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| » Gesprächsmaximen-Verstoß |
| 13.02.2011, 16:23:58 Beitrag #1 | |||
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| Gesprächsmaximen-Verstoß Hallo! Ich lerne gerade die Gesprächsmaximen nach Grice; sprich Quantität, Qualität, Relevanz und Modalität. Kann mir jemand sagen, was die Folgen eines Verstoßes gegen diese Maximen sind? Liebe grüße und vielen dank, foxy | |||
| 13.02.2011, 19:39:02 Beitrag #2 | |||
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| RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Huhu, das steht eigentlich auch bei Grice. Die Verstöße können Missverständnisse nach sich ziehen (z.B. durch den Versuch, einer im Kontext irrelevanten Äußerung eine Relevanz herbeizuinterpretieren) im oder aber den Gesprächspartner auf die eine oder andere Weise verärgern, nerven, überfordern, langweilen, verprellen usw.). Mal Dir doch einfach mal Deine Reaktion aus, wenn ich jetzt hier statt meiner themenbezogenen und knappen Antwort ein 3000-Wörter-Pamphlet über das heutige Wetter in Leipzig gepostet oder aber nach dem Wort "Grice" bereits abgebrochen hätte. | |||
| 13.02.2011, 22:54:58 Beitrag #3 | |||
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| RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Eine Folge kann auch etwas häufig Beabsichtigtes sein, nämlich: dass man die betr. Äußerung als Implikatur versteht (Idee von Grice in "Logic and Conversation"). Bsp. von Savigny/Newen: Papa geht mit Lisa in den Supermarkt. Beide gehen - für beide offensichtlich und annehmend, dass es für beide offensichtlich ist - an einem Werbeschild mit der Aufschrift "Superleckerschokolade runtergesetzt" vorbei. Lisa sagt zu Papa: "Hier ist Superleckerschokolade runtergesetzt." Die Äußerung ist überflüssig (verstößt gegen einige Maximen). Papa nimmt an, dass Lisa weiß, dass er das weiß, und schließt (bzw. soll nach Lisas Absicht schließen): Lisa will, dass ich Superleckerschokolade kaufe. | |||
| 14.02.2011, 01:09:27 Beitrag #4 | |||
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| RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Wenn der Vater im Schokoladenbeispiel versteht, was Lisa beabsichtigt, dann gelingt sein Versuch, Lisas im Kontext (oberflächlich) irrelevanten Äußerung eine Relevanz herbeizuinterpretieren. Dadurch hat die Äußerung dann plötzlich doch Relevanz und deshalb ist es eigentlich -vom Resultat "gelungener Sprechakt" her gesehen- kein Verstoß mehr. Mit dem Verstehen dieser Implikatur kann man natürlich auch spielen. Wenn der Vater schlicht mit "Schön." oder "Aha." antwortet, ist Lisa nicht unbedingt erfolgreich gewesen. Vergleichbar mit OT-Constraints sind die Maximen verletzlich bzw. können durch höherrangige Prinzipien (z.B. Regeln der sprachlichen Höflichkeit) außer Kraft gesetzt oder "überstimmt" werden. Sie widersprechen sich mitunter ja schon selbst: "be brief" und "be clear" laufen nicht immer aufs Selbe hinaus. | |||
| 14.02.2011, 15:19:24 Beitrag #5 | |||
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RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Zitat:Dadurch hat die Äußerung dann plötzlich doch Relevanz und deshalb ist es eigentlich -vom Resultat "gelungener Sprechakt" her gesehen- kein Verstoß mehr.Ja, der Sender will dadurch, dass seine Äußerung scheinbar ein Maximenverstoß ist, ein Räsonnement beim Adressaten herbeiführen: Dieser soll überlegen: Bei welchem Verständnis könnte denn die Äußerung relevant sein? | |||
| 15.02.2011, 14:09:49 Beitrag #6 | |||
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| RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Hallo, einen sehr guten und verständlichen Überblick bietet das Kapitel in Linke/Nussbaumer/Portmann. MfG Muellerin Hallo, ich bin muellerin_art und seit 14.04.2010 hier angemeldet. Hier könnte meine Signatur stehen | |||
| 15.02.2011, 21:40:37 Beitrag #7 | |||
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| RE: Gesprächsmaximen-Verstoß Verstöße gegen die Konversationsmaximen führen zu Implikaturen. Darum geht es Grice hauptsächlich. Implikaturen können auf zwei Arten entstehen: - Verstoß gegen eine oder mehrere Konversationsmaximen - Befolgung, d.h. bewusste »Ausbeutung« der Konversationsmaximen (wie z.B. in dem berühmten Maat-Fall oder bei Arbeitszeugnissen). Gruß Sid Key Hallo, ich bin Sid Key und seit 15.02.2011 hier angemeldet. | |||
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