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 » Erledigt: Heute Heute Konnektive = Konnektoren?

22.12.2008, 16:49:42
Beitrag #1
Konnektive = Konnektoren?
Hallo,

ich habe ein textlinguistisches Problem:

Zeichen für Textkohäsion (Stede): Konnektoren
Zeichen für Textkohärenz (Brinker): Konnektive

=> Sind Konnektoren nicht das gleiche wie Konnektive?
Falls nein, worin liegt der Unterschied?


Lächel
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23.12.2008, 15:11:49
Beitrag #2
RE: Konnektive = Konnektoren?
Hallo,

allgemein - so hätte ich jetzt behauptet - werden beide Begriffe gleichgesetzt. Allerdings irritiert mich, dass du einmal von Kohäsion und einmal von Kohärenz sprichst. Ich kenne Stedes Aussagen nicht: grenzt er das denn explizit zur Kohäsion ab? Zumal ja zwischen Kohärenz und Kohäsion auch nicht eindeutig unterschieden wird...

In Glossaren allerdings werden die beiden Begriffe Konnektiv und Konnektor nur untereinander verlinkt, also gleichgesetzt.

Grüße,
Janina

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23.12.2008, 15:30:36
Beitrag #3
RE: Konnektive = Konnektoren?
Danke für deine Antwort,

Stede unterscheidet klar zwischen Kohäsion und Kohärenz und ich habe das bisher auch getan.
Ich möchte einen Text auf Kohäsionsmittel und Mittel zur Kohärenz untersuchen und stecke nun bei den Konnektoren/Konnektiven fest.

Habt ihr Lösungsvorschläge?


Lächel
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02.01.2009, 22:19:17
Beitrag #4
RE: Konnektive = Konnektoren?
Zitat:Stede unterscheidet klar zwischen Kohäsion und Kohärenz

Vielleicht hilft es weiter, wenn Du uns zunächst erklärst, wo Stede da den Unterschied sieht.

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02.01.2009, 22:24:46
Beitrag #5
RE: Konnektive = Konnektoren?
Hallo!

Ich kopier euch jetzt einfach mal einen Teil einer Arbeit von mir rein.
Stede bezieht sich auf Rickheit - wie ich auch:


Rickheit stellt die Unterschiede zwischen Kohäsion und Kohärenz anhand dreier Beispiele dar [Rickheit; 2000:275f.]:
Beispiel 1: Sie trug den Kopf im Kleid vor sich. Wie ein Känguruh sah sie aus.
Durch das Personalpronomen sie, das sowohl im ersten als auch im zweiten Satz verwendet wird/Verwendung findet, entsteht eine Kohäsion zwischen den beiden Sätzen. Zusammen mit der Kongruenz der Verben, entsteht somit eine referentielle Idetität zwischen den Subjekten der beiden Sätze. Die Kohärenz ergibt sich in diesem Satz, indem das Bild der im ersten Satz genannten Frau mit dem Bild des Känguruhs in Beziehung gesetzt wird.
Beispiel 2: Die Sonne schien blutrot über dem Horizont. Wie ein Känguruh sah sie aus.
Im zweiten Beispiel befinden sich die selben Kohäsionsmittel wie im ersten Beispiel, jedoch gibt es hier keine Kohärenz. Um das Bild der im ersten Satz beschriebenen Sonne auf das Aussehen des Känguruhs zu beziehen und somit Kohärenz zu erreichen, müßte man einen speziell konstruierten Kontext hinzufügen.
Beispiel 3: Judith trug den Kopf im Kleid vor sich, welches sie dafür eigens wie einen Beutel hochgefaltet hatte. Wie ein Känguruh sah sie aus.
Das dritte Beispiel zeigt im Vergleich zum ersten Beispiel sowohl eine verstärkte Kohäsion, als auch eine verstärkte Kohärenz. Durch den Vornamen Judith wird eine Subjektsnominalphrase gebildet, auf die beide Personalpronomen sie anaphorisch bezogen werden können. Dieser Bezug verstärkt hier die Kohäsion. Die Erläuterung durch den Realtivsatz verstärkt hingegen die Kohärenz. Die Konstruktion der homomorphen Relation zwischen dem Bild der Judith und dem Bild des Känguruhs wird durch das Nomen Beutel erleichtert. Der Vergleich von Beispiel 3 mit Beispiel 1 hat gezeigt, dass sowohl Kohärenz, als auch Kohäsion als graduierbar anzusehen sind. Coseriu versteht unter Kohäsion die aufgrund semantischer Relationen erschließbare und unter Kohärenz die explizit materiell kodierte Verknüpfung von Sätzen [Coseriu 1981:235]. Er bemängelt, dass die beiden Typen von Relationen nicht immer in eindeutiger Weise unterschieden werden. Nach Hatakeyma ist die Kohäsion weder eine notwenige noch eine hinreichende Bedingung für die Kohärenz [Hatakeyma; 1989:6], diese Aussage impliziert eine Ungleichheit der beiden Begriffe/die Unmöglichkeit, die beiden Begriffe gleichzusetzen. Die Kohäsion ist eine primäre, mit der verbalen Struktur zusammenhängende Eigenschaft, während die Kohärenz eine primär mit der Textwelt beziehungsweise dem Modell des Interpreten zusammenhängende Eigenschaft darstellt. Nach Coseriu versteht man heute unter Kohäsion im Gegensatz zur Kohärenz „nicht die aufgrund semantischer Relationen erschließbare, sondern die explizit materiell kodierte Verknüpfung von Sätzen“ [Coseriu; 1981:235]. Er bemängelt ebenfalls, dass diese beiden Arten von Relationen nicht immer in eindeutiger Weise unterschieden werden.


Lächel
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