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 » nicht erledigt syntagmatische und paradigmatische Assoziationen

29.10.2012, 14:32:52
Beitrag #1
syntagmatische und paradigmatische Assoziationen
Viele Linguisten unterscheiden syntagmatische Assoziationen (entstehen aus Wortverbindungen, z.B. Nomen-Verb-Verbindungen, Redewendungen, Sprichwörter etc.) und paradigmatische Assoziationen (Synonyme, Antonyme, ...). Nun habe ich einen Artikel gelesen, in dem argumentiert wird, dass paradigmatische Assoziationen eigentlich auch syntagmatisch sind, die betreffenden Begriffe stehen nur meist nicht so weit zusammen. Meiner Meinung und meinen ersten Untersuchungen nach kann man das aber nicht so sagen: Synonyme und Antonyme werden in "normalen" Texten nicht dauernd in engerem Textzusammenhang verwendet, auf jeden Fall nicht so oft, dass die Assoziationen darauf beruhen könnten. Oder?! Auf weitere Meinungen bin ich gespannt!! Shy

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29.10.2012, 17:27:52
Beitrag #2
RE: syntagmatische und paradigmatische Assoziationen
Spontan fielen mir da Kollokationen ein, die signifikant häufig zusammen auftreten und dann auch meist immer in einer konventionalisierten oder lexikalisierten Reihenfolge: süß-sauer, durch Dick und Dünn gehen, kurz und gut - das sind alles mehr oder weniger klassische antonymische Assoziationen, die hier aber klar in einer syntagmatischen Beziehung stehen. Wie gesagt, spontaner Einfall.

Welcher Text war das denn? Und welche Beispiele werden da angeführt? Dasjenige muss es ja irgendwie begründen, was es da behauptet...

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29.10.2012, 18:52:29
Beitrag #3
RE: syntagmatische und paradigmatische Assoziationen
Ja, die Reihenfolge ist lexikalisiert, es handelt sich im Grunde fast immer um feste Fügungen oder sprichwörtliche Redensarten, die gerade auf dem Spannungsverhältnis der Antonyme aufbauen und die auch unabhängig von ihrer Textfrequenz einen hohen Präsenzcharakter haben, da es "griffige" Formulierungen mit Wiedererkennungswert sind. Von diesen ausgehend jedoch darauf zu schließen, dass paradigmatische Beziehungen im Grunde auch "nur" syntaktisch seien, ist aber vielleicht etwas weit hergeholt.


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29.10.2012, 20:20:57
Beitrag #4
RE: syntagmatische und paradigmatische Assoziationen
Na, so strikt würd ich's auch nicht formulieren (wer weiß, was der Text sagt und wie "heftig" die These dort tatsächlich vertreten wird). Mir fiel das jetzt eben nur so ein, dass auch diese Dichotomie quantitativ eben so strikt halt auch nicht ist. Andere, weniger lexikalisierte Mehrwortverbindungen wären ja auch so Dinge, die unters "kurz vor lang"-Prinzip fallen (also mehr so meta).

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30.10.2012, 16:21:20
Beitrag #5
RE: syntagmatische und paradigmatische Assoziationen
Ich muss bei dieser Argumentation an Roman Jakobsons "poetische Funktion" denken; da ging es im Prinzip ja auch darum, dass die paradigmatische auf die syntagmatische Ebene übertragen wird (bzw. das "Prinzip der Äquivalenz von der Achse der Selektion auf die Achse der Kombination projiziert wird", wie man in vielen Einführungen in die Literaturwissenschaften lesen kann). Allerdings geht es dabei halt um die literarische Verwendung von Sprache. Bezieht sich der Artikel möglicherweise (ggf. implizit) darauf?

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