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 » Erledigt: Heute Heute grammatisches & lexikalisches Morphem

25.11.2011, 00:10:00
Beitrag #1
grammatisches & lexikalisches Morphem
Hi ihr. Ich habe mal wieder eine Frage.

Ist ein grammatisches Morphem nicht eigentlich ein Flexionsmorphem?
Wenn ich habe "Tische", dann ist ja "tisch" das lexikalische Morphem und "e" das grammatische Morphem oder? Oder wenn ich habe "geht", dann ist "geh" das lexiaklische Morphem und zwar der Verbstamm und "t" ist das grammatische Morphem/Flexionsmorphem (?) und zwar ist es ein Flexionsmorphem, weil das ganze Lexem nach der 3. Person Plural flektiert ist.
Bei dem Verb "einkaufen" habe ich 3 Morpheme. Und zwar "ein" "kauf" und "en".
"ein" ist ein grammatisches Morphem und zwar ein Derivationspräfix und "kauf" ist ein lexikalisches Morphem und zwar Verbstamm und "en" ist ein grammatisches Morphem und genauer gesagt ein Flexionssuffix. Ach Mensch, das ist doch bestimmt alles flasch und ich rbing wieder alles durcheinander Zwinker
Ich sitze jetzt seit 7 Stunden hier und versuche das zu verstehen. Habe ununterbrochen gegoogelt und mit meinen Unterlagen gearbeitet und ich versteh es einfach nicht Traurig Motzjump

Kann mir vielleicht jemand helfen und an den Wörtern "Tisch", "geht" und "einkaufen" erklären, wie viele Morpheme es gibt, welche Morpheme es sind und ob es da auch Derviations- bzw. Flexionssuffixe/präfixe gibt?

Sind Flexionssuffixe/-präfixe und Derivationssuffie-/präfixe immer grammatische Morpheme oder?

Wenn ich das französische Verb "tenir" flektieren, dann habe ich ja verschiedene Wortformen. zum Beispiel tient, tenait, tint, tiendra oder tienne. In meinem Skript steht, dass dann /tien/, /ten/, /tin/, /tiend/, /tienn/ Morphe vom Morphem {ten] seien. Hm aha ok. Also.. {ten] ist das lexiaklische Morphem oder? Ach Mensch Traurig Ich würde das wirklich so gerne verstehen, aber ich glaube, ich bin noch sehr weit weg davon.

Vielen Dank schoneinmal.


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25.11.2011, 09:21:18
Beitrag #2
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
(25.11.2011 00:10:00)loveletter91 schrieb:  Ach Mensch, das ist doch bestimmt alles flasch und ich rbing wieder alles durcheinander Zwinker
Am flaschesten sind an Deinem Beitrag diese zwei Buchstabendreher. Aetsch

(25.11.2011 00:10:00)loveletter91 schrieb:  Kann mir vielleicht jemand helfen und an den Wörtern "Tisch", "geht" und "einkaufen" erklären, wie viele Morpheme es gibt, welche Morpheme es sind und ob es da auch Derviations- bzw. Flexionssuffixe/präfixe gibt?
Du haste es doch selbst schon erklärt.
Man mag sich darüber streiten, ob einkauf- als derivat selbst wieder ein (komplexes) Lexem ist, aber dass es aus zwei Morphemen besteht, ist unzweifelhaft.

(25.11.2011 00:10:00)loveletter91 schrieb:  Sind Flexionssuffixe/-präfixe und Derivationssuffie-/präfixe immer grammatische Morpheme oder?
Exakt.

Ganz grob als Faustregel gesagt: Wenn es eine Bedeutung hat, ist es ein lexikalisches Morphem, wenn es eine Funktion hat, ist es ein grammatisches Morphem, wobei diese Funktion ja auch eine Art Bedeutung ist. Auch hierüber kann man sich gerne zanken.

(25.11.2011 00:10:00)loveletter91 schrieb:  Wenn ich das französische Verb "tenir" flektieren, dann habe ich ja verschiedene Wortformen. zum Beispiel tient, tenait, tint, tiendra oder tienne. In meinem Skript steht, dass dann /tien/, /ten/, /tin/, /tiend/, /tienn/ Morphe vom Morphem {ten] seien. Hm aha ok. Also.. {ten] ist das lexiaklische Morphem oder?
Ja. Das Lex(ikalische Morph)em hat verschiedene Alloformen (Allomorphe). Das ist nicht so ungewöhnlich, aber es ist unpraktisch, vor allem, wenn man es unter einem Lemma ins Wörterbuch eintragen will. Meistens nimmt man dann die Form, die am häufigsten vorkommt oder die in einer der Zitierformen vorkommt.
Im Deutschen haben wir sowas ja auch: binden, (ich/er) band, gebunden hat auch verschiedene Stammallomorphe, von denen wir sagen, dass sie allesamt Formen desselben Lexems ("Wortes") sind.


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25.11.2011, 16:21:44
Beitrag #3
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
Noch ein Nachtrag zu Flexion vs. Derivation. In Bickel & Nichols (2010) werden die beiden Termini z.B. so definiert:

Zitat:The prototypical inflectional categories include number, tense, person, case, gender, and others, all of which usually produce different forms of the same word rather than different words. Thus leaf and leaves, or write and writes, or run and ran are not given separate headwords in dictionaries. Derivational categories, in contrast, do form separate words, so that leaflet, writer, and rerun will figure as separate words in dictionaries. In addition, inflectional categories do not in general alter the basic meaning expressed by a word; they merely add specifications to a word or emphasize certain aspects of its meaning. Leaves, for instance, has the same basic meaning as leaf, but adds to this the specification of multiple exemplars of leaves. Derived words, by contrast, generally denote different concepts from their base: leaflet refers to different things from leaf; and the noun writer calls up a somewhat different concept from the verb to write. [...] we define inflection as those categories of morphology that are regularly responsive to the grammatical environment in which they are expressed. Inflection differs from derivation in that derivation is a lexical matter in which choices are independent of the grammatical environment. The relevant grammatical environment can be either syntactic or morphological. The syntactic environment is relevant, for example, when morphological choices are determined by agreement.

Die beiden Prozesse machen also beide etwas mit Lexemen, aber mit unterschiedlichen Ergebnissen.

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25.11.2011, 19:45:59
Beitrag #4
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
Ok, super, vielen Dank euch beiden Lächel
Eine abschließende Frage noch, dass müsste es dann aber auch wirklich gewesen sein Zwinker
"derivations".
deriv = Wurzel
at = Affix
ion = Affix
s = Flexionssuffix (wegen Plural)

Ist "derivations" nun ein Derivat oder nicht? Ich würde sagen ja, weil wenn man eine Wurzel affigiert, dann ist das Ergebnis ja imemr ein Derivat.
Aber, auf der anderen Seite, ist es kein Derivat, sondern ein flektieres Wort, weil an "derivation" einfach ein Plural -s drangehängt wurde.
AUßerdem habe ich gelesen, dass der Stamm nur bei der Flexion eine Rolle spielt. Auch bei diesem Lexem habe ich einen Stamm und zwar "derivation".

Ich beziehe mich hier übrigens auf ein Skript der Uni Münster, welches ich im Internet gefunden habe. Ob dieses Wort aber nun ein Derivat ist oder ob es nur flektiert wurde, weiß ich nicht und steht dort auch nicht.


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25.11.2011, 21:11:14
Beitrag #5
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
Es ist ein Derivat. Flektiert ist es noch nicht. Das wäre z.B. bei Derivation-en der Fall. Das Fugenelement -s- ist ein Derivationsmittel.


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26.11.2011, 00:05:23
Beitrag #6
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
oh sorry, habe vergessen dazu zu sagen, dass "derivations" das englische Wort ist Rolleyes Also das Skript der Uni Bremen geht auf die deutsche und englische Linguistik ein und nicht die der romanischen Sprachen, so wie ich es eigentlich lerne. Also das "Derivations" im deutschen ein Derivat mit Fugenelement wäre macht Sinn. Aber es soll ja das englische "derivations" sein, wo dann das "s" den Plural angibt --> also wäre es flektiert. ABer wegen den Affixen "in dem Wort" wäre es ja ein Derivat. Das verwirrt mich.


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26.11.2011, 10:43:24
Beitrag #7
RE: grammatisches & lexikalisches Morphem
(26.11.2011 00:05:23)loveletter91 schrieb:  Aber es soll ja das englische "derivations" sein, wo dann das "s" den Plural angibt --> also wäre es flektiert. ABer wegen den Affixen "in dem Wort" wäre es ja ein Derivat. Das verwirrt mich.

Ja, dann ist es ein flektiertes Derivatum, ganz klar. Erst abgeleitet (deriv + ation), dann flektiert. Für das Englische (und Deutsche) würde ich aber {-ation} als ein Morphem werten. Dass es in der Quellsprache (Latein) selbst auch eine komplexe Bildung ist, ist für die entlehnenden Sprachen so lange irrelevant, wie dies nicht produktiv genutzt wird.
OK, wir haben auch dt. Derivat und engl. derivate, aber ich fühle mich unwohl dabei zu sagen, dass D/derivation aus diesen abgeleitet sei und nicht direkt vom Stamm deriv-, zumal wir auch andere Wörter haben, wo es nur die {-ation}-Ableitung gibt, aber nicht das {-at}, z.B. Stagnation, Interpretation.


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