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| » Dialekte in der Gebärdensprache? |
| 28.09.2011, 16:24:04 Beitrag #1 | |||
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| Gestern Abend ist mir beim Einschlafen der Gedanke gekommen: Wie äußern sich eigentlich in der Gebärdensprache Dialekte? Und in wie weit ähneln sich die Gebärdensprachen der verschiedenen Länder? Entlehnt man z.B. Gebärden der englischen Gebärdensprache für computerbezogene Dinge? Gekommen bin ich auf diese Fragen weil ich gerade ein Buch lese, in dem erwähnt wird, dass Gebärdensprache auch Phonologie hat. Die Phoneme, sagt mir Wikipedia, seien Handformen - auch gebe es Minimalpaare! Hochinteressant! | |||
| 28.09.2011, 16:41:29 Beitrag #2 | |||
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| RE: Dialekte in der Gebärdensprache? Soweit ich mich erinnere aus einem Seminar, sind es unterschiedliche Gebärden für das selbe Wort vor allem (z.B. gibt es in Nord- und Süddeutschland unterschiedliche Gebärden für "Sonntag"). Ich denke aber auch, dass sich auch Ausführungsort, Art der Bewegung mehr oder weniger unterscheiden können. In (Boyes-Braem, P. (1995). Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung. Hamburg: Signum) steht, dass die Dialekte in der Schweiz gut verstanden werden können, auch wenn sich einzelne Gebärden utnerscheiden, da die Grammatik gleich ist und da die Gehörlosen auch schon mit anderen Gehörlosen aus anderen Kantonen Kontakt hatten etc., also genau wie bei den Schweizer Dialekten der Lautsprache. Andere Gründe außer räumliche Trennung sind unterschiedliche Generationen, unterschiedliches Gebärden von Lehnwörtern usw. Es gibt wohl auch 2 Varianten der irischen Gebärdensprache (für Katholiken und Protestanten). Weitere Beispiele sind auch in (Ann, J. (2001). Bilingualism and language contact. In: In: Lucas, Ceil. (2001). The Sociolinguistics of Sign Languages. Cambridge: University Press.) zu finden. Zur Entlehnung glaube ich, dass es teilweise auch aus der Lautsprache des jeweiligen Landes übernommen wird, weil ja oft die gleichen Medien genutzt werden (z.B. Gebärdensprachedolmetscher_innen bei der Tagesschau), so würden z.B. Abkürzungen aus dem (lautsprachlichen) Deutsch genommen werden (und mit Fingeralphabet realisiert). Die Gebärde kann aber auch ganz anders sein, da weiß ich jetzt keine weiteren Beispiele. Ein Phonem ist glaub ich nicht nur die Handform. Es gibt ja Handform, Handausrichtung, Bewegung und Ausführungsort. Wenn sich 2 Gebärden nur in einem dieser 4 Merkmale unterscheiden, bilden sie ein Minimalpaar. | |||
| 28.09.2011, 17:07:29 Beitrag #3 | |||
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| RE: Dialekte in der Gebärdensprache? Die Gebärdensprachen der einzelnen Länder sind so unterschiedlich, dass sie sich gegenseitig gar nicht verstehen. Da sind Grammatik und Wortschaft, oftmals auch andere Dinge wie das, was hier Phonologie genannt wird, zum Teil komplett verschieden. Dialekte bilden sich viel eher, da die Sprecher meist etwas isoliert leben, das heißt zuhause ihre Gebärdensprachvarietät und seltener, höchstens auf gemeinsamen Treffen oder durch Fernbekanntschaften, mit Leuten von weiter weg reden. Deswegen sind Anglizismen auch wohl eher seltener, da die Gebärdensprachwelt nicht in dem Maße vernetzt sind, wie wir es sind. Sie werden nicht dem englischsprachigen Druck ausgesetzt, wie die Hörenden. Das einzige, was entlehnt werden kann, so stelle ich mir das vor, sind die Mundbilder. Zu fast jeder Gebärde wird ja ein Mundbild geformt, das die Bedeutung der Gebärde hervorhebt, da ja viele Gebärden gleich sind. Diese kommen meistens aus der Sprache der umgebenden Hörenden. Wenn diese mit der Zeit anstatt Rechner Computer sagen, wird dies auch auf die Mundbilder übertragen, so stelle ich mir das vor. Was ich von solchen Begriffen wie Phonologie für Gebärdensprachen halten soll, weiß ich noch nicht. Die Ähnlichkeit ist da, allerdings wird kein Laut produziert, weshalb der Begriff eigentlich falsch ist. Für mich sieht das nur so aus, als würde man sich solcher Begriffe bedienen, um die Gleichwertigkeit zu gesprochenen Sprachen hervorzuheben. Ich will natürlich in keinstem diese Gleichwertigkeit kritisieren, dennoch denke ich, dass andere Begriffe gefunden werden sollten. Auch dann kann eine Gleichstellung mit Sprechsprachen erfolgen, das ist für mich kein Widerspruch. Hawaiiereieraueraueeuter [ha.'vaɪ̯.eɐ̯.aɪ̯.eɐ̯.aʊ.eɐ̯.aʊ.ə.ˌɔʏ̯teɐ̯] ist kein Hexadeziphthong. Komm doch mal vorbei und besuche den Verein der gotischen Sprache n. e. V. Uns gibt es auch bei Facebook. Wir würden uns freuen. | |||
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| Lateinische Dialekte | Privileg | 25 | 2.156 | 04.05.2012 11:32:48 Letzter Beitrag: Privileg | |
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