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[Morph]: Morphologie  » nicht erledigt morphologische (Wort)Strukturen

11.11.2012, 01:56:00
Beitrag #1
morphologische (Wort)Strukturen
Hallo zusammen,

gerne würde ich von euch in Erfahrung bringen, ob ich im Hinblick auf morphologische Strukturen auf dem richtigen Weg des Verstehens bin.

Und zwar stehe ich gerade vor folgendem "Problem":
ich habe z. B. 3 Typen von Wörtern:
komplexes Wort bei denen weder durch den einen noch durch den anderen Teil die Bedeutung erschließbar ist.
Beispiel: Beifall. Wir kennen die Wörter "bei" und "Fall" - daraus ergibt sich aber nicht die Bedeutung.
Dann gibt es Wörter bei denen ein Teil erkennbar ein anderer jedoch nicht. Als Beispiel würde ich Dienstag nennen. Tag kennen alle, aber ein Wissen um Diens ist, denke ich, nicht mehr oft vorzufinden.
Liege ich bis hierhin wenigstens richtig? Mein Problem kommt ja immerhin erst noch Big Grin
Nämlich Wörter, die über keine innere Struktur verfügen.
Bedeutet dies, dass das die ganz einfachen Wörter sind, sozusagen die Morpheme, weil sie nicht mehr zerlegbar sind und definitiv eine Bedeutung haben?

Oder trifft das nur auf andere Sprachen (zb. arabisch, englisch, spanisch) zu?

Ich hoffe ihr könnt das Wirrwarr in meinem Kopf ein bisschen lösen Lächel
Und schon mal merci Lächel


Hallo, ich bin Schnitte862 und seit 16.09.2011 08:23 hier angemeldet.
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11.11.2012, 12:55:25
Beitrag #2
RE: morphologische (Wort)Strukturen
Jetzt bin ich mir zwar nicht sicher, ob ich dein Problem richtig verstanden habe, aber offenbar geht es darum, ob du monomorphemische oder polymorphemische Lexeme vor dir hast. Diese Klassifizierung ist natürlich nicht immer einfach bzw. eindeutig - wie man ja bei Dienstag sieht. Meist ist es so, dass etymologisch viele Lexeme mal polymorphemisch waren, d.h. dass die Bedeutung der einzelnen Teile transparent waren, diese synchron aber als monomorphemisch wahrgenommen werden. Beifall wäre da vielleicht so ein Kandidat, weil heute weder bei noch fall zur Gesamtbedeutung dieses Lexems beitragen. Dafür findest du im Deutschen sicherlich auch viele Beispiele.

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11.11.2012, 17:09:16
Beitrag #3
RE: morphologische (Wort)Strukturen
Wir haben das neulich in Psycholinguistik folgendermaßen besprochen:

Butter cake ist semantisch transparent, weil man die Bedeutung aus den Elementen des Kompositums herleiten kann. Butterfly dagegen ist opak, weil ein Schmetterling nunmal keine Butterfliege ist.

Dann haben wir die Wahrnehmung von morphologischer Komplexität als Skala definiert, wobei die transparenten Lexeme als komplexer wahrgenommen werden. Beispiel:

komplex simplex
happiness ----------business----------table

Happiness wird als komplex wahrgenommen, weil die Zusammensetzung auch naiven Sprechern klar ist. Business ist nicht ganz so komplex, weil die Zusammensetzung aus busy+ness der Mehrheit der Sprecher beim Sprechen nicth bewusst ist. Table ist komplett simplex.

Butter cake wäre also eher komplex, butterfly eher simplex.

In a nutshell: Wir haben es also genau andersrum definiert als ihr. Ging aber, wie gesagt, um die reine Wahrnehmung durch Testpersonen.


Starfleet Yeah
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11.11.2012, 18:40:26
Beitrag #4
RE: morphologische (Wort)Strukturen
Okay, dann schein ich dem ja auf die Spur gekommen zu sein, danke dir Lächel

und für alle die noch Schwierigkeiten beim Nachvollziehen hatten:

Also ich habe etwas von Aronoff gelesen, wo es um die Ableitung von Wörtern ins mentale Lexikon geht.
Er verwendet dazu 3 synonyme Beispiele:
bamboozle (no internal structure), hornswoggle (horn recognizable, swoggle not) und hoodwink (both recognizable, but sense won't be deducible form its parts.)
Wenn ich nun sturkturgemäße Vergleichsfälle im Deutschen suche, kam ich auf meine Ideen, bei denen ich ja bei Beifall weder durch "bei" noch durch "fall" auf die Bedeutung des Wortes Beifall schließen kann - somit quasi der Vergleich zu hoodswink. Bei Dienstag ist das Tag im heutigen Sprachgebrauch bei vielen Sprechern verankert, lexikalisiert, im Gegensatz zu "Diens" - womit ich dann dachte, ich hätte ein dt. Beispiel für hornswoggle.
Aber ich war mir bei der bambooze-Übertragung so unsicher, weil ich das "no internal structure" vlt. nicht verstanden habe. Heißt das lediglich, dass ich in der Mophologischen "Struktur" lediglich so was hätte wie Frau -> N? Heißt das, dass ich keine innere Struktur habe, die Bedeutung einfach (aufgrund von gehört und dann gespeichert) einfach klar ist?

Ich hoffe das ist aufschlussreicher

und letzteres wäre ja dann auf das table im obigen Beitrag zu beziehen..


Hallo, ich bin Schnitte862 und seit 16.09.2011 08:23 hier angemeldet.
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12.11.2012, 01:00:44
Beitrag #5
RE: morphologische (Wort)Strukturen
Na, bamboozle ist monomorphemisch, damit simplex und ohne weitere Struktur. Wie table eben.

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