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 » nicht erledigt Wissenschaftssprache Deutsch?

03.07.2014, 15:30:49
Beitrag #1
Wissenschaftssprache Deutsch?
Hallo,

ich sitze hier gerade unter Germanisten auf einer Tagung zu "Wissenschaftssprache Deutsch", schreibe meine Dissertation jedoch (als Germanistin) auf Englisch und auch mein Tagungsbericht wird auf Englisch sein.
Was meint ihr zu Wissenschaftssprache Deutsch? Wie geht's weiter?

Viele Grüße,
Kristina


Lächel
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03.07.2014, 15:44:23
Beitrag #2
RE: Plauderei
Hängt das nicht auch vom Fach bzw. der Subdisziplin ab? Wenn ich in Artikel aus an deren Disziplinen schaue, habe ich den Eindruck, dass in einigen die Anzahl der zitierten deutschsprachigen Publikationen größer ist, als in anderen. (Auch wenn das vmtl. nur ein Teilaspekt dessen, was mit "Wissenschaftssprache" gemeint ist, abbildet)

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04.07.2014, 00:05:48
Beitrag #3
RE: Plauderei
Klar, das ist von Fach zu Fach unterschiedlich - aber kennst du ein Fach, das komplett mit deutscher Wissenschaftssprache auskommt?


Lächel
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04.07.2014, 11:51:38
Beitrag #4
RE: Plauderei
So gefragt (und unter Berücksichtigung von "auskommt") wohl eher nicht, stimmt.
Behauptet werden in dem Zusammen ja gerne solche Fächer wie z.B. Altertumskunde und Teilbereiche der Archäologie; aber so sicher bin ich mir da auch nicht.

Am gegenwärtigsten für mich im normalen "Lektürealltag" ist die recht hohe Anzahl von deutschsprachigen Publikationen aus der germanistischen Linguistik, aber das dürfte wohl in der Natur der Sache liegen. Aus meiner Sicht ist das eine Marotte, die sich in Philologien öfter mal findet. Lächel

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06.07.2014, 19:45:08
Beitrag #5
RE: Plauderei
Hier gibt's ein interessantes Projekt dazu:
Publish in English or perish in German http://www.englishineurope.postgrad.shef...n_Rabe.pdf


Lächel
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20.07.2014, 13:01:45
Beitrag #6
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
Würde ich mich sicher genug dabei fühlen, dann würde ich es vorziehen, fast nur noch auf Englisch zu veröffentlichen. Was bringen deutsche Texte, die kaum jemand liest? Ich finde schon auf Deutsch kaum Lesenswertes. Alle interessanten Impulse in Sprachphilosophie, Semantik, Pragmatik kommen seit Jahrzehnten aus USA oder England. Die Wurzeln Frege+Wiener Kreis wurden 1933 exportiert, und die wenigen Importe zurück seit den Sechzigern wurden zu wenig registriert und - vor allem - von Moden verdrängt.

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20.07.2014, 23:12:31
Beitrag #7
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
@kunnukun

Jepp!
Das Deutsche ist als Wissenschaftssprache in sehr vielen Bereichen auf dem Rückzug. Ohne Englisch geht's nicht mehr.


Wobei ich (als Germanistin) schon versuche, in beiden Sprachen zu schreiben…
Aber die wichtigen Sachen auch auf Englisch - sonst können sie auch viele Kollegen/Vorgesetzte von mir nicht verstehen. Es muss natürlich auch zum Thema passen. Zu interkultureller&internationaler Kommunikation zu schreiben und das dann auf Deutsch zu publizieren, das passt m.E. nicht!


Lächel
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21.07.2014, 09:43:41
Beitrag #8
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
(20.07.2014 23:12:31)kpl schrieb:  Wobei ich (als Germanistin) schon versuche, in beiden Sprachen zu schreiben…
Aber die wichtigen Sachen auch auf Englisch - sonst können sie auch viele Kollegen/Vorgesetzte von mir nicht verstehen. Es muss natürlich auch zum Thema passen.

Dieses Verwenden der Objekt- als Metasprache (wenn man das so nennen kann) ist etwas, was ich in vielen Philologien beobachtet habe. Was würdest du sagen, ist der (bzw. dein) Grund dafür?

Weil rein praktisch betrachtet, sollte es doch auch für Philologen sinnvoller sein, alles auf Englisch zu schreiben. Diejenigen, die Deutsch können (ggf. auch "Fremdsprachengermanisten"), können nahezu immer auch Englisch, umgekehrt gibt es aber bestimmt mehr Leute die sich für's Deutsche interessieren, aber kein Deutsch können.

Meiner Ansicht sind wissenschaftliche Texte Gebrauchstexte, deren zentraler Zweck die Kommunikation von Wissen ist. Und da erscheint es mir einfach zweckdienlich, diejenige Sprache zu wählen, mit der man die meisten Personen erreichen kann.

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23.07.2014, 10:17:55
Beitrag #9
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
(21.07.2014 09:43:41)thf schrieb:  Diejenigen, die Deutsch können (ggf. auch "Fremdsprachengermanisten"), können nahezu immer auch Englisch, umgekehrt gibt es aber bestimmt mehr Leute die sich für's Deutsche interessieren, aber kein Deutsch können.

Ich kenne erschreckend viele Germanisten, auch habilitierte, die des Englischen gar nicht oder nur dysfunktional mächtig sind, egal ob sie nun deutsche Muttersprachler sind oder sonstwas.


Mitmachen, mitgestalten, mitwissen: Glottopedia: the free encyclopedia of linguistics
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23.07.2014, 11:05:40
Beitrag #10
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
Zitat:Meiner Ansicht sind wissenschaftliche Texte Gebrauchstexte, deren zentraler Zweck die Kommunikation von Wissen ist. Und da erscheint es mir einfach zweckdienlich, diejenige Sprache zu wählen, mit der man die meisten Personen erreichen kann.

@thf - Da stimme ich dir vollkommen zu!

Zitat:Dieses Verwenden der Objekt- als Metasprache (wenn man das so nennen kann) ist etwas, was ich in vielen Philologien beobachtet habe. Was würdest du sagen, ist der (bzw. dein) Grund dafür?

Hmm, schlechtes Gewissen gegenüber der Germanistik? Vielleicht nur solange, bis meine (auf Englisch verfasste) Dissertation von den Germanisten angenommen wurde? Big Grin

Zitat:Ich kenne erschreckend viele Germanisten, auch habilitierte, die des Englischen gar nicht oder nur dysfunktional mächtig sind, egal ob sie nun deutsche Muttersprachler sind oder sonstwas.

@janwo Jepp, definitiv, auch mit Habil etc.!!! Da wird lieber ein Beitrag zurückgezogen, anstatt ihn auf Englisch zu übersetzen (wie die Zeitschrift das möchte) - erst kürzlich wieder passiert!


Lächel
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23.07.2014, 11:38:05
Beitrag #11
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
(23.07.2014 10:17:55)janwo schrieb:  Ich kenne erschreckend viele Germanisten, auch habilitierte, die des Englischen gar nicht oder nur dysfunktional mächtig sind, egal ob sie nun deutsche Muttersprachler sind oder sonstwas.

Meine Englischlehrer in der Schule bemängelten teilweise, dass ihre Professoren selbst sehr schlecht Englisch sprachen. Ich dachte allerdings, dass das (also Wissenschaftler, die kein/kaum Englisch können) inzwischen nicht mehr vorkommt. Wenn ich eure beiden Einträge so lese, bekomme ich aber den Eindruck, dass ich da zu optimistisch war. Traurig

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23.07.2014, 11:41:05
Beitrag #12
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
Jepp, da warst du zu optimistisch. Traurig


Lächel
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11.05.2015, 20:52:31
Beitrag #13
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
Ich frag's mal hier:
Hat jemand besondere Tipps, was Lektorat für englische Texte (Aufsatz) betrifft? (Preis-Leistung-Verhältnis)

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11.05.2015, 21:53:45
Beitrag #14
RE: Wissenschaftssprache Deutsch?
Hallo,

ich habe einen Tipp:

Fachrichtung beachten! Möglichst Lektoren aus der gleichen Fachrichtung nehmen! Muttersprachler ist nicht gleich Muttersprachler.
Ein Mediziner überarbeitet einen Text nicht unbedingt so, wie es eine Zeitschrift im Bereich Linguisten lesen möchte… Ich habe das selbst ausprobiert!

Viele Grüße,
Kristina


Lächel
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