglich etwas, das gar nicht da sind. Ich denke, dass du da eine Unterscheidung machst, liegt einfach nur daran, dass beide natürlich unterschiedlich klingen und das "Grammatikzentrum" verschieden strapazieren.
Und natürlich kann man den Satz mit "denn" umformulieren. "Denn" hat ja auch kausale Bedeutung. Ich verstehe das Argument hierbei nicht.


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10.05.2012, 23:14:58
Beitrag #9
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Das Argument ist:

Weil es regnet ist die Straße nass. Die Straße ist nass, weil es regnet.
Das ist kausal.

Die Umkehrung ist nicht kausal.
Weil die Straße nass ist, regnet es.
Es regnet, weil die Straße nass ist.
Das kehrt die Kausalität um und ist falsch (Es sei denn der extrem seltene Fall, dass das Wasser von der Straße verdunstet und es deshalb regnet. - das spiele aber hier keine Rolle.)

Der Satz:
Es regnet, weil die Straße ist nass. - das erhält eine neue Bedeutung.

Der vorgeschlagene Begriff "Diskursmarker" für "weil" ist in diesem Falle wohl adäquat.

Der Satz enthält eine neue Aussage.
Er sagt nicht: "Es regnet, weil die Straße nass ist.", sondern "Ich mache darauf aufmerksam, dass es (sehr wahrscheinlich) regnet, denn die Straße ist nass." Die Ursache-Wirkungsbeziehung ist nicht direkt, sondern es gibt eine Einbeziehung der Lebenserfahrung, die Kausalität ist: Es regnet, deshalb wird die Straße nass. Der Schluss geht: Die Straße ist nass. Daraus folgt: Es regnet (wahrscheinlich).

a->b (kausal)
b (folgt kausal aus a)
a (folgt nicht kausal aus b)

Logisch ist b->a ein hier Fehlschluss.
Pragmatisch ist es meist gültig - aber keine Kausalität.


Hallo, ich bin Hutschi und seit 28.04.2012 10:13 hier angemeldet.
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11.05.2012, 11:39:33
Beitrag #10
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
(10.05.2012 23:14:58)Hutschi schrieb:  Logisch ist b->a ein hier Fehlschluss.
Pragmatisch ist es meist gültig - aber keine Kausalität.

Hat ja auch niemand behauptet, dass
1. Sprache logisch sei und
2. hier eine Kausalität in der Richtung b → a vorliege


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11.05.2012, 17:15:31
Beitrag #11
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
(11.05.2012 11:39:33)janwo schrieb:  ...
Hat ja auch niemand behauptet, dass
1. Sprache logisch sei und
2. hier eine Kausalität in der Richtung b → a vorliege

Vielen Dank für 1. und 2.

Sebastian hat beschrieben, dass die beiden Sätze

1. Es hat geregnet, weil die Straße nass ist. und
2. Es hat geregnet, weil die Straße ist nass.

gleichbedeutend seien.

Der erste Satz setzt aber b → a voraus bzw. ist ihm gleichbedeutend.
Es besteht ein Unterschied zwischen: 1. "Es hat geregnet, weil die Straße nass ist." a<-b und 3. "Es hat geregnet, also ist die Straße nass." a->b

Bewiesen habe ich, dass er eben deshalb falsch ist.

Ich behaupte, dass der zweite das nicht tut. Hier ist es kein Kausalzusammenhang.
Ich folgere zwar aus der nassen Straße, dass es geregnet hat, sie ist aber im Gegensatz zum ersten Satz keine Ursache, also nicht kausal für den Regen.
2. hat sehr offensichtlich im praktischen Gebrauch eine andere Bedeutung. Und "weil" ist hier ein Diskurspartikel. (Den Begriff habe ich hier gelernt.)

Eben weil die Sprache nicht logisch ist, funktioniert der zweite Satz, der erste funktioniert dagegen nur als Spaß oder als falsche Aussage.

Der zweite hat meist noch eine pragmatische Bedeutung: er macht auf das Regnen aufmerksam.

---

PS: Liebe Susanne, vielen Dank für die Literaturangaben.


Hallo, ich bin Hutschi und seit 28.04.2012 10:13 hier angemeldet.
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12.05.2012, 17:18:51
Beitrag #12
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
Ich glaube, was dein Fehler ist, dass du gedanklich eine Pause hinter dem "weil" in "weil die Straße ist nass." machst. Dann klingt das nämlich wie "Denn die Straße ist nass."
Dann wäre der Satz ungefähr so zu verstehen: Es regnet, weil... Egal, die Straße ist nass.
Daher entstehen eben viele solcher Sätze mit V2-Stellung in einem mit weil eingeleiteten Satz. Da ist aber meistens eher eine Pause, zumindest eine gedankliche, zwischen weil und dem Rest, das heißt, dass eigentlich ein neuer Satz anfängt.
Das hat aber nichts mit dem koordinierenden "weil" zu tun, von dem wir sprechen. Du musst dir den Satz einmal in einem durchsprechen, ohne Pause. Dann weißt du vielleicht, was ich meine. (Es ist sauschwer, syntaktisches Gefühl zu erklären. ^^) Diese Pause entsteht eben dadurch, dass dort eigentlich ein "Es regnet, weil ich sehe, dass die Straße nass ist." reingehört.


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12.05.2012, 19:29:08
Beitrag #13
RE: "Weil, ich will das wissen" vs. "weil ich das wissen will"
(12.05.2012 17:18:51)Kevin schrieb:  Ich glaube, was dein Fehler ist, dass du gedanklich eine Pause hinter dem "weil" in "weil die Straße ist nass." machst. Dann klingt das nämlich wie "Denn die Straße ist nass." ...

Genau das mache ich, und ich höre es (meist) auch so, wenn jemand den Satz verwendet.

Zitat:Dann wäre der Satz ungefähr so zu verstehen: Es regnet, weil ... Egal, die Straße ist nass.

Wenn man "ungefähr" weit auslegt, ja.
Es regnet, weil ... Nämlich, die Straße ist nass.

Im Prinzip habe ich dann also nicht von dem koordinierenden "weil" gesprochen. Es ist ein anderes Phänomen.

Es wird mehr und mehr verwendet, das aber kann kein Zufall sein. Insbesondere wird es auch versehentlich verwendet, ich kenne einen speziellen Fall eines Lektors, der es eigentlich total ablehnt, aber doch selbst verwendet.

Ich habe es lange auch abgelehnt und doch verwendet, heute lehne ich es nicht mehr ab.

Aber ich möchte die Form und die Ursache verstehen.

Es scheint also zwei Anwendungen zu geben. (Eine Art Homonymie, wobei der Begriff hier nicht ganz exakt ist).


Hallo, ich bin Hutschi und seit 28.04.2012 10:13 hier angemeldet.
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