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[Term]: Terminologie und Definitionen  » nicht erledigt Monem
▶ monème non-marqué, monème marqué, mot passepartout

20.11.2011, 16:56:16
Beitrag #1
Monem
Hallo,

kann mir jemand erklären, was der Unterschied zwischen einem Monem und einem Morphem ist?

Den Begriff "Monem" habe ich in einem Text gelesen, er ist mir vorher aber noch nie über den Weg gelaufen. Darum habe ich mir die Definition im Metzler Lexikon Sprache dazu angeguckt. Im letzten Satz heißt es, dass der Begriff im angelsächsischen Raum synonym zu Morphem gebraucht wird. Wie aber unterscheiden sich die beiden Begriffe dann in der deutschsprachigen Terminologie?

Im selben Zusammenhang wird der Begriff "Passepartout-Wörter" verwendet. Darunter kann ich mir auch gar nichts vorstellen. Hat das was mit Monemen/Morphemen zu tun? Oder sollte ich dafür lieber ein neues Thema eröffnen?

Danke für eure Hilfe!


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20.11.2011, 17:26:07
Beitrag #2
RE: Monem
Soweit ich weiß, gibt es auch im Deutschen Synonymie. Vielleicht ist damit einfach die Konvention gemeint. Wo im angelsächsischen Gebiet beide Begriffe vorkommen, kommt hier meist nur Morphem vor.


Hawaiiereieraueraueeuter [ha.'vaɪ̯.eɐ̯.aɪ̯.eɐ̯.aʊ.eɐ̯.aʊ.ə.ˌɔʏ̯teɐ̯] ist kein Hexadeziphthong.

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20.11.2011, 20:27:55
Beitrag #3
RE: Monem
Klingt doch schon mal gut. Jetzt muss ich nur noch dahintersteigen, was der Unterschied zwischen einem "monème sémantiquement marqué" und einem "monème non-marqué" ist. Gibt es sowas wie semantisch markierte/unmarkierte Morpheme (falls man das überhaupt so einfach ins Deutsche übertragen kann Big Grin) ??

Und was hat es jetzt mit den Portmanteau-Wörtern auf sich? Hat irgendwer ne Idee?


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20.11.2011, 21:08:45
Beitrag #4
RE: Monem
(20.11.2011 17:26:07)Kevin schrieb:  Soweit ich weiß, gibt es auch im Deutschen Synonymie. Vielleicht ist damit einfach die Konvention gemeint. Wo im angelsächsischen Gebiet beide Begriffe vorkommen, kommt hier meist nur Morphem vor.

Jau, würde ich auch so sagen. Also man muss sich schon sehr mit Semiotik (oder mit Martinet) beschäftigen, um dem Terminus in der deutschsprachigen Linguistik zu begegnen.


(20.11.2011 20:27:55)kunterbunt schrieb:  Und was hat es jetzt mit den Portmanteau-Wörtern auf sich? Hat irgendwer ne Idee?

Was nun? Portmanteau oder Passepartout?


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20.11.2011, 21:23:20   Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.11.2011 von 22:37:44 kunterbunt
Beitrag #5
RE: Monem
Passepartout!!!
Oh man ... bin ja schon ganz matsche im Hirn. Ich glaub, ich habe da grad an Portmanteau-Morpheme gedacht ... (Da ist wohl was in meinem mentalen Lexikon durcheinander geraten Zwinker )

Zitat:Also man muss sich schon sehr mit Semiotik (oder mit Martinet) beschäftigen, um dem Terminus in der deutschsprachigen Linguistik zu begegnen.
Nein, weder noch. Es geht um Kreolsprachen auf französischer Basis. Die Texte, in denen mir diese Wörter begegnet sind, stammen von Ralph Ludwig, der darüber sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch geschrieben hat, allerdings benutzt er immer Monem bzw. monème.


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21.11.2011, 20:49:43
Beitrag #6
RE: Monem
Ich glaube, ich habe in der Zwischenzeit die Lösung meines Problems selber gefunden. Betrifft zwar eigentlich nur mich selber, aber falls jemand vielleicht irgendwann mal eine ähnliche Fragestellung hat und zur allgemeinen Information, kann ich meine Rechercheergebnisse ja trotzdem mal hier kundtun Zwinker

Erst mal war meine Übersetzung völlig falsch. marqué/non-marqué heißt in der deutschsprachigen Terminologie merkmalhaltig/merkmallos und Ludwig bezieht sich damit auf Trubetzkoy. Demzufolge bezieht sich merkmalhaltig bzw. merkmallos immer auf je ein Element einer privativen Opposition. Merkmalhaltig ist immer das Element der Opposition, das die geringere Extension, aber die höhere Intension hat. Merkmallos nennt man also das Element, das die höhere Extension und die geringere Intension hat. Das Ganze ist aber immer systembezogen. Nimmt man zum Beispiel die Opposition bekleidet-nackt, ist bei uns bekleidet in der Regel das merkmallose Element, bei vielen Naturvölkern ist es jedoch nackt. Ein weiteres Beispiel, das genannt wird, ist, dass Singular eine merkmallosere Kategorie als Plural ist.

Wenn man das jetzt auf die Morphologie der Kreolsprachen bezieht, heißt merkmallos scheinbar, dass Wortklassen teilweise nicht markiert sind, sondern erst aus dem Satzzusammenhang deutlich werden. Oft werden identische sprachliche Ausdrücke für mehrere Wortklassen verwendet. Auch Kleinkinder machen sowas teilweise, wenn sie sprechen lernen. Sie benutzen Wörter dann sowohl morphologisch als auch semantisch sehr extensiv. Das ist dann bestimmt auch mit Passepartout-Wörtern gemeint, denn die passen schließlich (fast) überall rein Big Grin Ein anderes, konkreteres Beispiel für semantisch eher merkmallose Wörter ist das der Partikeln.

Und wieder was gelernt!


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26.11.2011, 15:45:22
Beitrag #7
RE: Monem
(20.11.2011 21:23:20)kunterbunt schrieb:  Ich glaub, ich habe da grad an Portmanteau-Morpheme gedacht ... (Da ist wohl was in meinem mentalen Lexikon durcheinander geraten ;) )
So dumm ist deine Idee, den Begriff Monem im Zusammenhang mit Portemanteau-Morphemen zu sehen gar nicht: Bei Portemanteau-Morphemen kann es sich nämlich gar nicht um Moneme (Mono-Morpheme) handeln, da es ich bei ihnen per definitionem um Amalgame aus mehreren Morphemen handelt.

http://books.google.de/books?id=OjidcB31...me&f=false


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28.11.2011, 14:55:27
Beitrag #8
RE: Monem
Ich dachte ein Portemanteau-Morphem ist ein Morphem, das nicht weiter aufteilbar ist, aber die Bedeutung mehrer Funktionen trägt, wie das in flektierenden Sprachen vorkommt; im Gegensatz zu agglutinierenden Sprachen, wo ein Morphem auch nur eine Bedeutung trägt.
Davon, dass sich die Begriffe Monem und Morphem darin oppositionieren, dass das erste nur eine Bedeutung trägt und das zweite mehrere, habe ich noch nie gehört.


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28.11.2011, 16:02:19
Beitrag #9
RE: Monem
(28.11.2011 14:55:27)Kevin schrieb:  Davon, dass sich die Begriffe Monem und Morphem darin oppositionieren, dass das erste nur eine Bedeutung trägt und das zweite mehrere, habe ich noch nie gehört.
Das hat ja auch Leonhard Lipka nicht behauptet. Nach seiner Interpretation ist das Wort moneme selbst eine Kontraktion (aus mon[omorph]eme) und bezeichnet somit eine Teilmenge der Morpheme (alle Morpheme außer den Schachtelmorphemen eben). Möglicherweise hat auch Martinet an den Sonderfall, dass ein Morphem mehrere Bedeutungen in sich vereinigt, noch gar nicht gedacht, als er den Begriff schuf. Atome haben sich ja auch erst im Nachhinein als gar nicht so unspaltbar herausgestellt, wie es der Begriff des Atoms suggeriert.Zwinker


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