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 » nicht erledigt Warum ist Pro-Drop ein Parameter?

25.02.2013, 23:21:44
Beitrag #1
Warum ist Pro-Drop ein Parameter?
Hallo zusammen,

ich schreibe zur Zeit an einer Hausarbeit, in der ich PPT und OT vergleiche und zwar vor allem in Hinblick auf Nullsubjekte.
Ich frage mich nun, warum pro-drop eigentlich ein Parameter ist. Parameter stellen ja soweit ich weiß Regeln dar, die, wenn einmal festgelegt, nicht mehr gebrochen werden können, ohne das ein Satz in der gegebenen Sprache ungrammatisch wird. Nun ist pro-drop aber im Spanischen z.B. lediglich eine Option. Wenn man dennoch ein overtes Subjekt davor setzt, das auf einen bereits erwähnten Diskursreferenten zurückgreift, ist das nicht ungrammatisch, sondern wird nur als stilistisch weniger schön erachtet.
Wie kriege ich das nur unter einen Hut? In der Optimalitätstheorie habe ich dasselbe Problem.

Vielen Dank im Voraus!

LG David


Hallo, ich bin Suff X und seit 10.08.2012 13:28 hier angemeldet.
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26.02.2013, 02:16:25
Beitrag #2
RE: Warum ist Pro-Drop ein Parameter?
Also als völlig Unwissender würde ich doch aber sagen, dass pro-drop festlegt, dass ein unbetontes Subjekt nicht angegeben werden muss. Solange es betont ist oder vorher noch nicht vorkam, muss es stehen. Das klingt nach einer ziemlich eindeutigen Regel.


"So the whole reason the French people can't really dance
Is because they haven't got the beat in their blood.
And why don't they live and breathe the beat?
Because their language has no tonic accent."
Martin Solveig ~ Heart of Africa
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26.02.2013, 02:43:15
Beitrag #3
RE: Warum ist Pro-Drop ein Parameter?
Das ist es ja gerade: Es muss nicht angegeben werden, aber es darf. Nach meinem Verständnis eines Parameters dürfte es in einer pro-drop-Sprache aber eigentlich gar nicht erlaubt sein, ein unbetontes, bekanntes Subjekt einzusetzen. Ich verstehe unter Parametern Regeln, die nicht gebrochen werden dürfen, also unvariabel sind. Das steht zumindest in diversen Quellen.
Ein Prinzip ist z.B., dass Substantive mit Adjektiven verbunden werden können. Ein Parameter wäre, ob es links oder rechts von dem Substantiv steht. Sobald also z.B. der Parameter aktiv ist, dass das Adjektiv rechts stehen muss (wie im Französischen), muss man sich daran halten, weil die Äußerung sonst ungrammatisch ist. Es ist einfach keine Ermessenssache. Ob man ein Subjekt dropt ist aber eine Ermessenssache und das bereitet mir Kopfschmerzen.


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26.02.2013, 09:44:18
Beitrag #4
RE: Warum ist Pro-Drop ein Parameter?
(26.02.2013 02:43:15)Suff X schrieb:  Ob man ein Subjekt dropt ist aber eine Ermessenssache und das bereitet mir Kopfschmerzen.

Oder aber es gibt weitere Parameter im Hintergrund, die die Weglassung steuern. Das sind dann mitunter außersyntaktische Parameter aus der Pragmatik, Stilistik, Kontextualität usw., aber wenn man den Absolutheitsanspruch der Parameter "retten" will, dann geht es mitunter nicht anders.


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27.02.2013, 03:06:57
Beitrag #5
RE: Warum ist Pro-Drop ein Parameter?
Das ist ja bei der OT der Fall, wo Subjektauslassungen nicht mehr über die Formenvielfalt im Flexionsparadigma erklärt werden, sondern rein pragmatisch. Was ja auch Sinn macht, denn es gibt auch Sprachen mit Subjekttilgung, die keine Verbalflexion besitzen. Hinzu kommt, dass pro ja schon auf eine pronominale Funktion hinweist. Die Diskursfunktionen auszublenden, wie es z.B. Fanselow in einem der Artikel tut, die ich zu dem Thema lese, ist also Blödsinn.

Naja, ansonsten frage ich einfach mal die Professorin. Danke für deinen Hinweis.

LG David


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