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[Pragma]: Pragmatik, Kommunikationstheorie  » nicht erledigt Grice - Levinson - Horn: Warum das Ganze?
▶ Konversationelle Implikatur, Kooperationsprinzip, Konversationsmaxime

20.09.2016, 18:13:14
Beitrag #1
Grice - Levinson - Horn: Warum das Ganze?
Hallo ihr Lieben,

ich beschäftige mich derzeit mit den Konversationsmaximen nach Grice und seinen Widersachern. Grundsätzlich habe ich die Thematik einigermaßen begriffen. Allerdings drängt sich mir die Frage auf, welche Fragestellung den Theorien zugrunde liegt, also welches linguistische Problem Grice mit seinen Implikaturen lösen wollte.

Ebenso erkenne ich keinen nennenswerten Unterschied zwischen Grice und den Folgetheorien von Levinson, Horn usw. beziehungsweise verstehe ich nicht, wo der Kritikpunkt der Kritiker liegt.

Danke fürs Grübeln und hoffentliche Antworten

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21.09.2016, 22:22:05
Beitrag #2
RE: Grice - Levinson - Horn: Warum das Ganze?
(20.09.2016 18:13:14)franese schrieb:  welche Fragestellung den Theorien zugrunde liegt, also welches linguistische Problem Grice mit seinen Implikaturen lösen wollte.

Beispielsweise, warum man "Kannst du mir das Salz reichen?" äußert und nicht direkter "Reich mir bitte das Salz!", wenn man sich von jmd. wünscht, dass er einem das Salz reicht, und nicht nur wissen möchte, ob er das tun kann (dass er es kann, ist ja meistens klar).

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24.09.2016, 12:24:40
Beitrag #3
RE: Grice - Levinson - Horn: Warum das Ganze?
Das Problem ist zum Beispiel, wie verstehen wir so etwas wie Ironie? Wenn ich den Satz "John ist schlau" sage und ihn rein auf seine semantische Bedeutung hin analysiere, also wortwörtlich verstehe, heißt es einfach: John ist schlau. Mit dem Wissen, dass John ein Name ist und auf eine Person referiert und, was die Worte ist und schlau konventionell bedeuten. Wo kommt aber die Ironie her? Dazu brauche wir Weltwissen und einen Gesprächskontext. Wenn John gerade was dummes gemacht hat und jemand sagt, "John ist schlau", weiß der Gesprächspartner ja dann, dass es ironisch gemeint war. Es ist konversationell implikatiert worden. Und wie wir das schlussfolgern (pragmatisch) hat Grice festgehalten mit seinem Kooperationsprinzip und den Maximen.

Levinson und Horn widersprechen dem nicht direkt, aber sie wollten das Modell von Grice, glaube ich, vereinfachen. Daher heißen sie auch "Neo-Grice’sche Betrachtungweisen" und nicht Anti-Grice. Big Grin Kannst den Begriff mal googlen, da wird das bestimmt besser erklärt, als ich das hier könnte.

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