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[Sem]: Semantik, Etymologie, Semiotik  » nicht erledigt Abstrakte vs. konkrete Substantive

10.01.2014, 17:13:43
Beitrag #1
Abstrakte vs. konkrete Substantive
Abstrakt vs. konkret - eigentlich eine ganz logische Dichomotie, oder? Trotzdem habe ich jetzt so ca. 6 Stunden damit verbracht, diese zu versuchen zu verstehen. Vielleicht sollte ich etwas weiter ausholen.

Ich mache mir momentan ein Bild von möglichen semantischen Klassifizierungen von Verben, Substantiven und Affixen. Im Bezug auf Substantive bzw. substantivierende Suffixe bin ich dabei oft auf Szymanek (1988) gestoßen. Der erwähnt folgende Kategorien:

Zitat:Nomina Actionis, Nomina Essendi, Agentive, Instrumental, Patientive, Objective, Attributive, Locative, Material/Ablative, Collective, Singulative, Female, Male, Diminutive, Augmentative

Diese sind nicht erschöpfend, da er nur die für eine Polnisch-Englische komparative Studie relevanten anführt. Dalton-Puffer (1996) lehnt sich an ihn an, mit Bezug auf Mittelenglisch, und teilt die Kategorisierung noch ein in abstrakt und konkret.

Zitat:abstract: Nomina Actionis, Nomina Essendi, Instrumental, Object/Result, Locative, Collective
concrete: Agent, Instrument, Location, Female, Attributive, Diminutive, Pejorative

Und hier beginnen meine Probleme. Wie sind diese Kategorien motiviert?? Was ist der Unterschied zwischen instrument/instrumental und locative/location? Was genau ist "Object/result" (an anderer Stelle "objective" genannt)? Wenn es ein resulting object ist, warum ist es dann abstrakt und nicht konkret?

Sie nennt die Kategorien "abstract" und "concrete" morpho-semantisch offensichtlich und gibt keinerlei Erklärungen (in einem Aufsatz von 1994 erklärt sie die concrete noun categories - aber nur an sich, nicht, warum sie concrete sind.) Ich kann mir vorstellen, dass sie diese Terminologie von jemandem übernimmt, der mir nicht bekannt ist. Oder übersehe ich was ganz Offensichtliches Undecided

Irgendwelche Ideen?

Dalton-Puffer, Christiane. 1994. Are Shakespeare's agent nouns different from Chaucer's?: On the dynamics of a derivational subsystem. In Dieter Kastovsky (ed.), Studies in Early Modern English, 45–58. Berlin: Mouton de Gruyter.

Dalton-Puffer, Christiane. 1996. The French influence on Middle English morphology: A corpus-based study of derivation (Topics in English Linguistics 20). Berlin, New York: Mouton de Gruyter.

Szymanek, Bogdan. 1988. Categories and categorization in morphology. Lublin: Catholic University.


Starfleet Yeah
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10.01.2014, 19:44:16
Beitrag #2
RE: Abstrakte vs. konkrete Substantive
Ich kann jetzt gerade nicht lang antworten. Kurz bemerkt: Für mich wäre erst einmal fraglich, inwiefern die morpho-semantisch sind. Semantisch — ok, klar. Aber morphologisch? Außer, dass u.U. bestimmte morphologische Mittel verwendet werden, bestimmte Arten von Nomina zu bilden, die dann üblicherweise abstrakt oder konkret sind. Aber das macht's nicht zu einer morphologischen Distinktion, finde ich.

Versuch mal, ob Du in Euer Bib an Herbermann: Wort, Basis, Lexem (1981) heran kommst. Beiliegender Scan ist leider von (sau)mäßiger Qualität. Siehe Seiten 259 unten bis 263, insbesondere die extrem lange Fußnote 199 auf S. 260f.


Angehängte Datei(en)
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16.01.2014, 13:37:41
Beitrag #3
Kontreta vs. Abstrakta
Ich habe mal eine Frage und zwar geht es um Abstrakta und Konkreta.
Abstrakta sind ja etwa : Traum, Hass, Schlaf, Liebe, Melodie, Lied.. alles was eine Mensch nicht greifen kann.
Aber was ist dann Salz, Zucker, Milch? Das sind für mich auch abstrakte Begriffe, da sie nicht zählbar sind, oder?

janwo bearbeitete 16.01.2014 13:46:10 diesen Beitrag. Grund:

Aus eigenem Thread hier eingefügt



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16.01.2014, 13:45:48
Beitrag #4
RE: Abstrakte vs. konkrete Substantive
Abstraktheit vs. Konkretheit und Zählbarkeit vs. Nichtzählbarkeit sind zwei verschiedene Dichotomien. Da besteht keinerlei zwingende Korrelation. Es gibt:
  1. zählbare Abstrakta (Gott : Götter, Traum : Träume)
  2. nichtzählbare Abstrakta (Hass, ?Schlaf)
  3. zählbare Konkreta (mehr oder weniger der Default)
  4. nichtzählbare Konkreta (Wasser, Sand, Schnee), dies sind in der Regel die sogenannten "Massennomina"


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16.01.2014, 13:49:29
Beitrag #5
RE: Abstrakte vs. konkrete Substantive
Ein Lied oder eine Melodie etc. wären dann auch zählbare Abstrakta, da ich zwar sagen kann, ich habe heute 2 Lieder gesungen, aber greifen kann ich sie dennoch nicht konkret.


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16.01.2014, 13:52:30
Beitrag #6
RE: Abstrakte vs. konkrete Substantive
Aber Salz usw. kann ich greifen, daher ist es konkret. Zählbar/Nicht zählbar hat zunächst also nichts mit abstrakt bzw. konkret zu tun.


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16.01.2014, 15:24:48
Beitrag #7
RE: Abstrakte vs. konkrete Substantive
(16.01.2014 13:52:30)ranya-dingert schrieb:  Aber Salz usw. kann ich greifen, daher ist es konkret. Zählbar/Nicht zählbar hat zunächst also nichts mit abstrakt bzw. konkret zu tun.

Genau. Lächel


Ich wäre aber vorsichtig mit dem Kriterium "greifbar". Es gibt ja diesen alten Witz, dass man Ofen und Löwe auch nicht anfassen kann/sollte... Konkreta sind alle Dinge, die wir sinnlich wahrnehmen können, nicht nur über den Tastsinn, sondern eben auch das Sehen, Hören, Riechen/Schmecken; insofern kann man auch die Ansicht vertreten, ein Lied beispielsweise sei konkreter als andere Abstrakta.


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