Metahilfe: Was wir hier (nicht) tun - Informationen zum Thema Fragen und Hilfen im Forum.

Du kennst dich aus? — Prima. Unser Fragenbeantwortungs-Team freut sich immer über engagierte Verstärkung!



1 Benutzer in diesem Thread: (0 Mitglieder, und 1 Besucher). 1 Gast/Gäste
Antwort schreiben 
[Hist]: Historisch-vergleichende Ling., Diachronie, Sprachwandel  » nicht erledigt Wie lange dauert grammatischer Wandel? (Postposition zu Kasusmarker)

03.12.2016, 13:48:04
Beitrag #1
Wie lange dauert grammatischer Wandel? (Postposition zu Kasusmarker)
Hi,
ich entschuldige mich schonmal, falls der Betreff nicht genau genaug sein sollte.

Ich arbeite im Moment an topologischen Relationen in einer Kaukasussprache. Dort gibt es u.a. den "auf-Marker" mak. Wie (fast) alle anderen Postpositionen verlangt dieser das dazugehörige Nomen im Dativ wie in (1).

(1) štol-e-n-mak [Tisch-OBL-DAT-SUPER] 'auf dem Tisch'

Während das bei anderen Postpositionen ziemlich regelmäßig der Fall ist, tritt mak aber in den meisten Fällen direkt in den Stamm und verhält sich eher wie ein Kasusmarker, i.e. štol-mak.
Meine Vermutung ist, dass das irgendwas mit "frequency" zu tun hat, also häufiger verwendete Ausdrücke sind kürzer (da mak auch allgemein die häufigste Postposition ist).
Oder aber ein Wandel von Postposition zu Kasusmarker. Jetzt frage ich mich allerdings, wie lange so ein Wandel dauert, da bereits in einer Grammatik von 1856 diese verkürzte Realisierung erwähnt wird?

Ich hoffe, mein Anliegen ist präzise genug.
Schonmal vielen Dank Lächel

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
12.12.2016, 07:41:25
Beitrag #2
RE: Wie lange dauert grammatischer Wandel? (Postposition zu Kasusmarker)
Hallo fluid-s,

ein genauer Zeitraum lässt sich da nicht abstecken. Prinzipiell dauert grammatischer Wandel lang, aber was genau unter "lang" verstanden wird, ist fallspezifisch. Meist kann man davon ausgehen, dass es sich aber um mehrere Jahrhunderte handelt. So ist z.B. der erste Beleg für war als Präteritalform von sein statt was vom Anfang des 15. Jahrhunderts und der letzte Beleg von was aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Wenn deine Vermutung stimmt, dann solltest du bis heute sukzessive weniger Verwendungen als Postposition und mehr Verwendungen als Kasusmarker (bzw. wie ein Kasusmarker, denn so wirklich scheint es keiner zu sein?) finden. Wenn du mehrere Grammatiken zur Verfügung hast, kannst du ebenfalls vergleichen, ob Aussagen zur Korrektheit beider Formen gemacht werden, wenn sie koexistieren.


Math puns are the first sine of madness.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitierenReturn to top
Antwort schreiben 


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema:VerfasserAntworten:Ansichten:Letzter Beitrag
  [Typo] Was sind die Gründe für einen typologischen Wandel? Annag 3 2.374 19.09.2015 21:03:51
Letzter Beitrag: Forum
  Graduiertenkolleg "Interaktion Grammatischer Bausteine" in Leipzig Leipzig 1 3.353 28.11.2013 22:13:13
Letzter Beitrag: Leipzig
  Sprache im Wandel CroDerPanda 9 4.202 20.03.2012 15:04:43
Letzter Beitrag: thf
  Facharbeit über den Wandel der Sprache Fay 8 8.026 17.11.2011 21:19:08
Letzter Beitrag: Sebastian
  Bezeichnungen einiger grammatischer Kategorien & Funktionen Vortarulo 5 2.710 15.11.2011 21:16:01
Letzter Beitrag: thf

Gehe zu:


1 Benutzer in diesem Thread: (0 Mitglieder, und 1 Besucher). 1 Gast/Gäste