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 » nicht erledigt s-Schreibung und Graphieprinzipien

22.02.2015, 02:49:32
Beitrag #1
s-Schreibung und Graphieprinzipien
Gute Nacht, liebe Linguisten! Lächel

Ich plage mich etwas mit den Orthographieprinzipien (nach Eisenberg) und vor allem der S-Schreibung herum. Das Thema interessiert mich an sich, aber zugleich geht es mir auch um die pragmatische Frage, wie man wohl im Staatsexamen verfahren sollte ;-)

Die Idee der ganzem zum phonologischen Prinzip hinzutretenden Orthographie-Prinzipien ist meinem Verständnis nach die, dass sie Abweichungen vom phonologischen Prinzip erklären können sollen. Das phonologische Prinzip deckt sich mit dem, was in den Phonem-Graphem-Korrespondenzen festgelegt ist. Korrigiert mich bitte, wenn ich bis hierhin irre.

Eisenberg nun definiert im Duden für stimmhaftes /s/ die Korrespondenz: /s/ => <ß>
Jedoch irritiert mich vor diesem Hintergrund, was er im eigenen Kapitel, das der [s-Graphie gewidmet ist, schreibt.
Da werden gerade die <ß>-Schreibungen begründet (z.B. erst in <Klöße>, dann in <Kloß>. <s> hingegen schreibe man in allen anderen Fällen.
Da frage ich mich Folgendes:

1. Widerspricht das nicht dem oben angeführten Grundgedanken? Wäre da nicht sinnvoller, von Anfang an von der Korrespondenz /s/=><s> auszugehen (wobei man dann freilich in Kauf nehmen müsste, das <s> doppelt besetzt wäre)?

2. Im Examen wird gelegentlich originellerweise [/wp]gefordert, Wörter erst zu nach IPA transkribieren und sie dann erneut in unser Schriftsystem zu bringen, jedoch so, dass man allein nach phonologischem Prinzip schreibt. Welches stimmlose s-Zeichen müsste ich logischerweise hier nehmen? <s> oder <ß>?

3. Kann ich sowohl <Haus> <= <Häuser> wie auch <Fuß> <= <Füße> dem morphologischen Prinzip zuschreiben? An sich schiene es mir unlogisch, beide Schreibweisen begründen zu wollen ... Undecided


Ich bin gespannt auf eure Klärungen und Ideen. Vielen Dank schon im Voraus :-)
Euer GS


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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22.02.2015, 17:43:36
Beitrag #2
RE: s-Schreibung und Graphieprinzipien
klickt bitte auf s-graphie, da habe ich das kapitel im duden verlinkt ;-)

ich hoffe, der link funktioniert nun:
https://books.google.de/books?id=iW-9BQA...CCQQ6AEwAA


si quis vestrum quaesierit, cui ego linguae praecipue operam dem, sciat - atque gaudeat - me nulla lingua magis delectari quam Latina, quae iure atque merito omnium linguarum regina per multa saecula habebatur. quam quidem non ita docendam esse censeo, ut nunc temporis ubique fere terrarum fieri solet - quasi non omnino sit lingua -, sed ita ut in illis linguis fieri solet, quae vivae dicuntur - id est loquendo, scribendo, audiendo. ita enim fiet, ut discipuli Latine vere discant ac denique mirificus quidam aditus eis patefiat ad cultum atque humanitatem Europaeam plus duorum milium annorum :-)
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22.02.2015, 21:21:30
Beitrag #3
RE: s-Schreibung und Graphieprinzipien
Bei "Haus" ist das zugrunde liegende Morphem /hauz/ bei "Fuß" dagegen /fuːs/. Aufgrund der Auslautverhärtung enden zwar beide mit einem stimmlosen s, aber bei der Pluralbildung/Deklination zeigt sich dann der Unterschied. Das ist das morphologische Prinzip.

Das ist wie mit "Rad" und "Rat" - beide werden gleich ausgesprochen, aber der orthographisch indizierte Unterschied in der Stimmhaftigkeit zeigt sich erst, wenn man sie beugt.

Ich muss aber zugeben, dass ich nicht genau verstanden habe, was jetzt die Frage war Zwinker

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