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 » Erledigt: Heute Heute Wie spricht Europa?
▶ Das EuroLSJ-Sprachstandardisierungsprojekt

31.01.2010, 14:16:10
Beitrag #1
91_heart Wie spricht Europa?
Hallo Leute,

ich bin im Eurolinguistischen Arbeitskreis Mannheim (ELAMA) und trage gerade die Gemeinsamkeiten zwischen den Sprachen Europas zusammen. Die Verbindungswege, die dadurch deutlich werden, sehen ungefähr so aus:

[Bild: lin-net_net_net.gif]

Daraus habe ich das EuroLSJ-Projekt gemacht. EuroLSJ konzentriert die zwischensprachlichen Gemeinsamkeiten zu einer gewohnten, handhabbaren Darreichungsform: zu einer Sprache. Die Sprache LSJ Europäisch bietet jedem Einzelnen mit jedem Wort unverzüglich die größtmögliche Erleichterung des Zugangs zu allen Landessprachen Europas, indem es sich so in deren Kreis hineinsetzt:

[Bild: lin-net_opti.gif]

- ähnlich wie Latein zu den romanischen Sprachen, allerdings mit dem Unterschied, dass LSJ Europäisch auch strukturell voll und ganz darauf ausgerichtet ist, die heutigen Sprachen Europas zu repräsentieren.

Soweit dies gelingt, ist LSJ Europäisch sowohl eine autentische Vertonung Europas als auch eine optimale Lernvorbereitung für ein Leben in Europa.

Als wissenschaftliches Projekt bietet EuroLSJ interessante Möglichkeiten für praktische Arbeiten in einem internationalen Zusammenhang. Insbesondere:


  1. Recherche nach möglichen Beiträgen der Landessprachen zu LSJ Europäisch*
  2. landessprachliche Projektkommunikation
  3. Aufbau von Repräsentanzen in (letztendlich) allen europäischen Ländern
  4. Erstellung von Curricula für das Erlernen der Landessprachen mit Vorkenntnissen in LSJ Europäisch (das Material dafür liegt vor)
  5. Erstellung von Curricula für das Erlernen von LSJ Europäisch für Muttersprachler der einzelnen Landessprachen (das Material dafür liegt vor)

Redet mit euren Profs über Möglichkeiten, durch Mitwirkung Leistungsnachweise zu bekommen. Den wissenschaftlichen Ansatz erläutere ich bei Bedarf gerne. Die Möglichkeiten, individuelle Arbeitspakete zu schnüren, sind äußerst vielfältig und flexibel.

Erste Eindrücke, Ergebnisse und Beschreibungen gibt's auf der Homepage - spaßeshalber mit LSJ Europäisch als erster Darstellungssprache.** Aber keine Angst: fast alle Seiten lassen sich (jeweils rechts oben) in verschiedenen Nationalsprachen anzeigen.

Um Beiträge europäischer Universitäten zu akquirieren, wurde EuroLSJ auf der Jahrestagung der Societas Linguistica Europaea (SLE) 2009 in Lissabon vorgestellt, im Juni 2010 voraussichtlich in Moskau - und ist natürlich Dauerthema im ELAMA (Leiter: Prof. Dr. Ureland). Nach dem prototypischen, sowohl etymologischen als auch übersetzenden Europäisch-Wörterbuch kann bei mir gefragt werden. Die nächste Ausgabe (vielleicht schon 2010) wird dann im Buchhandel erhältlich sein. Ich werde es melden.

Ich freue mich auf Fragen, Kommentare und Mitwirkung
Schöne Grüße schonmal

Euer Erhard

www.EuroLSJ.eu
* Beispiele für die Etymologie europäischer Wörter auf der Homepage unter "vocabulár"
** Vokabelübersetzung im linken Seitenstreifen[/b]

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25.02.2010, 11:47:07
Beitrag #2
01_stutsicon RE: Wie spricht Europa?
Interessante Idee, aber....

Gibt es nicht schon sowas? Ich meine Esperanto, Interlingua, oder sogar die englische Sprache. Viele sagen, Englisch sei zurzeit die "Lingua Franca".

Hat in diesem Kontext eine Initiative, wie deine, überhaupt eine Zukunft?


Hallo, ich bin little_sunrise und seit 25.02.2010 hier angemeldet.
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28.02.2010, 13:16:00
Beitrag #3
Hat LSJ Europäisch eine Zukunft?
Kleine Empfehlung vorweg:
es gibt jetzt auch die Adressen www.europaeische-sprache.de und www.european-language.com.

So. Vielen Dank für deine Nachfrage!

Hat es eine Zukunft - das klingt aber schicksalhaft. Ich glaube, zunächst muss man bei LSJ Europäisch einfach weg von der Assoziation "Da hat jemand eine Sprache erfunden". Das fällt zunächst schwer, weil LSJ Europäisch eine neue, nämlich eine "all-in-one"-Darstellungsform der Sprachen Europas ist (das ist dann auch schon das Alleinstellungsmerkmal). Neue Zusammensetzung, neue Rechtschreibung, neue Kombinationen. Aber neu ist nur die Europäizität, der Überblick von ganz oben auf die ganze Landkarte. Alles, was du an LSJ Europäisch hörst, siehst, äh ... schmeckst (?), oder auch fühlst, ist nichts als Muttersprache der Europäer: gestern, heute und - jetzt kommt's: MORGEN!

Schöne Grüße und eine gute Zeit
Erhard

EuroLSJ - Initiativa por de europé lingua
www.EuroLSJ.eu

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04.03.2010, 10:15:01
Beitrag #4
98_exclamation RE: Hat LSJ Europäisch eine Zukunft?
Hallo,


vielen Dank für die Antwort! Ich denke, ich schaue mir mal das Projekt genauer an. Zwinker

LG
sunrise


Hallo, ich bin little_sunrise und seit 25.02.2010 hier angemeldet.
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04.03.2010, 15:05:20
Beitrag #5
RE: Wie spricht Europa?
Habe ich es übersehen, oder sind unsere baskischen, maltesischen, finno-ugrischen und turksprachigen Freunde bei dieser Mixtur außen vor?


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
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04.03.2010, 16:15:21
Beitrag #6
RE: Wie spricht Europa?
Ich weiß nicht, ob ich nun etwas verpasst habe zu lesen, aber was soll so etwas bringen?
Ich habe etwas gelesen von: einer Vorbereitung für einen Europabesuch. Allerdings besuche ich ja doch ein bestimmtes Land oder mehrere und sollte deren typische Sprache lernen, um mich dort auch ausdrücken zu können. Eine solche Sprache zu lernen, um dann danach noch einmal zu lernen, scheint mir eher ein Umweg denn Abkürzung zu sein.
Außerdem finde ich es schwierig diese Darstellungsform zu verstehen, denn dazu müsste ich wirklich alle Sprachen etwas können. Dadurch, dass ich in einem Russischbuch bis zur dritten Lektion gekommen bin, weiß ich, dass gawarit "sprechen" heißt. Hätte ich diese drei Dinger aber nicht gemacht, hätte ich null Ahnung, um was es sich da handelt. Um wirklichen den vollen Spaß dieser Darstellungsform genießen zu können, müsste ich mich doch in allen europäisch/benutzten Sprachen auskennen.
Tut mir leid, aber irgendwie sehe ich nur die Spielerei darin, noch keinen Nutzen. Würde mich aber gerne eines anderen belehren lassen.


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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07.03.2010, 16:47:17
Beitrag #7
RE: Wie spricht Europa?
Kleiner Hinweis vorweg: das prototypische Universalwörterbuch der europäischen Sprache ist bei mir erhältlich.

Hallo Kevin,

Danke für deinen Einwand. - Nun ja, soweit deine Fragen auf der EuroLSJ-Homepage beantwortet sind, kann ich dir wohl nicht ersparen, die erstmal zu lesen. Soviel ist es ja nicht, und wenn ich es hier noch mal schreibe, musst du das ja auch lesen.

Ansonsten: nein, es geht nicht um einen Europabesuch (wir sind ja schon da, oder?), sondern um ein Leben in Europa. In diesem Leben bekommt man wahrscheinlich nicht nur Kontakt zu einem einzigen Land, sondern zu mehreren. Und wie du richtig anmerkst, braucht man dazu auch die jeweilige Sprache, weil man Menschen und Gesellschaften letztendlich nur in deren eigener Sprache erreicht. In unserem heutigen, grenzenlosen Europa können insgesamt gut 50 Sprachen für uns jederzeit plötzlich wichtig werden. Wir wissen nicht im Voraus, welche.

Mit seiner Eigenschaft, jede dieser 50 Sprachen um 30-60% leichter zu machen (das sind die derzeitigen Überschneidungsraten für einigermaßen gut ausrecherchierte Nationalsprachen), ist LSJ Europäisch eine der nützlichsten Sprachen der Welt - mit sofortiger Wirkung für jeden Einzelnen, der damit mal ein bisschen rumspielt.

Das ist das nächste wichtige Wort, das du genannt hast: "Spielerei". Der Homo ludens lernt durch Spielen (s. a. Lernen durch Elaboration, Bower 1972). Durch spielerischen Umgang wird die Materie "elaboriert" d. h. kognitive Prozesse werden in Gang gesetzt, die das Neue in die bestehenden Wissens- und Erfahrungsstrukturen integrieren (s. a. Lerntransfer, Thorndike & Woodworth 1901).

Die Eurolinguistik leistet eine höchst wertvolle Arbeit. Denn es sind vor allem die von ihr entdeckten Europäismen, die die o. g. Sprachlernerleichterungen ermöglichen.
Europäismen sind im weitesten Sinne Gemeinsamkeiten zwischen den Sprachen Europas. Dies sind nicht nur Wörter, sondern auch Regeln, u. a. der Grammatik und der schriftlichen Darstellung, siehe die vergleichende Lauttabelle oder (höre) die Audios auf der Homepage.
Aber in Rohform sind Europäismen langweilig und unbrauchbar. Man kann sie nur auflisten und das war's. Da stehen sie dann und sterben in Schönheit.

Durch das EuroLSJ-Verfahren wird der ungeordnete Europäismenbestand zu einer repräsentativen Hochsprache standardisiert – so dass man endlich damit spielen kann.

Wenn du, um LSJ Europäisch zu verstehen, erst alle Sprachen Europas lernen willst … tja, dann machst du ja meine Arbeit nochmal. LSJ Europäisch ist dazu da, um das sprachliche Europa kennen zu lernen OHNE alle Sprachen einzeln zu lernen. Du guckst einfach, wie weit du von selbst kommst (das hast du z. B. bei „govorín“ mit Hilfe von russ. говорить gemacht), und ansonsten hilfst du dir mit dem Zusammenhang (auch eine Elaborationsmethode!) oder mit dem Vokabelverzeichnis. Das gibt’s u. a. mit Deutsch als Referenzsprache, entweder als Wörterbuch oder auf der Homepage im linken Fenster.

OK?

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07.03.2010, 17:08:55
Beitrag #8
RE: Wie spricht Europa?
Tschuldigung Janwo, hätte fast deine Frage übesehen!

- Nein sind sie nicht. Bis jetzt ist es so: Was einbezogen ist, ist das geografische Europa, denn es muss ja eine feste, durch dauerhafte Tatbestände definierte Größe sein. EU oder Schengen-Raum können sich verändern, und darauf kann man ja nicht jedes Mal mit einer Sprachreform reagieren.
Da die Türkei mit dabei ist, ist auch noch deren zweitgrößte Sprache, Kurdisch mit dabei. In der Datenbank gibt es auch Spalten für "Nachbarschaft", bisher Hebräisch und Arabisch. Aber die muss natürlich auch jemand ausfüllen, genauso wie manch andere noch leere Spalte! ;-) - Für jede Sprache gilt: wer dabei ist, wird gesehen.

Die Turksprachen liegen außer Türkisch außerhalb Europas. Natürlich können die, wie auch z. B. die kaukasischen Sprachen und andere, mit einbezogen werden, wenn das nötige Interesse da ist. Dass deren Gemeinsamkeiten mit europäischen Sprachen noch nicht erfasst sind, heißt ja nicht, dass keine da sind.

Baskisch ist in den Grafiken mit "ek" abgekürzt - euskad. In Europa gilt immer die Selbstbezeichnung jeder Sprache (bei uns heißt das "Ethnoeuropäismen"). Entsprechend wird auch Ungarisch mit "ma" abgekürzt (und nicht mit hu) und Finnisch mit "su" (statt fi).

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07.03.2010, 21:32:58
Beitrag #9
RE: Wie spricht Europa?
Ah. Das ek habe ich natürlich genau *nach* meiner Frage selbst entdeckt.
Die Abkürzungen sind ungewohnt. Da wären ISO-Kürzel vielleicht weniger verwirrend.

Als Nebenfachgeograph frage ich einfach mal ganz platt nach Eurer Definition (i.S.v. Ab-, Eingrenzung) von Europa.


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10.03.2010, 11:02:00
Beitrag #10
Sprachenkürzel, Herleitungsschema und Definition Europas
Du hast Recht, am Anfang ging es mir nur um irgendwelche Kennzeichnungen. Eine Norm, die schon vorher jeder kennt, ist da natürlich besser, deshalb wird in Zukunft auch bei uns die ISO beachtet werden, wo es geht. 'Wo es geht' heißt: Wie bei allen Ethnoeuropäismen gilt auch bei Sprachennamen immer die nationale Eigenbezeichnung, gefolgt von deren Transkription in LSJscript, der Schreibweise von LSJ Europäisch (zu unterscheiden von LSJphon, der daraus abgeleiteten Lautschrift) - siehe auch die vergleichende Lauttabelle, wobei LSJscript und die nationale Originalschreibweise i. d. R. an einem Strang ziehen (kein Wunder - die Nationen zu repräsentieren ist ja die Grundidee des EuroLSJ-Projekts). Wenn die ISO-Norm dazu passt, ist sie ideal. Bei hu für 'magyar/madjar' und fi für 'suomi' passt sie nicht. ek ist ein Sonderfall, weil Baskisch in der ISO-Norm mit eu abgekürzt wird. Das ist verwirrend, weil EU/eu häufig für 'Europäische Union', 'Europa' oder 'europäisch' verwendet wird (so auch bei uns ;-).

In diesem Zusammenhang wollte ich noch erwähnen, dass die Grafiken im Eröffnungsbeitrag natürlich nicht das Herleitungsschema sind. Die Grafiken sollen nur veranschaulichen, worum es geht. Das Herleitugsverfahren und die Wege, die zu den verschiedenen Europäismenklassen führen, sind im Herleitungsschema (hier auf Deutsch) unter 'déductión' > 'structura den procédure EuroLSJ' zu finden. Wo sich das ganze Material sammelt, ist der Basis-Index, die EuroLSJ-Datenbank.

OK, was noch? - Ach ja, Europa definieren, oje. Wie gesagt, stabile, dauerhafte Kriterien müssen es sein, und dazu noch sinnvoll. Da gibt es die geografische Definition, die eigentlich künstlich ist, denn (1) wieso sollte ein Gebirge wie er Ural die Grenze eines Kontinents sein? Und (2) der Kaukasus, gehört der dazu? Und (3) die Türkei? Und (4) Russland? Und (5) sollte man nicht gleich ganz Eurasien miteinbeziehen, oder vielleicht (6) noch Afrika?
(Ich habe die Fragen schon mal nummeriert, damit keine Verwirrung aufkommt.)
Wie gesagt, irgendwo muss das Ganze sinnvoll bleiben. Vertrautheit, Zusammenwachsen und den leichtestmöglichen Zugang zueinander - das braucht der Flickenteppich aus mehr oder weniger kleinen Ländern in Europa.
(zu 4) Das braucht nicht Russland. So ein Mist! 200 Millionen Leute weniger im Boot, deren Sprache hochgradig EuroLSJ-kompatibel ist! - Nein, Entwarnung: Russisch ist Amtssprache in Estland und Weißrussland. Und natürlich ist Russland auch ein Teil Europas, aber
(zu 1) nur bis zum Ural. Wenn ich anderswo die ISO-Norm übernehme, werde ich hier keine neuen Erfindungen machen.
(zu 3) Die Türkei ragt (siehe Landkarte) zwar deutlich aus Europa heraus, ist aber auch ein Teil davon und will es auch sein, könnte evtl. eines Tages in die EU und ist (siehe Landkarte) zwar etwas größer, aber doch Teil des Flickenteppichs. Also: die Türkei ist drin.
(zu 2, 5 und 6) Mehr ist immer besser als weniger. Aber wenn man den Bezugsraum zu weit fasst, verliert sich irgendwann die Funktionalität für den ursprünglichen, natürlichen Markt des Produkts. Es ist sicher spannend, Gemeinsamkeiten zwischen Swahili und Tschuktschisch zu erforschen, aber Schweden und Portugiesen, Polen und Iren hätten davon dann überhaupt nichts mehr.
Aber definieren (=abgrenzen) möchte ich Europa deshalb trotzdem nicht. EuroLSJ sagt eher „immer reinspaziert, soweit eure Sprachen das mitmachen“, als „nein, du bleibst draußen“. Ich denke, ein Gebilde ist dann am erfolgreichsten, wenn es in sich geschlossen und nach außen offen ist.

www.europaeische-sprache.de - www.european-language.com

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16.03.2010, 10:57:21
Beitrag #11
RE: Wie spricht Europa?
Wenn ich mir jetzt etwas nicht-paradoxes unter
Zitat:in sich geschlossen und nach außen offen
vorstellen könnte...

Um aber auf unsere nicht-indoeuropäischen (finnischen, baskischen, maltesischen etc.) Freunde zurück zu kommen: Wo finden die sich denn in EuroLSJ repräsentiert? Ein paar Lexikoneinträge? Hier und da ein Morphem oder eine syntaktische Konstruktion? Ein paar Beispiele hierzu würde ich interessant finden. Auf Eurer Website finde ich diese Art Information nicht. (Das spricht entweder gegen die Website oder gegen mich. Klär mich auf!)


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20.03.2010, 13:30:12
Beitrag #12
Beteiligung der finno-ugrischen Sprachen, Malti und Baskisch
Na ja, da bin ich ein bisschen ins Grundsätzliche abgedriftet, vielleicht Unsinnn, wir sind ja hier auf linguisten.de und nicht auf philosophen.de. Für eine Gemeinschaft gilt das, wenn sie zusammenhält aber sich trotzdem nicht abkapselt.

Zu deiner 2. Frage: Im neulich bereits eingelinkten Herleitungsschema (hier deutsch) kommen formell alle Sprachen vor, die du suchst: Stufe 3, Alternativsprachen (Kontinentaleuropäismen). In der Praxis erreichen sie aber viel mehr Repräsentanz durch anderweitige Beteiligungen: Finnisch durch Kontakte zum Schwedischen (Estnisch und Samisch vermutlich auch), Ungarisch durch Kontakte mit den slawischen und romanischen Sprachen und dem Deutschen, Malti durch Kontakte zum Italienischen und Arabischen, die es (nicht durch verwandtschaftliche, aber durch kulturelle Gemeinsamkeiten) mit Türkisch, evtl. Kurdisch und vielleicht auch den Balkansprachen zusammen haben könnte - und alle zusammen natürlich auch durch die klassischen Internationalismen. Von Beitragsmöglichkeiten des Baskischen, inwieweit heutige Gemeinsamkeiten mit dem Spanischen die Teilnahme dieser in Europa isolierten Sprache unterstützen können, weiß ich bisher ehrlich gesagt kaum etwas.
Grundsätzlich gilt: an je mehr man sich beteiligt, desto mehr ist man beteiligt.
Im Wörterverzeichnis stehen nur deshalb kaum erst Beiträge von Finnisch, Estnisch, Samisch, Baskisch und Malti, weil noch niemand diese Spalten in der Datenbank aufgefüllt hat. Ein (u. a.) finno-ugrisches Wort ist z. B. sád für 100. Eine interessante strukturelle Beteiligung einer finno-ugrischen Sprache ist die intensive ungarische Unterstützung für das europäische Konjugantionsmuster "os_mtn".
Soll heißen: die Endung des Verbs im Indikativ-Präsenz enthält in der europäischen Haupttendenz in der 1. Person Singular ein o (manchmal e) (ma: -ok, -ök, -ek), in der 2. Singular ein s (ma: -sz [s]), in der 3. Sg keine Endung (ma: keine Endung), 1. Plural ein m (Aussetzer: ma: -nk), 2. Pl. ein t (ma: -tok, -tök, -tek) und in der 3. Pl. ein n (ma: -nak, -nek).

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