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 » Erledigt: Heute Heute Etymologie von "gewieft"?

10.03.2011, 15:34:19
Beitrag #1
Etymologie von "gewieft"?
Hallo,
ich sitze gerade im plattdeutschen Institut und wir rätseln über das plattdeutsche Wort "Kiewief", was vom französischen Ausdruck "Qui vive?" von damals kommt und soviel bedeutet wie: gewieft sein, sich zurecht finden, zur Stelle sein, auf dem Posten sein. (Qui vive war die Frage von Soldaten und man hatte als Antwort zu geben: Vive le roi. Andernfalls wurde man festgenommen oder erschossen.)
[Falls ihr darüber mehr wisst, wäre das natürlich auch gut.]
Nun sind wir am rätseln, ob das umgangsprachliche Wort "gewieft sein" etwas damit zu tun hat. Dazu müsste man mehr über die Ursprunge von gewieft erfahren, aber selbst dazu gibt es eigentlich nichts Brauchbares. Gab es dazu überhaupt mal ein Verb im Infinitiv? "wiefen"? Wisst ihr vielleicht, wie und wo man etwas finden kann darüber? Das würde uns echt helfen. =P

Liebe Grüße
Kevin


Hawaiiereieraueraueeuter [ha.'vaɪ̯.eɐ̯.aɪ̯.eɐ̯.aʊ.eɐ̯.aʊ.ə.ˌɔʏ̯teɐ̯] ist kein Hexadeziphthong.

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10.03.2011, 16:14:43
Beitrag #2
RE: Etymologie von "gewieft"?
HUhu,
im KLUGE steht "Herkunft unklar"; ein (scherzhafter?) Zusammenhang jmit frz. vif 'aufgeweckt, lebendig' oder mhd. wīfen 'hin und her bewegen' wird aber nicht ausgeschlossen.
Ich kann mir aber vorstellen, dass zumindest volksetymologisch das intransparente qui vive angelehnt wird an die Partizipialableitung mit {ge-}.


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10.03.2011, 18:51:52
Beitrag #3
RE: Etymologie von "gewieft"?
Ah vielen Dank.
Was genau meinst du mit "intransparent" und "an Partizipendung angelehnt"?


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10.03.2011, 19:06:47
Beitrag #4
RE: Etymologie von "gewieft"?
Den Begriff transparent verwende ich im Saussure'schen Sinne: ein(e) Wort(bildung) ist semantisch transparent, wenn das Bildungs-, Ableitungs-, oder Benennungsmuster dem (muttersprachlichen) Laien ohne Weiteres klar/erkennbar ist, wenn er also erklären kann, warum etwas so heißt, wie es heißt - wenn es also ein "durchschaubares" Wort ist.

Mit angelehnt meine ich das, was man auch mit "in Anlehnung an ..." umschreibt: ein In-Beziehung-Setzen oder In-die-Nähe-Rücken; hier die Assoziation von qui mit dem vage lautähnlichen ge-.


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10.03.2011, 19:17:46
Beitrag #5
RE: Etymologie von "gewieft"?
Achso, okay danke für die Klärung. Wie blöd, dass das Wort "gewieft" etymologisch nicht einwandfrei geklärt werden kann.


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10.03.2011, 19:24:54
Beitrag #6
RE: Etymologie von "gewieft"?
(10.03.2011 19:17:46)Kevin schrieb:  Achso, okay danke für die Klärung.
Da nich für. Zwinker Ich stecke so in dem Jargon drin, dass mir das nicht immer auffällt, wenn ich undurchsichtiges von mir gebe.

(10.03.2011 19:17:46)Kevin schrieb:  Wie blöd, dass das Wort "gewieft" etymologisch nicht einwandfrei geklärt werden kann.
Wieso "nicht ... werden kann"? Was im KLUGE steht heißt doch nur, dass es bislang noch nicht "... worden ist". Das abschließend zu klären ist vermutlich "nur" eine Fleißaufgabe.


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13.11.2011, 17:44:43
Beitrag #7
RE: Etymologie von "gewieft"?
Ein P.S. hierzu:

Das Etymologische(s) Worterbuch des Deutschen von Wolfgang Pfeifer schließt gewieft tatsächlich an mhd. wīfen 'winden, schwingen' an und sagt weiter, dass es in der Wortform und Bedeutung an gewiegt sein angelehnt ist (Analogie), dessen Bedeutung sich mit 'von der Wiege auf (d.h. von Anfang an) gelernt, geübt, in etwas erzogen' umschreiben lässt.


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