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 » Erledigt: Heute Heute Zungenspitzen-R

05.03.2011, 22:00:42
Beitrag #1
Zungenspitzen-R
Hallo,
ich habe mal eine Frage zum Zungenspitzen-R.
Und zwar bin ich nun 22 Jahre jung und ich kann das Zungenspitzen-R nicht adäquat aussprechen. Ich habe mal gelesen, dass es nach dem 16 Lebensjahr quasi unmöglich ist, es noch einwandfrei zu lernen.
Andererseits hat mir jemand erzählt, es hinge nur von der entsprechenden Technik ab. Da ich nun nicht wegen dieses Rs zum Logopäden gehen will, wollte ich euch fragen, was ich tun kann.
Ich habe schon einiges ausprobiert, aber wirklich weit bin ich nicht gekommen. Das einzige, was ich zustande bringe, ist nach einem starken Luftausstrom in der Form von einem "HAAARRRRR", einige Schläge zu erreichen. In einem normalen Reden schaffe ich meist nur ein bis höchstens drei Schläge, meist nur einen und dieser klingt eher misslungen denn schön. Die meisten Sprachen, die ich lerne, haben ein solches R und selbst meine Muttersprache Plattdeutsch. Ich weiß nicht, wieso ich das nicht drauf habe; habe wohl zu selten Plattdeutsch geredet.
Könnt ihr mir vielleicht Tipps geben oder so, wie ich das R lernen kann? Den Trick mit dem R vor t und d habe ich schon ausprobiert, und davor kriege ich es auch besser hin. Aber leider steht es nicht immer dort. Zwinker
Vielen Dank schon einmal

LG
Kevin


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
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05.03.2011, 22:42:48
Beitrag #2
RE: Zungenspitzen-R
Aaaalso, esrt einmal: Die Zahl 16 da oben ist ein Mythos. Teach Die kritische Phase zum Erwerb der (muttersprachlichen) Phonologie ist wohl schon früher vorbei; das heißt aber nicht, dass man nicht durch Üben dennoch ein ganzes Stück weit kommen kann.
Nächster Trost: in den meisten Fällen wird beim Zungenspitzen-R sowieso kein echter (mehrschlägiger) Trill gesprochen, sondern eher ein (einschlägiger) Tap/Flap, und den kann man recht gut "faken", wenn's denn sein muss: Als Übung kann ich empfehlen, statt das /r/ vor /d/ zu sprechen, einfach mal /d/ statt /r/ zu sprechen, möglichst nicht an Stellen, wo auf das /r/ noch ein oder mehrere Konsonanten folgen: Bdautkleid bleibt Bdautkleid und Bdaukdaut bdeibt Bdaukdaut...
Und: im Auslaut sind viele niederdeutsche Varianten arhotisch und haben [ɐ] statt [r], da braucht man's also auch nicht. Zwinker


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06.03.2011, 02:46:59
Beitrag #3
RE: Zungenspitzen-R
Natürlich sind die Rs im Auslaut eher vokalisch, aber ansonsten nicht. Zwinker Und wenn ich immer "Spraak" oder "bruken" ausspreche, klingt es komisch und ungelenk. Mit einem hinteren R klingt es eben auch nicht schön plattdeutsch.
Ich würde am liebsten das R lange und deutlich rollen können, was vor allem gerne im Plattdeutschen gemacht wird. Auch in den meisten Sprachen, die ich lerne, kommt nicht nur ein Tap vor, sondern auch ab und zu mehrere. Ich will zwar nicht Muttersprachenniveau in der Aussprache erreichen wollen, aber dieses Zungenspitzen-R ist mir ein Dorn im Auge.
(Das soll nicht quatschig klingen, aber ich kann das R nahezu korrekt aussprechen, wenn ich betrunken bin. [Nur leider kann ich dann die dazugehörigen Sprachen nicht mehr. ^^])
Das mit der Substitution durch d oder t habe ich schon ausprobiert, wie zum Beispiel: Bdötchen. Daher kenne ich das. Das hat bei mir überhaupt nicht zum Erfolg geführt.
Ich habe ja einen gewissen Erfolg, ich habe seit zwei Jahren ein besseres R drauf, aber es ist noch immer nicht ausreichend.
Bei mir klingen die R meist wie ein Frikativ, weil einfach nur Luft entweicht, ohne dass die Zunge zu flippen anfängt. Wenn ich die Zunge mal richtig richtig aufgewärmt habe, kommt auch mal ein zweifacher Flap heraus, der aber immer noch komisch klingt. Vor allem mit einem etwas geringeren Luftstrom kommt das R nicht zustande bei mir. Nur wenn ich sehr stark ausatme, kann ich das R (eher so türkisch klingend) für bisher höchstens sieben Thrills aussprechen.
Ich glaube eigentlich, dass ich es niemals so gut hinbekomme, dass ich es einige Zeit lang rollen lassen kann und es nicht missgebildet klingt. Die Teilerfolge (vor drei/vier Jahren konnte ich es wirklich gar nicht) scheinen nun das Maximum zu sein.


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09.03.2011, 16:26:19
Beitrag #4
RE: Zungenspitzen-R
Mach dir nichts draus, es gibt sogar Italiener bzw. italienische Dialekte, die kein Zungenspitzen-r haben/hinkriegen :-)

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10.06.2011, 22:55:18
Beitrag #5
RE: Zungenspitzen-R
Weil's lustig ist und zum Thema passt: Tagesschau-"Schlusslicht" zum R (bzw. [ɚ]


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